1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Sport

Dressurkönigin Werth gesteht Doping

Der deutsche Reitsport wird von einem neuen Dopingfall erschüttert. Ausgerechnet die fünfmalige Olympiasiegerin Isabell Werth soll ihrem Pferd Whisper ein Beruhigungsmittel verabreicht haben.

Die deutsche Dressurreiterin Isabell Werth reitet auf dem Pferd Satchmo in Aachen beim CHIO eine Dressurprüfung. Foto: dpa -

Isabell Werth

Isabell Werth auf ihrem Pferd Satchmo beim CHIO in Aachen 2008. Foto: dpa/lnw

Der Reitsport in Schieflage - Olympiasiegerin Isabell Werth unter Dopingverdacht

Nun hat es also auch die erfolgreichste Dressurreiterin erwischt. Oder sollte man besser sagen: "man" hat sie erwischt? Fakt ist: Im Urin von Isabel Werths Wallach Whisper fanden sich Spuren des Beruhigungsmittels Fluphenazin. Dieses Psychopharmakon ist ausschließlich in der Humanmedizin zugelassen, bei Tieren findet es normalerweise keine Anwendung. Isabel Werth ist nach Auskunft ihres Anwalts Ulf Walz voll geständig. «Ihr Tierarzt hat einen kapitalen Fehler gemacht», erklärte der Schweizer Jurist, aber Werth müsse als Reiterin die Verantwortung dafür übernehmen.

Durch den Verzicht auf Öffnung der B-Probe setzte der Anwalt darauf, dass das Hauptverfahren vielleicht schon in der kommenden Woche eröffnet wird.

Gefunden wurde die Substanz beim Internationalen Pfingstturnier in Wiesbaden, einer vergleichsweise nebensächlichen Veranstaltung.

Dopingsumpf Reitsport?

Ludger Beerbaum, Mitglied der deutschen Springreiter Nationalmannschaft, (AP Photo/Roberto Pfeil)

Sich und die Reiterei um Kopf und Kragen geredet: Ludger Beerbaum

Dass dieser Vorfall nun solche Wellen schlägt - Verbandspräsident Breido Graf zu Rantzau etwa spricht von einer "Katastrophe für den Reitsport" - liegt vor allem an den Vorkommnissen der letzten Monate. Erst vor einigen Wochen hatte die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) alle Olympiakader aufgelöst, weil Springreiter Ludger Beerbaum in einem Quasi-Geständinis eingeräumt hatte, dass er in der Vergangenheit die Haltung gehabt hätte: "Erlaubt ist, was nicht gefunden wird." Er habe sich im Laufe der Jahre darauf eingetellt "auszuschöpfen, was geht." Bei den Olympischen Spielen 2004 in Athen hatte die deutsche Equipe die Goldmedaille verloren, nachdem bei Beerbaums Pferd Goldfever Betamethason gefunden worden war, das zwar nicht als Doping, aber als verbotene Medikation eingestuft ist.

Bei den Spielen 2008 waren dann gleich zwei deutsche Springreiter "positiv" aufgefallen. In Hongkong wurde bei Christian Ahlmanns Pferd Cöster die verbotene Substanz Capsaicin festgestellt. Nach mehreren Verhandlungen wurde Ahlmann für acht Monate bis April dieses Jahres gesperrt. Ahlmann argumentiert, das Mittel benutzt zu haben, um seinem Pferd den Rücken einzureiben. Marco Kutschers Cornet Obolensky war mit einer Injektion mit Arnika und Lactanase an den Start des Teamwettbewerbs gegangen. Die verbotene Medikation war bei keiner Probe nachgewiesen worden, sie wurde durch Medienberichte bekannt. Eine Pflegerin hatte die Spritze offenbar nicht angemeldet.

(too/bw/sid/dpa/ap/rtr)

Audio und Video zum Thema