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Aktuell Kultur

Drastische Kündigungen an der Oper Rom

Erst nahm Stardirigent Riccardo Muti seinen Hut, jetzt werden Chor und Orchestermitglieder der Oper in Rom aus Sparzwang gekündigt. Ein Schock für die Kulturnation Italien und die Opernliebhaber weltweit.

Die Entscheidung war hart und schockierend: Alle Mitglieder des Orchesters und des Chors der Oper in Rom sollen vorrausichtlich ein Kündigung erhalten. Die Arbeit der Künstler wird zukünftig ausgegliedert, vermeldet die italienische Nachrichtenagentur Ansa. Die Alternative sei die totale Schließung des traditionsreichen Opernhauses gewesen, begründeten Roms Bürgermeister Ignazio Marino und Intendant Fuortes diesen radikalen Schnitt gegenüber der Presse. Der Aufsichtsrat des Hauses hat diesen überraschenden Beschluss gestern Abend gefällt, wie Ansa berichtet.

Herbe Sparmassnahmen

Als Zukunftsperspektive wird den gekündigten Musikern und Sängern der Oper vorgeschlagen, eine eigenständige Vereinigung zu gründen, die eng mit dem Opernhaus zusammenarbeiten soll - eigenfinanziert. Von dem radikalen Stellenabbau sind 180 der insgesamt 460 Mitarbeiter betroffen. Die Einsparung durch die Kündigungen beträgt 3,4 Millionen Euro, wie die Nachrichtenagentur Ansa berichtet. Die Arbeitnehmervertreter reagierten mit Bestürzung. Massimo Cestaro, Generalsekretär der Theatermitarbeiter-Gewerkschaft SLC-CGIL, beklagt einen Ausverkauf der Kultur: "Die Wahrheit ist, dass dies eine Kampagne zur Demontage der Kulturinstitutionen in unserem Land ist." Das chronisch unterfinanzierte Opernhaus war in den vergangenen Monaten mehrfach durch Streiks lahmgelegt worden.

Stardirigent verließ Opernhaus

Dirigent Riccardo Muti

Riccardo Muti (73) wird nicht mehr an der Oper Rom dirigieren

Die Oper in Rom musste bereits den Abgang von Riccardo Muti verkraften, der aus Protest gegen die drastischen Einsparungen im September seine Arbeit als Chefdirigent niedergelegt hatte. Er sehe keine Grundlage mehr für eine erfolgreiche Arbeit an dem einst renommierten Opernhaus, hatte Muti öffentlich erklärt. Italiens Kulturminister Dario Franceschini hielt jetzt die Dringlichkeit der aktuellen Sparmassnahmen dagegen: "Es ist ein schmerzhafter Weg, aber er ist notwendig, um die Oper zu retten."

hm/so (dpa/reuters)

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