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Kultur

Dramatiker-Preis für Peter Handke

Der österreichische Schriftsteller bekam den Else-Lasker-Schüler-Preis für sein Gesamtwerk zugesprochen. Handke habe mit seinen innovativen Stücken über Jahrzehnte die Bühnensprache bereichert, urteilte die Jury.

"Seine Bücher sind frei von routinierten Kniffen. Mit jedem Werk macht er sich auf, um sich selbst und die Welt zu entdecken", sagte die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer bei der feierlichen Preisverleihung am Sonntag (1.2.) im Kaiserslautener Pfalztheater vor rund 400 Gästen aus Kultur, Politik und Gesellschaft. "Peter Handkes Schreiben feiert die Sprache emphatisch, in der
Prosa, der Lyrik, in Essays oder Journalen und insbesondere in seiner Dramatik, für die er heute geehrt wird", so Dreyer weiter, die auch Stiftungsvorsitzende ist.

Peter Handke sei ein umstrittener und streitbarer Autor, dessen proserbische Haltung im Jugoslawienkrieg in den 1990er Jahren und dessen Kritik an der damaligen Medienberichterstattung vehemente Debatten ausgelöst habe. Dies schmälere aber seine Verdienste nicht, befand die Jury.

Früher Ruhm

Handke machte sich schon 1966 als 24-Jähriger mit seinem Frühwerk "Publikumsbeschimpfung" einen Namen. 1970 folgte das Buch "Die Angst des Tormanns beim Elfmeter", das vielfach zur Pflichtlektüre in deutschen Schulen wurde. Es wurde von Handkes engem Freund, dem Regisseur Wim Wenders, verfilmt.

Weitere bedeutende Arbeiten sind "Die Stunde, da wir nichts voneinander wussten" von 1992 und "Immer noch Sturm" von 2011. Der Autor thematisierte immer wieder die Entfremdung zwischen Subjekt und Umwelt. Sein umfangreiches Werk beinhaltet zahlreiche Essyas, Theaterstücke und Romane.

Das Drama fördern

Schriftstellerin

Die Namensgeberin des Dramatikerpreises: Else Lasker-Schüler

Peter Handke nahm den renommierten, mit 10.000 Euro dotierten Else-Lasker-Schüler-Preis persönlich entgegen; es ist eine weitere Auszeichnung für den vielfach geehrten 72-jährigen Dramaturgen. Der Preis ist nach der bedeutenden deutsch-jüdischen Dichterin Lasker-Schüler (1869-1945) benannt, die als herausragende Literaturvertreterin der avantgardistischen Moderne und des Expressionismus gilt.

Die Auszeichnung soll die deutschsprachige Dramatik fördern und wird seit 1993 von der Stiftung Rheinland-Pfalz für Kultur vergeben. Geehrt wurden bislang unter anderen Elfriede Jelinek, Roland Schimmelpfennig und René Pollesch.

suc/haz (epd, dpa)