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Flüchtlinge

DRK: Flüchtlinge brauchen feste Unterkünfte

Zelte brechen unter der Schneelast zusammen. Aber auch in unbeheizten Lagerhallen frieren Flüchtlinge, die in Griechenland gestrandet sind. Vor allem für Kleinkinder und Babys ist die Kälte lebensbedrohlich.

Griechenland Thessaloniki Flüchtlingslager im Winter mit Schnee (picture-alliance/NurPhoto/N. Economou)

Schneedecke in Thessaloniki am Mittwoch

Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) drängt auf feste Unterkünfte für Flüchtlinge in Griechenland, die bisher teilweise in Zelten leben müssen. "Die strenge Winterkälte mit Temperaturen um minus 15 Grad verschärft die ohnehin schwierige humanitäre Situation der Menschen in den Camps erheblich", sagte DRK-Präsident Rudolf Seiters der "Neuen Osnabrücker Zeitung".

Seit Schließung der Balkanroute harren nach DRK-Angaben noch immer rund 62.500 geflüchtete Menschen, hauptsächlich Familien, in Griechenland aus. Viele befänden sich inzwischen seit rund acht Monaten dort und lebten "in täglicher Unsicherheit über ihre Zukunft". Wer in festen Behausungen untergekommen ist, muss dennoch oft frieren - wie jene Flüchtlinge, die in unbeheizten Lagerhallen schlafen.

Schlafsäcke und Winterkleidung

Der DRK-Präsident betonte, seine Organisation werde weiterhin mit der griechischen Regierung und anderen humanitären Organisationen zusammenarbeiten. Laut Seiters werden Schlafsäcke und Winterkleidung ausgegeben. Das DRK betreibe zudem seit Mitte März gemeinsam mit dem Finnischen Roten Kreuz Gesundheitsstationen in zwei Camps in Nordgriechenland.

Griechenland Flüchtlingslager auf Lesbos - Zelte im Schnee (Getty Images/AFP)

Flüchtlingslager auf Lesbos (Archivbild)

Die griechischen Behörden reagierten unterdessen auf die Kritik, die neben dem DRK auch andere humanitäre Organisationen geäußert hatten. Zur Insel Lesbos wurden 62 Containerwohnungen transportiert. Darin sollen Migranten untergebracht werden, die bislang in Zelten im Registrierlager von Moria ausharrern. Die neuen Behausungen dürften allerdings frühestens Ende Januar fertiggestellt sein.

Außerhalb der Lager sind die witterungsbedingten Gefahren noch größer. Am Montag hatten Rettungskräfte erneut einen toten Flüchtling geborgen, der den Fluss Evros an der Grenze zur Türkei überqueren wollte. Die Leiche des etwa 30-Jährigen war mit gut einem Meter Schnee bedeckt, als sie in der Nähe der Ortschaft Feres entdeckt wurde. Ein weiterer, stark unterkühlter Flüchtling konnte gerettet werden, als die Region mit Wärmebildkameras abgesucht wurde.

Am Körper festgefroren

Auf der griechischen Seite des Grenzflusses Evros sind in diesem Jahr bereits mehrere Flüchtlinge erfroren. Selbst bei Minusgraden versuchen Schlepper immer wieder, Migranten durch das eiskalte Wasser zu schleusen. Aber auch den Schleppern selbst wird die Kälte bisweilen zum Verhängnis. So wurden während der Bergung am Montag auch zwei Schleuser gefasst - sie konnten nicht fliehen, weil ihre durchnässten Kleider bereits am Körper festgefroren waren.

jj/stu (dpa, kna)