Drogenkönig geht mexikanischen Fahndern ins Netz | Aktuell Amerika | DW | 09.02.2018
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Drogenkrieg in Mexiko

Drogenkönig geht mexikanischen Fahndern ins Netz

Eine der brutalsten Verbrecherbanden im ohnehin brutalen mexikanischen Drogenkrieg ist schwer unter Druck. Los Zetas verlieren ihren Anführer: Z-43 wurde in Mexiko-Stadt verhaftet. Ohne dass ein einziger Schuss fiel.

Der Zugriff erfolgte im Ausgehviertel: Mexikanische Marineinfanteristen nahmen den Anführer des Verbrechersyndikats Los Zetas fest. José María Guizar Valencia, alias Z-43, sei im Stadtteil Roma in Mexiko-Stadt verhaftet worden, sagte der Nationale Sicherheitsbeauftragte Renato Sales. Bei dem Einsatz sei kein einziger Schuss gefallen.

Guizar Valencia besitzt die US-amerikanische und mexikanische Staatsbürgerschaft und war einer der meistgesuchten Verbrecher des Landes. Innenminister Alfonso Navarrete gratulierte den Sicherheitskräften zu der "Festnahme eines der 122 wichtigsten Ziele der Bundesregierung".

Medienberichten zufolge ist Guizar Valencia der aktuelle Chef der Zetas. Er rückte an die Spitze des Verbrechersyndikats, nachdem der Gründer Heriberto Lazcano Lazcano getötet und sein Nachfolger Miguel Ángel Treviño Morales festgenommen worden war.

Z-43 soll für Morde in Guatemala verantwortlich sein, als die Zetas in der Grenzregion die Kontrolle übernahmen. Zudem hat er den Ermittlungen zufolge den Drogenschmuggel von Kolumbien über Mittelamerika und Mexiko in die USA organisiert. Die US-Behörden haben ein Kopfgeld in Höhe von fünf Millionen Dollar auf ihn ausgesetzt und seine Auslieferung beantragt, weil er tonnenweise Kokain und Methamphetamin in die Vereinigten Staaten geschafft habe. Mexiko hat bereits eine Reihe von Drogenhändlern an die USA ausgeliefert. Vor einem Jahr überstellten die mexikanischen Behörden den mächtigen Chef des Sinaloa-Kartells, Joaquín "El Chapo" Guzmán.

Los Zetas rekrutierte sich ursprünglich aus desertierten Elitesoldaten und galt zeitweise als brutalste Verbrecherorganisation des Landes. Die Bande hat eine Art kriminelles Franchise-System aufgebaut und ist in Drogenschmuggel, Menschenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt. Zuletzt geriet das Verbrechersyndikat durch Festnahmen und Tötungen ihrer Anführer sowie durch die zunehmende Konkurrenz verfeindeter Banden unter Druck.

rb/uh (ap, dpa)

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