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Kultur

Dresden kämpft für die Wissenschaft

Die sächsische Hauptstadt feiert dieses Jahr nicht nur 800-jähriges Jubiläum, sondern will als "Stadt der Wissenschaft" Stellenwert und Ruf der Wissenschaften verbessern. Die Voraussetzungen dafür sind nicht schlecht.

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"Der Titel ist natürlich in erster Linie erstmal ein Qualitätssiegel für das, was bisher gemacht wurde," sagt die Projektleiterin Susann Pfeiffer. Schon in den vergangenen Jahren hat Dresden viele Anstrengungen unternommen, sich als zukunftsfähiger Standort für Wissenschaft und Forschung zu profilieren: In der sächsischen Landeshauptstadt gibt es neun Hochschulen, darunter die traditionsreiche Technische Universität (TU), drei Max-Planck-, vier Leibniz- und neun Fraunhofer-Institute. Außerdem ist hier das so genannte "Silicon Saxony" herangewachsen, der größte Elektronikstandort Europas.

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Seit einigen Jahren ist die Stadt intensiv darum bemüht, auch ihre Einwohner an dieser Entwicklung teilhaben zu lassen, zum Beispiel mit der jährlich durchgeführten "Langen Nacht der Wissenschaften", wo Dresdner Forschungseinrichtungen eine Nacht lang ihre Türen für Besucher öffnen und Laborführungen, Experimente oder Vorträge anbieten. Auch andere Veranstaltungen sind bereits etabliert. "Das sind Formate, wo Wissenschaft zum Anfasssen oder Nachvollziehen ist", erklärt Pfeiffer. Es gibt Physik am Samstag, Wissenschaft im Rathaus und die Dresdner Seniorenakademie. Erfolgreich seien auch die Kinderuniversität und die Sommerschule Mikroelektronik, wo die TU zusammen mit den großen Hightech-Unternehmen Studenten fördert.

Neue Aktionsformen

Seit zwei Jahren wählt der Stifterverband für die Deutsche Wissenschaft eine "Stadt der Wissenschaft". Für 2006 wurde der Stadt Dresden dieser Titel verliehen.

Unter dem Motto "Wo Elemente sich verbinden" sollen nun Wissenschaft, Wirtschaft und die Bürger Dresdens weiter aufeinander zugehen und den Dialog intensivieren. Im Zusammenspiel aller Akteure, die Wissenschaft betreiben oder von ihr profitieren, sollen die Wissenschaftspotenziale der Stadt präsentiert werden.

Der prall gefüllte Veranstaltungskalender enthält über 300 Einträge. "Darüber spannt sich ein Reigen von zehn Highlights, den alle Forschungseinrichtungen, alle Hochschulen der Stadt Dresden zusammen gestalten," erzählt Pfeiffer weiter.

Vom Kleinkind bis zum Senior - alle Zielgruppen wollen die Organisatoren erreichen und für die Wissenschaft begeistern. Und vor allem auch diejenigen ködern, die sich bislang nicht für Forschung und Technologie interessiert haben. Neben die bewährten Veranstaltungen treten deshalb ganz neue Aktionsformen. Im Sommer wird zum Beispiel an einem beliebten Erholungsort der Dresdner die "ErkennBar" aufgebaut. Pfeiffer erklärt: "Das ist eine Strandbar, die zwei Monate lang an den Elbwiesen von Dresden ihre Zelte aufschlagen wird und Experimente zeigt. Das große Thema ist das Reich der Sinne." Alle fünf Sinne - fühlen, schmecken, riechen, hören und sehen - sollen vis-à-vis der historischen Altstadt auf ihre Kosten kommen.

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Auf Schritt und Tritt werden die Dresdner in diesem Jahr der Wissenschaft begegnen, beispielsweise im Einkaufszentrum, wo Experimente zur Supraleitung und zum Magnetismus deutlich machen, wie weit diese Technologien bereits in den Alltag hineinreichen. Schulkinder können im Laufe des Jahres einen Junior-Doktor-Titel erwerben; Studenten werden in einem Wissens-Wettstreit gegen Teams aus den europäischen Partnerstädten von Dresden antreten. Die Organisatoren haben im Vorfeld Dresdens Potenzial als Wissenschaftsstadt gründlich ausgelotet und analysiert: Was gibt es noch nicht, wo sind Defizite?

Willkommen in Dresden!

Ein Ergebnis dieser Überlegungen ist das so genannte Welcome Center. Hier sollen die vielen ausländischen Gastwissenschaftler und Studenten einen zentrale Anlauftstelle geboten bekommen, um die organisatorischen Dinge nach der Ankunft in Dresden erledigen zu können. "Es gibt zwar schon sehr viele unterschiedliche Bemühungen von den Forschungseinrichtungen selbst, die aber unserer Meinung nach noch nicht effektiv genug sind," meint Sybille Pfeiffer.

Nun sind alle Beteiligten an einen Tisch gerufen. Dem Erfahrungsaustausch sollen später Taten folgen, die die Barrieren für ausländische Fachkräfte abbauen. Schließlich lebt Dresden als "Stadt der Wissenschaft" auch vom internationalen Austausch.

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