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Aktuell Deutschland

Dresden gedenkt der Opfer der Bombardierung vor 67 Jahren

Mit Menschenketten und einer Friedensandacht erinnert Dresden an die Opfer der Zerstörung der Stadt im Zweiten Weltkrieg. Doch der Gedenktag wird auch in diesem Jahr von einem Neonazi-Aufmarsch überschattet.

Zum Auftakt nahmen etwa 100 Menschen an einer Friedensandacht in der Dresdner Frauenkirche teil. "Wir denken an die Betroffenen und Toten dieses 13. Februar 1945, aber auch an die vielen Zerstörungen und Brände, die von deutschem Boden ausgegangen sind", sagte Pfarrer Holger Treutmann. Die Frauenkirche war am 13. Februar ausgebrannt und zwei Tage später zusammengestürzt. Seit 2005 gilt das mit Spenden aus aller Welt wiedererrichtete Gotteshaus als Symbol für Frieden und Versöhnung.

Auch an anderen Plätzen gedachten die Dresdner der Opfer und erinnerten zugleich daran, dass das millionenfache Leid im Zweiten Weltkrieg seinen Ursprung in Nazi-Deutschland hatte.

Am Nachmittag strömten tausende Menschen im Zentrum zusammen und bildeten eine Menschenkette um die Altstadt. Damit gebe man "ein klares Bekenntnis gegen Nationalsozialismus, Rassismus und Gewalt", sagte Dresdens Bürgermeister Dirk Hilbert. Die Dresdner demonstrierten damit auch gegen den Missbrauch des Erinnerns durch Rechtsextremisten.

Proteste und Blockaden

Die kollektive Erinnerung an die Opfer und an die Gräuel der NS-Diktatur wird seit Jahren von Rechtsradikalen gestört, die die Trauer für ihre Zwecke missbrauchen und zu Tausenden für Aufmärsche in die Stadt kommen. Im vergangenen Jahr kam es am Rande der Proteste gegen den Neonazi-Aufmarsch zu schweren Ausschreitungen mit brennenden Barrikaden und steinewerfenden Chaoten. Am Ende des Tages waren mehr als 100 Polizisten verletzt.

Angesichts des offiziell genehmigten Neonazi-Fackelmarsches hatte ein breites Bündnis gesellschaftlicher Gruppen unter dem Namen "Dresden-Nazifrei" zu Gegenprotesten und Blockaden aufgerufen. So zogen dann unter dem Protest mehrerer tausend Demonstranten am Montagabend bis zu 1000 Rechtsextremisten aus ganz Deutschland durch die Stadt. Die Organisatoren hatten ursprünglich mit 2000 Teilnehmern gerechnet. Rund 6.000 Polizisten aus mehreren Bundesländern waren vor Ort. Sie riegelten alle Zugänge zur Strecke weiträumig ab.

Bis zu 25.000 Todesopfer

Knapp drei Monate vor dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten britische und amerikanische Bomber am 13. und 14. Februar 1945 Dresden in Schutt und Asche gelegt. Die Zahl der Opfer unter den 600.000 Einwohnern konnte nie genau ermittelt werden. Nach jüngsten Erkenntnissen einer Expertenkommission kamen 25.000 Menschen ums Leben. Zwischen Oktober 1944 und April 1945 wurde die Stadt achtmal bombardiert. Dresden war nicht nur eine Hochburg der Nazis, sondern auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt und Standort von Rüstungswerken.

GD/se (dpa, dapd, afp, rtr)