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Sport

Drastische Einsparungen im Formel 1-Rennzirkus

Die Formel 1 fährt künftig einen radikalen Sparkurs: Der Motorsport-Weltrat des Internationalen Automobil-Verbands FIA hat für die kommende Saison drastische Einsparungen um etwa 30 Prozent gegenüber 2008 beschlossen.

Formel 1-Chef Bernie Ecclestone gibt beim FIA-Treffen in Paris Interviews. Quelle: ap

Bernie Ecclestone: "Formel 1 überlebt Krise."

Mit dieser Entscheidung bei einem Treffen in Paris reagierte der Formel 1-Dachverband drastisch auf die zuletzt explodierenden Kosten in der Königsklasse und die sich zuspitzende Krise in der Automobilindustrie. "Die Veränderungen haben die uneingeschränkte Zustimmung der Formel-1-Teams, die eine Hauptrolle bei deren Entwicklung gespielt haben", teilte der Weltrat in einer Presseerklärung mit, nachdem die beiden Lager in der Zusammenarbeit häufig gegensätzliche Meinungen vertreten hatten.

Weniger Motoren, längere Haltbarkeit

Formel 1 Autos auf regennasser Strecke beim letzten Saison-Grand Prix in Brasilien. Quelle: ap

Motoren müssen länger halten

Vor allem im Motorenbereich gibt es weitreichende Einschnitte und Veränderungen. Allein hier rechnet der Weltrat mit einer Halbierung der Kosten gegenüber 2008. In der kommenden Saison darf ein Fahrer nur noch maximal acht Triebwerke benutzen. Ein Achtzylinder muss künftig drei statt zwei Grand-Prix-Wochenenden halten und darf nur noch maximal 18 000 Umdrehungen pro Minute leisten. Von 2010 an müssen Privatteams für weniger als fünf Millionen Euro pro Saison einen kompletten Motorensatz entweder von einem Hersteller oder einem unabhängigen Triebwerkproduzenten erhalten. Diese Motoren müssen bis 2012 eingesetzt werden.

Keine Tests zwischen den Rennen

Der Brite Jenson Button im Formel 1-Renner von Honda bei Testfahrten in Le Castellet in Frankreich. Quelle: ap

Ausstieg von Honda ließ Alarmglocken klingeln

Enorm kostendämpfend dürfte sich das Testverbot während der Saison auswirken. Auch der ausufernde Einsatz von bis zu zwei Windkanälen pro Rennstall rund um die Uhr wurde eingeschränkt: Nur noch auf 60 Prozent der Originalgröße geschrumpfte Automobil-Modelle und Strömungen von maximal 50 Metern pro Sekunde sind erlaubt. Die Formel-1-Fabriken müssen während eines Jahres sechs Wochen lang geschlossen bleiben. Bislang kamen die Techniker, Ingenieure und Mechaniker kaum zum Verschnaufen. Längere Ferien waren angesichts des dicht gedrängten Kalenders, des gewaltigen Arbeitspensums und der rasanten Entwicklungsdynamik ausgeschlossen. Am Rennwochenende soll die Zahl der Mitarbeiter in und außerhalb der Box reduziert werden. Auch wenn die FIA keine konkreten Zahlen nannte, ist klar, dass sich künftig weniger Mechaniker um ein Rennauto kümmern dürfen.

Neue Vermarktung

Durch eine Reihe neuer Ideen soll das Spektakel zudem noch spannender und reizvoller werden. So könnte die in drei K.o.-Runden ausgefahrene Qualifikation einen neuen Modus erhalten. Die von Formel-1-Boss Bernie Ecclestone vorgeschlagene Medaillenvergabe wie bei Olympischen Spielen anstatt Punkten für die acht Besten bleibt ebenfalls denkbar. Was letztendlich umgesetzt wird, hängt von den Ergebnissen einer Marktanalyse ab.

Die Kostenreduzierung geht weiter

Rennauto von McLaren-Mercedes bremst vor einer Kurve. Reifen qualmt. Quelle: ap

Bremsenergie für Antrieb nutzen

2010 geht der Sparkurs weiter: Bis dahin sollen für den Chassisbereich mehrere Veränderungen erarbeitet werden. Am Rennwochenende werden dann beispielsweise Reifenwärmer und das Nachtanken verboten. Sogar eine Verkürzung der Grand Prixs soll je nach Ergebnis der Marktanalyse denkbar sein. Zukunftsmusik sind angedachte Reformen für die kommenden Antriebsvarianten. Hier wollen FIA und die Formel-1-Teamorganisation FOTA gemeinsam an einem Strang ziehen und Vorschläge entwickeln. Das von 2009 an einsetzbare Energie-Rückgewinnungssystem KERS soll dabei eine große Rolle spielen. Geplant ist unter anderem, Energie, die beim Bremsen entsteht, über einen zusätzlichen Elektromotor für den Antrieb zu nutzen. (vk)

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