1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Wissen & Umwelt

Drastischer Rückgang von Malaria

Investitionen in Prävention und Behandlung von Malaria zahlen sich aus: Über sechs Millionen Menschenleben konnten seit dem Jahr 2000 gerettet werden. Aber noch immer gibt es pro Jahr über 500.000 Malaria-Tote.

Nach den neuesten Zahlen der Weltgesundheitsorganisation (WHO), die am Mittwoch veröffentlicht wurden, sind zahlreiche Länder auf einem guten Weg bei der Bekämpfung der Malaria. Die Krankheit wird von Moskitos übertragen und tritt in den tropischen und subtropischen Regionen Afrikas, Lateinamerikas und Asiens auf. Im Jahr 2000 erklärten die Vereinten Nationen den Kampf gegen Malaria zu einem der Milleniumsziele.

In Afrika, wo fast 90 Prozent aller Malaria-Fälle auftreten, konnten die Todesraten seitdem um 66 Prozent gesenkt werden und um 71 Prozent bei Kindern unter fünf Jahren. Der WHO-Bericht nennt die sechs wichtigsten Maßnahmen, die zu diesem Erfolg geführt haben:

Moskitonetze mit Insektizid

Seit 2000 gab es massive Bemühungen, Menschen in Malariagebieten davon zu überzeugen, unter Moskitonetzen zu schlafen. Moderne Moskitonetze sind mit Insektiziden imprägniert und etwa doppelt so effektiv wie unbehandelte Netze. Hilfsorganisationen schätzen, dass in Subsahara-Afrika jährlich etwa 200.000 Moskitonetze benötigt werden, um die Erfolge weiterhin aufrechtzuerhalten.

Derzeit schläft etwa die Hälfte der Menschen in den gefährlichsten Risikogebieten unter behandelten Netzen, schätzt die WHO. Aber es gibt Lücken: In einzelnen Hoch-Risiko-Ländern dürfte die Nutzung der Netze nur bei knapp 20 Prozent liegen. Aber Gesundheitsexperten sehen es als ermutigend an, dass insbesondere Kinder unter fünf Jahren nun in der Regel unter Netzen schlafen.

Versprühen von Insektiziden auf Gebäude

Ein weiteres wirksames Mittel ist das Versprühen von Insektiziden direkt auf die und in den Wohngebäuden der betroffenen Menschen. Das funktioniert am besten auf porösen Materialien wie Ton oder Holz. Am effektivsten hat sich diese Maßnahme erwiesen, wenn ganze Stadtteile ausgeräuchert wurden. Allerdings ist die Zahl derartiger Sprühkampagnen in den letzten Jahren wieder zurückgegangen, auch weil sie nicht sehr populär waren.

Larven-Kontrolle

Darunter versteht man das Versprühen von Insektiziden in Gebieten, wo Mückenlarven heranwachsen - überall dort, wo sich kleine, oft unauffällige Wasserreservoirs bilden. 48 Risiko-Länder nutzen verschiedene Techniken zur Bekämpfung von Mückenlarven, damit sich gar nicht erst große Moskito-Populationen bilden.

Medikamentöse Prävention

Das sind Medikamente, die Malariainfektionen bei Kleinkindern, Schulkindern und schwangeren Frauen verhindern sollen. In Risikoländern bekamen 52 Prozent der schwangeren Frauen 2014 präventive Medikamente (Intermittent Preventive Treatment of Malaria - IPTp).

Gleichzeitig wird an Malaria-Impfungen für Kleinkinder geforscht, die in vier Dosen verabreicht werden müssen. Im Rahmen einer vierjährigen Studie wurden bei Kindern von fünf bis sieben Monaten ein 39-prozentiger Schutz gegen normale Formen der Malaria, und ein 31,5-prozentiger Schutz gegen schwere Formen der Malaria erreicht.

Eine Studie, die in diesem Jahr im Wissenschaftsmagazin "The Lancet" veröffentlicht wurde, zeigte, dass die Wirksamkeit der Impfung vier Jahre lang anhielt. Derzeit versucht die WHO, ein Impfprogramm für mehrere Länder aufzubauen.

Diagnosen

In den letzten Jahren wurden zudem deutliche Fortschritte in der frühen Diagnose von Malaria erzielt. Der Erreger läßt sich entweder durch Mikroskopie oder einen Schnelltest nachweisen. Südostasien und Indien sind führend in der Anzahl durchgeführter Tests. Dort ließ sich nachweisen, dass die schnelle und zielgerichtete Behandlung danach die Krankheitsverläufe verkürzte und abmilderte. Auch in Afrika stieg die Anzahl der durchgeführten Diagnosen an: Von 36 Prozent der Verdachtsfälle im Jahr 2005 bis auf 65 Prozent 2014.

Medikamentöse Behandlung

Ist Malaria einmal diagnostiziert, ist eine kombinierte Behandlung mit Medikamenten auf Artemisinin-Basis (ACT) üblich. Die Behandlung soll innerhalb von 24 Stunden nach der Diagnose beginnen. Bei schweren Fällen wird der Wirkstoff Artesunat direkt injiziert und erst nach einer Verbesserung auf die orale Einnahme von ACT umgestellt.

Ende 2013 hatten 79 Staaten ACT-Medikamente als Standard-Erstbehandlung festgelegt und im selben Jahr wurden etwa 337 Millionen Menschen damit behandelt. Die WHO bedauert, dass noch immer viele Kinder in Endemiegebieten keinen Zugang zu ACT-Medikamenten haben. Aber auch hier gibt es Fortschritte: Umfragen ergaben, dass die Zahl von weniger als einem Prozent im Jahr 2005 auf immerhin schon 16 Prozent im Jahr 2014 angestiegen ist.

Die Redaktion empfiehlt