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Sport

Drei Männer und ein Poldi

Selten spielt Lukas Podolski bei den Münchner Bayern. Sein Stammplatz ist die Bank. Ein Fall für die Kinderschützer.

Lukas Podolski sitzt mit enttäuschtem Gesichtsausdruck auf der Ersatzbank der Münchner Bayern. Quelle: Carmen Jaspersen dpa/lby

Klein-Poldi will doch nur spielen

Klein-Poldi ist eigentlich wie alle Kinder. Er will spielen, spielen, spielen. Doch Klein-Poldi hat die Rechnung ohne seine drei Väter gemacht. Er lebt nämlich in einer merkwürdigen Männer-Wohngemeinschaft in München, mit Papa Kaiser, Papa Uli und Papa Klinsi. Und das kam so: Eines Tages haben Papa Kaiser und Papa Uli die Idee, Klein-Poldi zu adoptieren. Sie kaufen ihn seiner Familie in Köln für sehr viel Geld ab und Klein-Poldi erhält eine kräftige Taschengelderhöhung. Er zieht in die Münchner Männer-WG ein und alle sind hellauf begeistert. "Schaut´s her, des is mei Prinz Poldi", tönt Papa Kaiser. Und Papa Uli erwägt, in seiner Fabrik eine Weißwurst namens Poldi produzieren zu lassen.

Spielen dürfen nur die Brüder

Bayern-Manager Uli Hoeneß und Bayern-Trainer Jürgen Klinsmann lächeln Quelle: AP Photo/Christof Stache

Papa Uli und Papa Klinsi, außen weich und innen hart

Klein-Poldi will nur eins: spielen, spielen, spielen. Seine neuen Papas haben aber, ohne ihn zu fragen, gleich noch zwei Brüder dazugekauft, den Pizza-Toni und den Salto-Miro. Die Begeisterung der Väter für Klein-Poldi verfliegt schnell. Sie legen ihn ab wie ein altes Spielzeug. "Schaut´s her, des is mei Salto-Miro", posaunt nun Papa Kaiser. Und Papa Uli denkt darüber nach, statt Poldi-Wurst Pizza Toni vom Band laufen zu lassen. Spielen dürfen nur noch die beiden Brüder, Klein-Poldi wird mit Bank-Arrest bestraft. Das ändert sich auch nicht, als Papa Klinsi in die Münchner WG einzieht. Früher war er Klein-Poldis Lieblingsonkel. Jetzt aber, unter einem Dach mit Papa Kaiser und Papa Uli, verändert sich Papa Klinsi. Auch er zeigt Klein-Poldi die kalte Schulter, wenn der bettelt: "Ich will spielen, spielen, spielen." Klein-Poldi leidet unter schlimmem Heimweh. "Hör auf zu jammern", donnert Papa Uli und schiebt böse lächelnd hinterher: "Deine Eltern haben eh viel zu wenig Geld, um dich zurückzukaufen." Papa Klinsi zupft Klein-Poldi am Ohr: "Dein Platz ist die Bank, vielleicht noch jahrelang." Und Papa Kaiser meint bloß: "Hör auf Papa Uli und Papa Klinsi!"

Die Rückkehr des verlorenen Sohnes

Lukas Podolski grüßt vor der Bayern-Bank stehend die Fans des 1. FC Köln. Quelle: AP Photo/Frank Augstein

Endlich wieder daheim: Klein-Poldi in Köln

Dann macht die Männer-WG einen Ausflug nach Köln. Klein-Poldis Familie bereitet dem verlorenen Sohn einen rauschenden Empfang. Auch als Gästekind lässt man ihn spielen, spielen, spielen. Klein-Poldi blüht auf, lässt sich feiern, als ob seine drei Papas gar nicht dabei wären. Doch die beobachten ihn genau, registrieren jede seiner Gesten - und reagieren auf die Stimmung, die sich gegen sie zu wenden droht. "Klein-Poldi liegt mir am Herzen", heuchelt Papa Klinsi, um die Wogen zu glätten. "Er ist noch lange nicht da, wo er hinkommen kann." Derweil telefoniert Papa Uli im Nebenzimmer: mit Papa Schuster in Madrid.

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