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Nahost

Drei Pazifisten im Irak befreit

Nach fast vier Monaten haben amerikanische und britische Soldaten im Irak drei westliche Menschenrechtsaktivisten aus der Geiselhaft befreit. Es handelt sich um einen Briten sowie zwei Kanadier.

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Die befreiten Geiseln

Norman Kember, James Loney und Harmeet Singh Sooden gehörten zu einem Team christlicher Friedensaktivisten. Das vierte Mitglied der Gruppe, der Amerikaner Tom Fox, wurde von den Entführern getötet und nach irakischen Angaben vor seinem Tod offenbar gefoltert. Seine Leiche wurde vor zwei Wochen in der Nähe von Bagdad entdeckt. Der 74-jährige Kember befinde sich in "vernünftigem Zustand" in der so genannten Grünen Zone in Bagdad, erklärte der britische Verteidigungsminister Jack Straw. Die beiden 41 und 32 Jahre alten Kanadier müssten im Krankenhaus behandelt werden.

Wochenlang geplant gewesen

Nach Angaben des irakischen Innenministeriums wurden die Geiseln am frühen Donnerstagmorgen (23.3.2006) in einem ländlichen Gebiet zwischen Mischahda, 30 Kilometer nördlich von Bagdad, und der Bagdader Vorstadt befreit.

An der Befreiung der drei Geiseln waren britische und US-Truppen beteiligt. Entscheidend seien Hinweise eines am Mittwochabend festgenommenen Mannes gewesen, sagte ein Sprecher der US-Streitkräfte, Generalmajor Rick Lynch. Der britische Verteidigungsminister Straw erklärte, dem Einsatz sei eine wochenlange Planung vorausgegangen. Schüsse seien glücklicherweise nicht gefallen. Das Büro des britischen Premierministers Tony Blair erklärte, der Regierungschef sei hoch erfreut über die Nachricht von der Befreiung der drei Männer.

Kritik an "Besetzung"

Die befreiten Geiseln gehören zu der pazifistischen, christlich motivierten Hilfsorganisation Christian Peacemaker Teams (CPT). CPT-Mitglieder halfen seit dem Sturz des Regimes im Irak vor rund drei Jahren irakischen Familien, deren von den Amerikanern gefangen genommenen Angehörigen in US-Militärgefängnissen aufzuspüren.

Der Ko-Direktor der Christian Peacemakers Teams, Doug Pritchard, sagte in Toronto, die Geiselnehmer seien bei der Befreiungsaktion nicht anwesend gewesen. Zugleich forderte er die Koalitionstruppen auf, sich aus dem Irak zurückzuziehen. Die "illegale Besetzung" sei der Hauptgrund für die Gewalttaten der Aufständischen, sagte Pritchard.

Keine Informationen über die deutschen Geiseln

Mehr als 200 Ausländer und tausende Iraker sind seit der von den USA geführten Besetzung des Irak 2003 entführt worden. Vor fast genau zwei Monaten wurden die beiden Leipziger Techniker René Bräunlich und Thomas Nitzschke verschleppt. Die Bundesregierung soll nach Medienberichten Hinweise darauf haben, dass die beiden noch leben. Direkten Kontakt zu den Entführern hat das Auswärtige Amt angeblich nicht. (kas)

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