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Kultur

Dresdner Museen gaben Tausende Werke zurück

NS-Raubkunst ist für deutsche Museen nicht erst seit Gurlitt ein Schlagwort. Seit 2008 haben die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden mehr als 5500 Exponate an die rechtmäßigen Eigentümer zurückgegeben.

Es handelt sich nicht nur um von den Nazis geraubte Werke, sondern auch um Kunst, die zu Zeiten des DDR-Regimes etwa bei Republikflüchtlingen beschlagnahmt wurde. Etwa zehn Familien erhielten insgesamt 410 NS-Raubkunst-Objekte zurück, die große Mehrzahl der retournierten Kunstwerke aber wurde den rechtmäßigen Besitzern nach 1945 unter sowjetischer Besatzung in der DDR entzogen, so der Generaldirektor der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden (SKD), Hartwig Fischer.

Aufwändige Recherche

Die 14 Museen der sächsischen Landeshauptstadt verwahren rund 1,2 Millionen Kunstwerke. Seit 2008 finanziert das Land das Provenienzforschungsprojekt "Daphne", um die Herkunft der SKD-Bestände seit 1933 zu klären. Bei der möglichst schnellen Erschließung helfen elektronische Forschungsprogramme. "Die Provenienzrecherche ist noch längst nicht abgeschlossen", sagte Fischer. "Wir sind ungefähr halb durch mit unseren Beständen."

Gilbert Lupfer Provenienzforscher

Der Provenienzforscher Gilbert Lupfer hat viel zu tun

Deutschland hatte 1998 die sogenannte "Washingtoner Erklärung" unterschrieben: Darin verpflichten sich alle Unterzeichnerstaaten zur Herausgabe von Kunstgegenständen, die von den Nazis beschlagnahmt wurden. Schon mehrfach haben die Dresdener Kunstsammlungen rechtmäßige Erben ausgezahlt, um wichtige Kunstschätze für die Museen zu sichern. Allein das frühere Herrscherhaus der Wettiner erhielt bislang 21 Millionen Euro.

suc/pg (dpa, dlr)