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Politik

Drahtzieher des Mordes an DW-Reportern gefasst?

Vor knapp einem Jahr wurden die Deutsche-Welle-Mitarbeiter, Karen Fischer und Christian Struwe, in Afghanistan ermordet. Eine Verhaftung könnte jetzt klären, was wirklich passierte und warum die beiden sterben mussten.

Karen Fischer in Kabul, Foto: DW

Karen Fischer, eine der beiden in Afghanistan ermordeten DW-Mitarbeiter in Kabul

Einzelheiten sind noch nicht bekannt. Weder die Identität des Verdächtigen noch das Motiv für die grausame Tat. Aber bereits vor einigen Tagen sei es zu der ersten Festnahme im Zusammenhang mit dem Mord an den beiden Deutsche-Welle-Mitarbeitern Karen Fischer und Christian Struwe gekommen, sagte Semarai Baschari, der Sprecher des afghanischen Innenministeriums bei einer Pressekonferenz am Montag (20.8.), deren Anlass eigentlich die Befreiung der deutschen Geisel in Kabul, Christine M. war.

Christian Struwe in Afghanistan, Foto: DW

DW-Mitarbeiter Christian Struwe (r.) in Afghanistan

Die beiden Journalisten waren im Oktober vergangenen Jahres im Bezirk Tala-wa Barfak in Nordafghanistan von unbekannten Personen erschossen worden. Eine Sondereinheit für die Bekämpfung des Terrorismus hatte damals ihre Arbeit aufgenommen und "diese konnte letzte Woche den eigentlichen Drahtzieher, den Kopf einer Bande, die für die Ermordung verantwortlich ist, verhaften. Zurzeit gehen die Ermittlungen weiter, wir sind bemüht weitere Mitglieder dieser Bande zu ergreifen", so der Sprecher.

Noch keine Hintergründe bekannt

Zu den Hintergründen wollte sich der Sprecher des afghanischen Innenministeriums vorerst noch nicht äußern: Über die Motive der Tat könne man derzeit noch nichts sagen, der Verhaftete befinde sich zur Zeit in der Hand der afghanischen Polizei in Kabul, sagte er. Die deutsche Bundesregierung wollte die Berichte an diesem Montag allerdings noch nicht bestätigen.

Schweigeminute für ermordetetn DW-Kollegen am 9.10.2006, Foto: dpa

DW-Mitarbeiter nehmen Abschied von Karin Fischer und Christian Struwe

Vor zehn Monaten waren unsere beiden Freunde und Kollegen im Norden des Landes in der Provinz Baghlan erschossen worden. In der Nacht auf den 6. Oktober wurden sie im Schlaf von ihren Mördern überrascht. Sie hatten in einem Dorf wenige Meter neben der Straße in einem Zelt übernachtet. Der Verdächtige soll nun in derselben Provinz gefasst worden sein, in der Karen Fischer und Christian Struwe getötet wurden.

Kein Zusammenhang zu der Geiselnahme

Die Festnahme steht jedoch nicht in Zusammenhang mit der jüngsten Geiselnahme einer deutschen Entwicklungshelferin, die mittlerweile befreit werden konnte, betonte Semarai Baschari: "Beides hat nichts miteinander zu tun. Es war Zufall, dass wir heute über beide Fälle gleichzeitig informiert haben."

Karen Fischer und Christian Struwe hatten beide seit Jahren für die Deutsche Welle gearbeitet. Mehrfach waren sie für den Sender im Ausland, insbesondere in Afghanistan. So half Struwe beim Aufbau einer internationalen Nachrichtenredaktion für den staatlichen Sender RTA in Kabul. Karen Fischer berichtete regelmäßig für DW-Radio aus Afghanistan, zum Beispiel über die große Ratsversammlung Loya Jirga Ende 2003 und die Parlamentswahlen im Herbst 2005.

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