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Aktuell Amerika

Drogenboss "El 85" in Mexiko festgenommen

In Mexiko ist einer der meistgesuchten Drogenbosse des Landes gefasst. Erick Valencia Salazar alias "El 85 ist der Anführer der aufstrebenden Bande Jalisco Nueva Generación. Er hatte Waffen, Granaten und Munition dabei.

Damit ist der mexikanischen Armee ein Schlag gegen die Rauschgiftmafia und ein Erfolg im Kampf gegen die anhaltende Gewalt im Land gelungen – allerdings wohl nur ein vorübergehender.

Nach Angaben des Verteidigungsministeriums wurde Erick Valencia Salazar im Westen des Landes aufgespürt. Mit ihm ging auch sein Stellvertreter, Otoniel Mendoza, ins Netz. Bei dem Einsatz in Zapopan bei Guadalajara seien mehr als 30 Waffen sowie Handgranaten und Munition sichergestellt worden.

Festnahme löst Ausschreitungen aus

Die Festnahme löste in Zapopan und Guadalajara Ausschreitungen sowie Schießereien zwischen Sicherheitskräften und Mitgliedern des Drogenkartells aus. Nach einem Bericht der Zeitung "El Universal" kamen drei Menschen ums Leben. Unter ihnen ein sieben Jahre altes Mädchen, das im Kugelhagel von einem Schuss getroffen wurde. Um den Einsatz der Militärs zu behindern, hätten Kriminelle mit brennenden Autos Straßen blockiert. 16 Menschen wurden bei den Auseinandersetzungen festgenommen, darunter zwei Minderjährige, wie es weiter hieß.

Kampf um Schmuggelrouten

Zuvor waren in anderen Landesteilen mindestens 16 Menschen ermordet aufgefunden worden. An einem Weg in Valle Hermoso im Bundesstaat Tamaulipas fanden Soldaten die Leichen von acht enthaupteten Männern. In der Region an der Grenze zu den USA sind die Drogenkartelle Los Zetas und El Golfo aktiv. Sie kämpfen um lukrative Schmuggelrouten in die USA.

Der Norden Mexikos wird seit Jahren von Gewalt zwischen rivalisierenden Drogenbanden beherrscht. Häufig nutzen die kriminellen Gruppen brutale Morde und Enthauptungen als Botschaft an ihre Rivalen. Seit die Regierung von Präsident Felipe Calderón den mächtigen Rauschgiftbanden im Jahr 2006 den Kampf ansagte, wurden mehr als 50.000 Menschen getötet.

USA sollen mehr gegen Waffenhandel unternehmen

Calderón hat wiederholt zu einem härteren internationalen Vorgehen gegen den Waffen- und Devisenschmuggel in seinem Land aufgerufen. US-Vizepräsident Joe Biden kündigte Anfang der Woche nach einem Treffen mit Präsidenten Mittelamerikas in Honduras an, er werde sich dafür einsetzen, dass sein Land mehr finanzielle Mittel zur Verfügung stellt, um die Drogenkartelle zu bekämpfen.

Vor allem Guatemala, Honduras und El Salvador, aber auch Costa Rica und Panama sind immer weniger in der Lage, der organisierten Kriminalität und den aus Mexiko eindringenden Banden Paroli zu bieten. Guatemalas Präsident Otto Pérez hatte zuletzt vorgeschlagen, die Drogen zu legalisieren, was aber von den USA und Mexiko abgelehnt wird.

uh/fab (dpa,afp)