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Terror

Dreimonatiger Ausnahmezustand in Ägypten verhängt

Nach den tödlichen Anschlägen auf zwei koptische Kirchen hat der ägyptische Staatschef Abdel Fattah al-Sisi die Grundrechte eingeschränkt und den Sicherheitskräften weitreichende Befugnisse eingeräumt.

Ägypten Alexandria Polizei Straßensperre (AFP/Getty Images)

Ägypter versammeln sich hinter einer Sicherheitsabsperrung in der Nähe des Tatorts in Alexandria

Der Ausnahmezustand solle drei Monate andauern und trete in Kraft, sobald die notwendigen verfassungsrechtlichen Schritte vollzogen seien, sagte al-Sisi in einer Fernsehansprache. Darüber hinaus werde eine Reihe weiterer Maßnahmen ergriffen.

"Die Auseinandersetzung mit den Terroristen wird lang und schmerzhaft sein", erklärte der 62-Jährige. Er warf anderen Staaten vor, den Terrorismus in Ägypten zu unterstützen, nannte aber kein bestimmtes Land. Bereits vor der Ansprache hatte der Präsident bekanntgegeben, zum Schutz wichtiger Infrastruktureinrichtungen den sofortigen landesweiten Einsatz von Militäreinheiten angeordnet zu haben. Diese sollten die Polizei unterstützen. 

Anschläge ereigneten sich kurz vor Papst-Besuch

Die Dschihadistenmiliz "Islamischer Staat" (IS) hatte sich zu den Anschlägen in Tanta und Alexandria bekannt und weitere Gewalttaten angedroht. Bei den blutigsten Angriffen auf die Minderheit der koptischen Christen in Ägypten seit langem waren am Palmsonntag mindestens 44 Menschen getötet worden, mehr als 100 wurden verletzt.

Vor der Kathedrale in Alexandria sprengte sich ein Selbstmordattentäter in die Luft, nachdem Kopten-Papst Tawadros II. dort die Messe geleitet hatte. 17 Menschen wurden getötet, Tawadros blieb unverletzt. Wenige Stunden zuvor waren 27 Menschen einem Bombenanschlag in einer Kirche im nordägyptischen Tanta zum Opfer gefallen.

UN-Generalsekretär António Guterres verurteilte die Attentate scharf und sprach den Familien der Opfer, dem ägyptischen Volk und der Regierung in Kairo sein Mitgefühl aus. Er hoffe, dass die Verantwortlichen für diesen "schrecklichen Terroranschlag" rasch identifiziert und zur Rechenschaft gezogen würden.

Die Angriffe ereigneten sich kurz vor dem Ägyptenbesuch von Papst Franziskus, der für den 28. und 29. April geplant ist. Dabei will der Papst auch seine Solidarität mit den koptischen Christen zum Ausdruck bringen. Die Kopten sind die größte christliche Glaubensgemeinschaft im Nahen Osten und machen etwa zehn Prozent der mehr als 90 Millionen Einwohner Ägyptens aus. Die Minderheit sieht sich immer wieder gewaltsamen Angriffen ausgesetzt.

hk/jj (rtr, afp)
 

 

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