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Aktuell Amerika

Drogenboss in Mexiko gefasst

Mit jeder neuen Festnahme wächst die Hoffnung, dem mächtigen Drogenkartell doch etwas entgegensetzen zu können. Nun wurde in Mexiko der Mann verhaftet, den sie "El H" nennen.

"El H" steht für Héctor Beltrán Leyva, und der gilt als Boss einer überaus einflußreichen Drogenbande. Sicherheitskräfte nahmen ihn zusammen mit seinem Finanzchef in einem Restaurant in San Miguel de Allende im zentralmexikanischen Bundesstaat Guanajuato fest, wie die Generalstaatsanwaltschaft mitteilte. Beide Männer sollen bewaffnet gewesen sein.

Als Möbelverkäufer getarnt

Elf Monate lang hatten die Sicherheitsbehörden nach dem Drogenboss gesucht. Laut Staatsanwaltschaft war er im Bundesstaat Querétaro untergetaucht und hatte sich als Möbelverkäufer ausgegeben. Für Hinweise zu seiner Festnahme hatte die US-Regierung ein Kopfgeld von fünf Millionen US-Dollar ausgesetzt, Mexiko rund 30 Millionen Peso (umgerechnet rund 1,7 Millionen Euro).

Die Behörden werfen Beltrán Leyva Drogenhandel, Korruption und Geldwäsche vor. Um seine Identität zu 100-Prozent zu klären, würden DNA-Proben genommen. Präsident Enrique Peña Nieto lobte die Arbeit der Polizei. Die Aktion zeige die Effizienz der Behörden, schrieb er im Kurznachrichtendienst Twitter.

Das Geschäft mit den USA

Das Beltrán-Leyva-Kartell kontrolliert vor allem den Kokainhandel von Mexiko in die USA und nach Europa. Auch der Handel mit den synthetischen Drogen gehört zum Geschäft. Héctor Beltrán Leyva hatte das Kartell nach dem Tod seines Bruders im Jahr 2009 übernommen. Vor Jahren hatten die Brüder auch mit dem Sinaloa-Kartell, dem größten Verbrechersyndikat des Landes, zusammengearbeitet, berichtete die Zeitung "El Universal". Dessen Anführer Joaquin "El Chapo" Guzmán war im Februar 2014 festgenommen worden.

Seit 2006 wurden in Mexiko mehr als 80.000 Menschen im Zusammenhang mit der Drogenkriminalität getötet, weitere 22.000 gelten als vermisst.

ml/uh (dpa, afp)