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Kultur

Drogenkonsum steigt weltweit

Dem neuen UN-Drogenbericht zufolge nehmen 200 Millionen Menschen in aller Welt illegale Drogen zu sich. Dabei verstärkt sich der Trend zu "natürlichen" Rauschmitteln. Afghanistan bleibt das große Sorgenkind.

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Haschisch wird immer beliebter

Afghanistan bleibt auch nach dem Ende des Taliban-Regimes 2001 der bei weitem größte Opium-Produzent der Welt. Das Land lieferte im vergangenen Jahr rund 87 Prozent des Roh-Opiums weltweit, das zur Herstellung von Heroin benutzt wird. Das geht aus dem am Mittwoch (29.6.05) in Wien vorgelegten Jahresbericht des UN-Büros gegen Drogen und Verbrechen (UNODC) hervor.

Nach den Ermittlungen der Wiener UN-Behörde ist die Mohn-Anbaufläche in Afghanistan in diesem Jahr zwar etwas kleiner als im "Rekordjahr" 2004 ausgefallen, dennoch sei am Ende erneut eine größere Ernte möglich als im Vorjahr. Die "gute" Versorgung des europäischen Marktes mit reinem Heroin deute auf ausreichende Lieferungen vom Hindukusch hin. Dort würden die afghanischen Drogenbosse das Opium inzwischen zunehmend schon vor dem Export zu Heroin weiterverarbeiten lassen, heißt es in dem UN-Report.

Schlafmohnanbau in Afghanistan

Schlafmohnanbau in Afghanistan

Leichte Verschiebungen

Dagegen zeigt der Kampf gegen den Opiumanbau im so genannten Goldenen Dreieck von Birma, Laos und Thailand Erfolge. In Laos sei der Opiumanbau um 42 Prozent und in Birma um 23 Prozent zurückgegangen. "Wir können vielleicht das ganze Goldene Dreieck bis 2007 opiumfrei erklären", sagte UNODC-Direktor Antonio Maria Costa.

Die weltweite Produktion von Roh-Opium 2004 lag nach UN-Schätzungen bei 4850 Tonnen, die zur Herstellung von rund 565 Tonnen reinen Heroins ausreichen dürften.

In Südamerika wurde ein Rückgang bei der Kokain-Produktion Kolumbiens durch einen verstärkten Coca-Anbau in Peru und Bolivien aufgefangen. Diese Länder produzieren zusammen noch immer 97 Prozent des weltweit verkauften Kokains.

Heroin: Schmuggelware durch die Länder der ehemaligen Sowjetunion

Heroin: Schmuggelware durch die Länder der ehemaligen Sowjetunion

Klarer "Spitzenreiter"

Insgesamt haben im Jahr 2004 schätzungsweise 200 Millionen Menschen Drogen genommen - von Heroin bis Ecstasy. Das waren 15 Millionen mehr als im Jahr davor und fünf Prozent der Weltbevölkerung zwischen 15 und 64. Damit liegt der Drogenkonsum aber laut UNODC aber immer noch weit unter der Zahl der erwachsenen Konsumenten von Alkohol und Tabak (weltweit 30 Prozent Raucher und 50 Prozent Alkohol).

Die meisten Drogenkonsumenten rauchten Cannabis (160 Millionen), 26 Millionen nahmen Amphetamine, 8 Millionen Ecstasy und schätzungsweise 16 Millionen Opiate. Von ihnen galten 11 Millionen als Heroin süchtig.

Ein Monster

Der Umsatz des globalen Rauschgifthandels ist nach Schätzungen der Experten auf etwa 265 Milliarden Euro gestiegen.

Die UN-Drogenfahnder verbuchen es inzwischen schon als Erfolg, dass sie 2004 rund ein Viertel der Heroin-Produktion beschlagnahmen konnten. Allerdings habe das vor allem an der erheblich gesteigerten Produktion von Roh-Opium in Afghanistan gelegen. Die größten Mengen gingen den Fahndern in den Nachbarländern Iran und Pakistan ins Netz. UNODC-Leiter Antonio Maria Costa meinte in dem neuen Bericht, der auch in New York, Stockholm und Bangkok vorgelegt wurde: "Es ist kein kleiner Feind, gegen den wir da kämpfen. Es ist ein Monster." Der Umsatz im Welt-Rauschgifthandel sei "größer als die einzelnen Bruttoinlandsprodukte von fast 90 Prozent der Staaten in der Welt". (kas)

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