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Wirtschaft

Drastischer Stellenabbau im Arcandor-Konzern

Dem Pleite-Konzern Arcandor stehen harte Einschnitte bevor. Allein bei der Konzerntochter Primondo mit dem Flaggschiff Quelle soll bis 2010 ein Drittel der Jobs wegfallen.

Arcandor-Hauptsitz mit grauen Wolken (Foto: AP)

Die Zentrale des Arcandor-Konzerns in Essen

Das Versandhandelsunternehmen Primondo/Quelle, ein wichtiger Teil des Arcandor-Unternehmens, muss 3700 Stellen streichen. Die Zahl der Quelle-Shops soll um knapp ein Drittel auf etwa 1000 sinken. Dies sagte am Donnerstag (13.08.2009) der vorläufige Insolvenzverwalter Klaus Hubert Görg. Bei der Arcandor-Tochter Karstadt sollen derweil 19 von 126 Waren- und Sporthäusern geschlossen werden.

Eines ist jetzt bereits klar: Zwei Monate nach dem Insolvenzantrag von Arcandor stehen die einzelnen Handelssegmente des Konzerns vor einer umfassenden und radikalen Neuordnung.

Quelle erhielt Massenkredit

Quelle-Logo wird aufgeklebt (Foto: dpa)

Quelle wurde mit einem Kredit gestützt

Das Traditionsunternehmen Quelle hatte in den vergangenen Wochen besonders hart zu kämpfen. Nach wochenlangem Gezerre erhielt der Versandhändler im Juli einen dringend benötigten Massekredit von 50 Millionen Euro. In der Wartezeit hatten Kataloge nicht ausgeliefert werden können, die Bestellungen brachen zeitweise ein.

Mögliche Interessenten für Quelle sind bislang nicht bekannt. An den kleineren Primondo-Töchtern hatte sich der Hamburger Konkurrent Otto zeitweise interessiert gezeigt. Doch sollen die einzelnen Handelssparten derzeit nur als Ganzes und nicht in Einzelteilen angeboten werden.

Sorgenkinder sind die Karstadt-Warenhäuser

Cordes im Portrait (Foto: dpa)

Eckhard Cordes kann sich gut vorstellen, dass die Metro-Gruppe einige Karstadt-Warenhäuser übernimmt

Als das wohl größte Sorgenkind von Arcandor galten schon lange die traditionsreichen Karstadt-Warenhäuser - die Sparte soll nun per Insolvenzplanverfahren saniert werden. Görg teilte am Donnerstag aber mit, die Liefersituation für das laufende Geschäftsjahr sei stabil und das Weihnachtsgeschäft gesichert.

Als heißer Kandidat für einen Zusammenschluss mit Karstadt war schon häufig der Konkurrent Kaufhof im Gespräch. Dessen Besitzer - Deutschlands größter Handelskonzern Metro - hat zuletzt klares Interesse an etwa zwei Dritteln der 91 Warenhaus-Filialen des Unternehmens bekundet. Metro-Chef Eckhard Cordes bekräftigte, ein Zusammenschluss der Kaufhof-Filialen mit den insolventen Karstadt-Häusern mache "aus unserer Sicht weiter Sinn". (mbö/gri/dpa/ap)

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