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Kultur

Dramatikerpreis für Wolfram Höll

Wolfram Höll erhält den Dramatikerpreis des Kulturkreises der deutschen Wirtschaft. Die hochdotierte Auszeichnung wird im Oktober verliehen. Warum unterstützt die Wirtschaft die Kultur?

Wolfram Höll zählt zu den Nachwuchsstars am deutschen Theater. Der 1986 in Leipzig geborene Autor war mit seinem Debütstück "Und dann" zu Gast beim Heidelberger Stückemarkt und beim Berliner Stückemarkt. Für das Werk, das 2013 in Leipzig erstmals auf die Bühne kam, erhielt Höll auch den Mühlheimer Dramatikerpreis 2014. Der Autor nähert sich darin Aspekten von Verlust und Trauer. "Themen, die uns alle angehen", wie Franziska Rieger vom Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft sagt.

"Höll hat diesen Preis verdient", unterstreicht die für Dramatik zuständige Kulturkreis-Referentin auf Anfrage der DW, "sonst hätten wir ihn nicht ausgezeichnet." Besonders überzeugt habe die Jury Hölls Sprache, die "poetisch und zart auf der einen, stark und bildgewaltig auf der anderen Seite" sei.

Deutschland Franziska Rieger Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

Franziska Rieger vom Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft

Aber auch, wie der Autor sich seinen Themen nähere, durch rhythmisierte Textflächen, all das habe die 10köpfige Jury, der auch Franziska Rieger angehörte, für den 29-Jährigen eingenommen. Der Preis ist mit 10.000 Euro dotiert.

"Wichtige neue Stimme"

Hölls Stück "Und dann" erzählt die Geschichte eines Verlustes: den der Mutter, eines Staates, und schließlich einer sozialen Rolle. Hölls Sprache ist lyrisch. Sie hat ihren eigenen Rhythmus. Im Sprachfluss eingebettet ist eine Erzählung aus der Sicht eines Kindes. 2013 bekam Höll dafür bereits den mit 10.000 Schweizer Franken dotierten Literaturpreis 2013 des Kantons Bern. Im Jahr darauf wurde Höll in Deutschland Dramatiker des Jahres. Von einem "grandiosen Text" schwärmte etwa Peter Korfmacher im Feuilleton der "Leipziger Volkszeitung". Von einer "wichtigen neuen Stimme für die dramatische Literatur" Deutschlands spricht der Kulturkreis der Deutschen Wirtschaft.

Höll selbst freut sich "sehr" über die neuerliche Auszeichnung. "Ich verstehe den Preis als Ermunterung für meine spezielle Art, für das Theater zu schreiben." Ausgangsbasis seiner Sprache seien jeweils Bilder, die er hintereinanderreihe. "Ein ganz wunderbares Material", sagt er, "um damit die Vorstellungskraft des Zuschauers zu beflügeln."

Warum fördert die Wirtschaft eigentlich Kunst und Kultur?

Theater Vorhang

Unternehmer unterstützen nicht ohne Eigennutz das Theater

Der Kulturkreis, dem rund 400 Mitgliedsunternehmen und Unternehmerpersönlichkeiten angehören, tut das seit 1951. Davon profitieren Künstler in den Bereichen Architektur, Bildende Kunst, Darstellende Kunst, Literatur und Musik. Ihnen greift der Kulturkreis, der im Gebäude des Bundesverbandes der Deutschen Industrie in Berlin residiert, finanziell unter die Arme. "Wir fördern vor allem junge Künstler und Positionen, die wir für wegweisend halten", erläutert Franziska Rieger. "In den Jurys sitzen natürlich neben uns auch Experten aus den verschiedenen Kulturinstitutionen." Kunst und Kultur seien ein Motor der Gesellschaft – und deshalb zu fördern. In welchem Umfang, das möchte der Kulturkreis allerdings "nicht so gerne kommunizieren."

Kultur als Grundbedürfnis

Kultur definiert der Kulturkreis als ein "Grundbedürfnis". "Kultur ist die Voraussetzung für eine verantwortungsvolle Entwicklung von Wirtschaft und Gesellschaft", heißt es auf der Webseite. Die Motivation für die Kulturförderung durch Unternehmen sei "breit gefächert", betont Franziska Rieger. "Sie strahlt in unterschiedlicher Weise auf das Unternehmen zurück, das muss man klar sagen." Image- und Kundenpflege seien wichtige Motivationen, warum sich ein Unternehmen für die Kultur einsetze. Außerdem beeinflusse der Standortfaktor Kultur das Leben vor Ort - und wirke so auch auf die Mitarbeiter eines Unternehmens. Auf diese Weise würden Unternehmen ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht.

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