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Aktuell Asien

Drei Jahre nach Rana-Plaza-Katastrophe Prozessbeginn gegen 18 Angeklagte

Beim Einsturz des Rana-Plaza-Komplexes in Bangladesch kamen mehr als 1000 Menschen ums Leben. Nun müssen sich 18 Angeklagte vor Gericht verantworten. Ein Teil von ihnen ist auf der Flucht.

Arbeiterinnen auf dem Areal, wo einst das Rana Plaza stand (Foto: dpa)

Wo einst der Fabrikkomplex stand, ist nur noch ein mit Wasser gefüllter Krater übrig

Die Anklage lautet auf fehlerhafte Bauweise, wie Staatsanwalt Anwarul Kabir in Dhaka erklärte. 13 der insgesamt 18 Angeklagten, darunter die Besitzer des Gebäudes und Inhaber von darin untergebrachten Fabriken, hatten auf unschuldig plädiert und die Entlassung aus der Untersuchungshaft gefordert.

Der zuständige Richter wies dies zurück und ordnete den Prozess an. Im Falle einer Verurteilung drohen jeweils sieben Jahre Haft. Gegen fünf der Verdächtigen wurde ein Haftbefehl erlassen, da sie seit der Katastrophe vor gut drei Jahren untergetaucht sind. Die ersten Zeugen sollen im August gehört werden.

Bürgermeister vor Gericht

Der

Besitzer des Rana-Plaza-Komplex, Sohel Rana, wird sich ebenso verantworten müssen, wie seine Eltern, denen das Gebäude zusammen mit ihrem Sohn gehörte.

Auch der Bürgermeister des Ortes Savar, wo das Gebäude stand, kommt vor Gericht.

Schutt und Trümmer des eingestürzten Fabrikgebäudes (Archivbild: dpa)

Trotz Rissen in den Wänden wurden Arbeiter gezwungen in dem Gebäude zu nähen

Er sowie weitere Behördenvertreter sollen Dokumente gefälscht haben, damit Gebäudeerweiterungen genehmigt werden konnten. Die Fabrikbesitzer müssen sich verantworten, weil sie illegal schwere Maschinen wie Stromgeneratoren in dem Komplex aufgestellt haben sollen.

Minderwertigen Baustoff verwendet

Das Gebäude war am 24. April 2013 unter dem Gewicht mehrerer illegal aufgestockter Etagen eingestürzt. Mindestens 1135 Menschen kamen ums Leben, weitere werden bis heute vermisst. Die Ermittler hatten festgestellt, dass minderwertiges Material beim Bau des achtstöckigen Gebäudes verwendet worden war. Die Manager der Fabriken hatten die Arbeiter gezwungen, trotz Rissen in das Gebäude hineinzugehen.

Problematische Produktionsbedingungen

In dem Komplex hatten mehrere westliche Kleidungsfirmen Ware produzieren lassen. Die Katastrophe warf

ein Schlaglicht auf die Probleme in den Textilfabriken in Bangladesch,

das nach China weltweit die Nummer zwei der Textilexporteure ist. Bislang wurde für das Unglück niemand verurteilt. Ein zweiter Prozess wegen fahrlässiger Tötung hat noch nicht begonnen. Hier befinden sich 20 weitere Angeklagte auf der Flucht.

uh/sti (dpa,afp)

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