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Amerika

Drei Tote bei Gefängnisrevolte in Haiti

Bei einer Meuterei im größten Gefängnis von Haiti haben Häftlinge sechs Beamte aus Schweden und einen aus den USA zeitweilig als Geiseln genommen. Als UN-Soldaten sie befreiten, wurden mindestens drei Häftlinge getötet.

Ein Häftling sitzt auf der Ladefläche eines Pickups und wird von UN-Kräften bewacht (Foto: ap)

Ein Häftling wird von UN-Kräften weggebracht

Wie die schwedische Strafvollzugsbehörde am Montag (18.10.2010) mitteilte, wollten die sechs Schweden und der US-Amerikaner das größte Gefängnis Haitis inspizieren, als sie am Sonntag von einer Gruppe Häftlinge als Geiseln genommen wurden. Die Häftlinge waren mit Macheten bewaffnet und wollten mit Hilfe der Geiseln die Flucht aus der Anstalt in der Hauptstadt Port-au-Prince erzwingen.

UN-Truppe griff durch

UN-Soldaten hinter einem Auto zielen mit ihren Gewehren auf das Gefängnis (Foto: ap)

UN-Soldaten richten ihre Waffen während der Revolte auf das Gefängnis

Der Vizechef der UN-Polizei in Haiti, Fredrik Bjerkeborn, sagte dem schwedischen Radiosender SR, dass die Geiselnahme nach 45 Minuten durch einen Einsatz der haitianischen Polizei und Soldaten der UN-Friedensmission beendet worden sei. "Wir haben keine Bestätigung, aber nach den Informationen, die wir bekommen haben, wurden im Zusammenhang mit dem Zwischenfall mindestens drei Gefangene getötet", so Bjerkeborn.

UN-Polizeisprecher Jean-Francois Vezina bestätigte die Zahl. Einer der schwedischen Beamten angeschossen worden und sei leicht verletzt, so Bjerkeborn. "Zu den anderen Verletzungen möchte ich nichts sagen", ergänzte Bjerkeborn.

Geiseln waren zum Teil für UN im Einsatz

Drei Schweden, die zeitweilig in Geiselhaft befanden, sind dem Radiobericht zufolge bei der UN-Polizeimission in Haiti (MINUSTAH) im Einsatz. Zwei weitere gehörten demnach zu einem internationalen Entwicklungseinsatz. Nachdem sie von "hunderten Gefangenen" überrumpelt worden seien, gehe es allen Befreiten nun den Umständen entsprechend gut, so der Vizechef der UN-Polizei in Haiti, Fredrik Bjerkeborn.

In der für rund 500 Häftlinge gebauten Anstalt sind derzeit 1500 Häftlinge untergebracht. Bjerkeborn nannte das Leben in dem Gefängnis "sehr hart". Bei der Versorgung mit Nahrungsmittlen seien die Häftlinge beispielsweise auf die Unterstützung ihrer Angehörigen angewiesen.

Autor: Marco Müller (dpa, afp, dapd)
Redaktion: Reinhard Kleber