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Kultur

Drei zu Null

Nur noch zwei Siege trennen die Schweizer Segelyacht "Alinghi" vom großen Erfolg im America's Cup. Auch im dritten Rennen waren die Mannen um Jochen Schümann nicht zu stoppen.

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"Alinghi" hat die Nase vorn

Der dreimalige Olympiasieger Jochen Schümann ist beim 31. America's Cup vor dem neuseeländischen Auckland nicht zu stoppen. Der 48-Jährige distanzierte Titelverteidiger Team New Zealand mit der Schweizer Segel-Yacht "Alinghi" am Dienstag (18.2.2003) um 23 Sekunden und gewann somit auch das dritte Rennen der Best-of-Nine-Serie.

Während den Eidgenossen nun nur noch zwei Siege fehlen, um die älteste Sport-Trophäe der Welt erstmals seit 1851 nach Europa zu holen, ist der dritte Cup-Triumph in Folge für die "Kiwis" in weite Ferne gerückt. In der 152-jährigen Geschichte der Veranstaltung gelang es bisher noch keinem Team, einen 0:3-Rückstand aufzuholen.

Vaterlandsverrat und Fahnenflucht

The America's Cup

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Lange hat die 16-köpfige Mannschaft der schweizerischen Rennyacht "Alinghi" kämpfen müssen, bis sie als Herausforderer des Titelverteidigers um den 31. America's Cup aus Neuseeland feststand. Seit Herbst 2002 hat sie in den Herausforderer-Regatten des Louis Vuitton Cups auf dieses Ziel hingearbeitet und es im Januar erreicht. Erstmals in der 152-jährigen Geschichte des America's Cup erreichte ein Segelboot eines Binnenlandes das Finale um die traditionsreichste Sporttrophäe.

Im Finale des Louis Vuitton Cups gewann die Crew von "Team Alinghi", um den deutschen Sportdirektor und dreimaligen Olympiasieger Jochen Schümann, gegen das Team Oracle BMW Racing. Die im Modus "Best of Nine" ausgetragenen Rennen, entschied das Schweizer Team klar mit fünf zu eins für sich. Obwohl dem Titelverteidiger aus Neuseeland im America´s Cup größere Chancen auf den Sieg eingeräumt werden, trauen Experten den Schweizern durchaus zu, das neuseeländische Team zu schlagen.

Die Yacht unter der Schweizer Flagge ist multinational besetzt. Neben dem deutschen Steuermann und Taktiker Jochen Schümann, stechen im Team, der Skipper Russell Coutts und Taktiker Brad Butterworth aus Neuseeland hervor. Noch in den letzten zwei America's Cup Wettbewerben starteten die beiden letztgenannten für das Team des Titelverteidigers. Mit ihrem Wechsel zu dem Schweizer Konkurrenten ernteten sie in der Heimat viel Kritik. Das neuseeländische Volk und die Medien werfen ihnen Vaterlandsverrat und Fahnenflucht vor.

Dritter Titel in Folge?

Für die Neuseeländer hat der America´s Cup, die gleiche Bedeutung, wie Fußball für Brasilianer oder Deutsche. Deshalb steht der Titelverteidiger "Team New Zealand" unter großem Druck, siegen zu müssen. Ganz Neuseeland fiebert dem Finale entgegen. Für das Team um Tom Schnackenberg und dem 29-jährigen Skipper Dean Baker kommt deshalb nur eines in Frage: der dritte Titel in Folge.

Segel Cup in Neuseeland

Die mehrere Millionen Dollar teuren, motorlosen Speed-Maschinen, sind perfekt für das Zusammentreffen von Wasser, Wind und High Tech konstruiert. Doch in machen Punkten unterscheiden sie sich erheblich voneinander. Die neuseeländische Yacht verfügt unter dem Kiel über eine zweite Rumpfschale, den so genannten "Hula-Anhang", den die Neuseeländer selbst erfunden haben. Mit dieser Konstruktion erhoffen sie sich vor allem bei höheren Windbereichen Vorteile.

Neue Konstruktionen gab es bei diesem Wettbewerb schon immer. Die Zweikämpfe der schnellsten Boote im America's Cup werden schon seit 152 Jahren ausgetragen. Bis in die 1980er Jahre verstanden es die US-Amerikaner, den Cup immer wieder in ihre Heimat zu holen. Erst 1983 beendete der Australier Alan Bond die längste Siegesserie der Sportgeschichte. Bis dahin hatten die US-Boys in 132 Jahren 25 Siege in Folge herausgefahren.

Wenn Team Alinghi die berühmteste Segeltrophäe in die Schweiz holen sollte, wird es ein Problem um den Austragungsort des nächsten America's Cup geben. Nach den Regeln darf das Land des Siegers das nächste Finale um den Cup austragen. In Anbetracht dieser Möglichkeit hat die französische Hafenstadt Marseille sich schon vorsorglich als Austragungsort beworben. Denn ein Rennen im Binnengewässer zum Beispiel im Genfer See ist nach den Statuten nicht möglich.

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