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Aktuell Afrika

Drei Deutsche wegen Terrorverdacht festgenommen

Seit Jahren kämpft die islamistische Al-Shabaab-Miliz für einen Gottesstaat am Horn von Afrika. Drei Deutsche sollen sich ihr angeschlossen haben. Die Männer wurden am Frankfurter Flughafen festgenommen.

Die drei unter Terrorismusverdacht stehenden Deutschen seien bereits am Samstag am Flughafen Frankfurt festgenommen worden, sagte eine Sprecherin der Bundesanwaltschaft. Die Männer im Alter von 23, 26 und 28 Jahren seien nach ihrer Rückkehr aus Kenia von Beamten des Bundeskriminalamts in Gewahrsam genommen und am Sonntag dem Haftrichter vorgeführt worden. Außerdem wurde die Wohnung eines weiteren Beschuldigten durchsucht.

Keine Hinweise auf Anschlagspläne in Deutschland

Den drei Festgenommenen werde die Mitgliedschaft in einer ausländischen terroristischen Vereinigung und die Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat vorgeworfen, erklärte die Bundesanwaltschaft. Sie sollen sich in Somalia der radikal-islamischen Al-Schabaab-Miliz (Artikelbild) angeschlossen haben. Die Männer sollen in einem Trainingslager der Vereinigung an Waffen ausgebildet worden sein und sich anschließend an deren bewaffnetem Kampf beteiligt haben. Hinweise auf konkrete Anschlagspläne oder -vorbereitungen in Deutschland gebe es aber nicht.

Terror in Somalia und Kenia

Die Al-Schabaab-Miliz will ihre eigene, strikte Auslegung des islamischen Rechts in Somalia durchsetzen. Auch in Kenia hat sie mehrfach Anschläge verübt. Ein Kommando der Islamisten überfiel unter anderem im September 2013 ein Einkaufszentrum in Nairobi, bei dem mehr als 60 Menschen getötet wurden. In Somalia konnten Regierungstruppen und Soldaten der Afrikanischen Union die Extremisten 2011 aus der Hauptstadt Mogadischu vertreiben. 2012 verlor die Miliz zudem die Kontrolle über die Hafenstadt Kismayo. Al Shabaab beherrscht allerdings noch weite Teile in Mittel- und Südsomalia.

Verbindungen zu Al-Kaida

Immer wieder verübt die Miliz Anschläge auf Abgeordnete, Regierungsgebäude oder Journalisten. Nachdem Anfang September ihr Anführer Ahmed Abdi Godane bei einem US-Luftangriff getötet worden war, schwor die Al Shabaab Rache. Als neuer Chef wurde Ahmed Umar alias Abu Ubaida bestimmt, der bislang ein Kommandeur in der Miliz sowie ein enger Vertrauter des getöteten Godane war. Die Gruppe hat Verbindungen zum Terrornetzwerk Al-Kaida. Sie kooperiert in Afrika auch mit den Islamisten von Boko Haram, die im Norden Nigerias blutigen Terror verbreiten und im April mehr als 200 Mädchen verschleppten.

cr/as (dpa, epd, rtr, afp)