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Sport

Drei deutsche Medaillen in Moskau

Deutschlands Leichtathleten können am dritten WM-Tag feiern: Raphael Holzdeppe wird als erster Deutscher Stabhochsprung-Weltmeister. Auch Kugelstoßerin Christina Schwanitz feiert den größten Erfolg ihrer Karriere.

Raphael Holzdeppe und Björn Otto mit der Deutschlandfahne über den Schultern (Foto: Michael Kappeler/dpa)

Raphael Holzdeppe (l.) und Björn Otto

Nach seinem Erfolg konnte er sein Glück kaum fassen: Raphael Holzdeppe ist als erster Deutscher überhaupt Stabhochsprung-Weltmeister geworden. Auch Christina Schwanitz durfte feiern, sie holte sich mit dem letzten Versuch doch noch Kugelstoß-Silber. Die deutschen Leichtathleten haben am Montag bei der WM in Moskau für einen hochemotionalen Abend gesorgt.

Holzdeppe und Stabkollege Björn Otto liefen mit der schwarz-rot-goldenen Fahne durch das Luschniki-Stadion, denn der 35 Jahre alte Otto rundete mit seiner Bronzemedaille das herausragende Ergebnis ab. "Jetzt bin ich Weltmeister - und alles ist geil", sagte der erst 23 Jahre alte Holzdeppe der ARD. Immer wieder hatten sich er und die anderen deutschen Stabhochspringer bei den vergangenen Großereignissen dem französischen Olympiasieger und Europameister Renaud Lavillenie geschlagen geben müssen. Doch diesmal riss diese Serie.

Starke Nerven

Holzdeppe und Lavillenie übersprangen beide 5,89 Meter, doch der Olympia-Dritte aus Deutschland schaffte das bereits im ersten Versuch, der große Favorit erst im dritten. Der deutsche Meister Björn Otto komplettierte seine internationale Medaillensammlung mit einem Sprung über 5,82 Meter, der höhengleiche Malte Mohr wurde nur Fünfter. Die letzte deutsche Stabhochsprung-Medaille bei einer WM hatte Danny Ecker 2007 in Osaka als Drittplatzierter gewonnen.

Kugelstoßerin Christina Schwanitz zeigt in Moskau ihr WM-Silber (Foto: Michael Kappeler/dpa)

WM-Silber für Christina Schwanitz: Für die Kugelstoßerin der größte Erfolg ihrer Karriere

Kugelstoßerin Schwanitz zeigte genauso starke Nerven wie bei ihrem Sieg bei der Hallen-EM vor fünf Monaten: Sie machte den größten Erfolg ihrer Karriere erst im letzten Versuch klar. Mit 20,41 Metern übertraf sie nicht nur ihre persönliche Bestleistung um 22 Zentimeter, sondern verbesserte sich auch noch vom fünften auf den zweiten Platz. "Bestleistung bei der WM - was will ich mehr?", meinte die 27-Jährige. "Vor dem letzten Versuch habe ich mir gesagt: Alles oder Nichts!" Außer Reichweite war für Schwanitz nur die überragende Neuseeländerin Valerie Adams, die mit 20,88 Metern ihren vierten WM-Titel nach 2007, 2009 und 2011 gewann.

Top-Leistungen

Aus internationaler Sicht nahmen diese Weltmeisterschaften am Montag mit insgesamt drei Weltjahresbestleistungen und einem hochdramatischen 400-Meter-Finale ebenfalls an Fahrt auf. Im 100-Meter-Rennen der Frauen krönte sich Olympiasiegerin Shelly-Ann Fraser-Pryce aus Jamaika endgültig zur Sprint-Königin der Leichtathletik. Die 26-Jährige holte sich in der Weltjahresbestzeit von 10,71 Sekunden und mit dem größten Vorsprung der WM-Geschichte ihren zweiten WM-Titel vor Murielle Ahoure (10,93 Sekunden) von der Elfenbeinküste und Carmelita Jeter aus den USA (10,94).

Weitere Weltjahresbestleistungen stellten der neue 110-Meter-Hürden Weltmeister David Oliver aus den USA (13,00) sowie mindestens genauso überraschend auch der neue Hammerwurf-Weltmeister Pawel Fajdek aus Polen auf (81,97 Meter). Mit dem hauchdünnen Vorsprung von nur vier Tausendstelsekunden wurde die Britin Christine Ohuruogu zum zweiten Mal 400-Meter-Weltmeisterin. Die 29-Jährige fing auf den letzten Zentimetern des Rennens noch die lange Zeit führende Amantle Montsho aus Botswana ab. Erst die Auswertung des Zielfotos ergab: Ohuruogu lag vor der Titelverteidigerin, beide kamen nach 49,41 Sekunden ins Ziel.

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