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Nach Lkw-Anschlag

Drei Opfer nach Anschlag in Stockholm identifiziert

Nach dem Lkw-Anschlag in der schwedischen Hauptstadt sind nach Polizeiangaben inzwischen drei der vier Todesopfer identifiziert worden. Über den Tatverdächtigen wurden neue Details bekannt.

Schweden - Stockholm nach dem Anschlag (picture-alliance/AP/M. Schreiber)

Vor dem Tatort des Lkw-Anschlags, dem Stockholmer Einkaufszentrum Åhléns City, haben Trauernde Blumen niedergelegt

Ermittler hätten die Angehörigen der Opfers benachrichtigt, sagte eine Polizeisprecherin. Angaben zu Alter und Geschlecht der Opfer machte sie nicht. Unter den Toten ist eine Belgierin. "Wir haben leider beim Attentat von Stockholm eine Landsmännin verloren", teilte Außenminister Didier Reynders auf Twitter mit.

Das Einkaufszentrum Åhléns City, in das der Täter mit einem Lkw gerast war, öffnet nach eigenen Angaben am Sonntag zwar wieder, die meisten Etagen sollen aber bis Montag geschlossen bleiben. Inzwischen gehe es allen Mitarbeitern "den Umständen entsprechend" gut, erklärte die Kaufhaus-Kette. Åhléns City sei "Teil einer offenen Gesellschaft" und man werde "nie den bösen Kräften nachgeben, die das ändern wollen".

"Kein religiöser Fanatiker"?

Unterdessen wurden über den Tatverdächtigen neue Details bekannt geworden. Eine angebliche Bekannte des am Samstag festgenommenen Usbeken bezeichnete ihn Medien zufolge als "ganz normalen Arbeiter". Er sei "kein religiöser Fanatiker", sagte die Frau der Tageszeitung "Dagens Nyheter".

Demnach soll der 39-Jährige ohne seine Frau und seine Kinder in Schweden gelebt und im Baugewerbe gearbeitet haben. Die angebliche Bekannte erklärte gegenüber dem Blatt, sie habe "nie irgendwelche Anzeichen gesehen, dass er ein Extremist war oder sich für Religion interessierte. Im Gegenteil, wie viele Usbeken in Schweden hat er gefeiert und Alkohol getrunken."

Kennengelernt habe sie den Verdächtigen durch einen gemeinsamen Bekannten, der gefragt habe, ob der Usbeke seine Post an ihre Adresse schicken lassen könne. Dem habe sie zugestimmt. In den vergangenen Jahren habe sie nur bei der Übergabe der Post Kontakt mit dem Mann gehabt. Zuletzt habe sie ihn im Sommer 2016 gesehen.

Tatmotiv noch unklar

Die schwedischen Ermittler hatten auf einer Pressekonferenz in Stockholm gesagt, es deute nichts darauf hin, "dass wir die falsche Person festgenommen haben". Unklar ist, ob er Komplizen hatte. Auch über das Tatmotiv könne man nur Vermutungen anstellen, so Polizeipräsident Dan Eliasson.

Feststeht dagegen, dass der Usbeke seit 2016 dem schwedischen Inlandsgeheimdienst Säpo namentlich bekannt war, wie Behördenchef Anders Thornberg mitteilte. Aktuell werden unter anderem die Social-Media-Konten des Verdächtigen untersucht. Die technischen Untersuchungen am Tatort sind der Polizei zufolge inzwischen abgeschlossen.

hk/se (dpa, afp)