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Wirtschaft

Drei Streifen auf der Überholspur

Der Sportartikelhersteller Adidas-Salomon vergrößert sich: Mit der Übernahme des Konkurrenten Reebok für drei Milliarden Euro soll die Position am US-Markt gestärkt werden.

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Mehr Platz auf dem US-Markt?

Der fränkische Sportartikelhersteller gab am Mittwochmorgen (3.8.2005) bekannt, die Gremien beider Unternehmen hätten beschlossen, dass adidas alle ausstehenden Aktien von Reebok für 59 Dollar pro Stück in bar erwerben werde - ein Aufschlag von 34,2 Prozent auf den Schlusskurs vom Dienstag. Die Transaktion stehe unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Reebok-Aktionäre sowie der Kartellbehörden. Mit einem Abschluss der Transaktion wird im ersten Halbjahr 2006 gerechnet.

"Strategischer Meilenstein"

Herbert Hainer Adidas

Herbert Hainer

"Die heutige Ankündigung ist ein großer strategischer Meilenstein", sagte Adidas-Vorstandschef Herbert Hainer am Mittwoch in Herzogenaurach. "Das ist eine einmalige Gelegenheit, zwei der respektiertesten und bekanntesten Unternehmen der weltweiten Sportartikelindustrie zusammenzuführen." Beide Unternehmen passten nach Meinung Hainers perfekt zusammen. In den vergangenen Wochen sei es "schnell gegangen", die Verhandlungen abzuschließen.

Adidas setzt mit dem Kauf seine Neuausrichtung fort. Adidas wolle sich laut Hainer mit dem Kauf auf Sportschuhe und -bekleidung konzentrieren. Reebok verschaffe dem Konzern ein größeres Standbein in den USA. "Wir werden eine Präsenz haben, die bisher nicht da gewesen ist am Markt. Reebok ist enorm stark in allen amerikanischen Sportarten, mit der NFL mit der NBA", sagte Hainer im ZDF. "Adidas hat eine enorm starke Präsenz mit der Fußball-Weltmeisterschaft, mit der FIFA, mit den Olympischen Spielen und mit der europäischen Champions League im Fußball."

Nike auf den Fersen

Mit einem Jahresumsatz von knapp neun Milliarden Euro rückt der fusionierte Konzern Nike deutlich näher, der zuletzt elf Milliarden Euro umsetzte. Nach Einschätzung von Branchenexperten kontrollieren Adidas und Reebok zusammen etwa 20 Prozent des Sportartikelmarktes, während Nike auf rund 30 Prozent kommt.

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Der bisherige Reebok-Chef Paul Fireman soll die Geschäfte des US-Unternehmens auch künftig führen. Die die Marke "Reebok" soll ebenfalls erhalten bleiben. Fireman hält mit seiner Frau zusammen 17 Prozent der Reebok-Anteile und hat dem Verkauf seiner Papiere bereits zugestimmt.

Deutlicher Gewinnanstieg

Zugleich legte adidas einen deutlichen Gewinn- und Umsatzanstieg für das zweite Quartal vor. Der Konzern steigerte den Gewinn um 52 Prozent auf 67 Millionen Euro. Der Umsatz legte um 8,2 Prozent auf 1,516 Milliarden Euro zu. Die Zahlen sind bereinigt um Erlöse der Winter- und Outdoorsparte Salomon, die an die finnische Amer Sports verkauft wurde. Das Geschäft soll im September abgeschlossen werden. Der Konzern bestätigte die Prognose, wonach der Umsatz im mittleren bis hohen einstelligen Prozentbereich steigen soll. Das Ergebnis solle um 20 Prozent auf 375 Millionen Euro wachsen.

An der Börse wurde die Ankündigung skeptisch aufgenommen: Die Adidas-Aktie gab zeitweise um drei Prozent nach. "Wir sind skeptisch, weil wir den Schritt vor allem von der regionalen Ergänzung in den USA getrieben sehen und ansonsten wenig Synergien erwarten", sagte Analyst Jörg Frey von der Bank Sal. Oppenheim. (sams)