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Kluge Köpfe

Dr. Krishnaraj Rajalingam, Indien

Krishnaraj Rajalingam stammt aus Indien. Er hat dort Biologie studiert und arbeitet zur Zeit am Max-Planck-Institut für Infektionsbiologie in Berlin. Dort beschäftigt er sich mit Fragen zur Krebsentstehung.

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Insbesondere will er herausfinden, welche Rolle Bakterien bei der Tumorbildung spielen. Ein weiteres Thema: die Bildung von Tochtergeschwülsten. Woran liegt es, wenn ein Tumor an einer Stelle entsteht und die Tumorzellen dann an eine ganz andere Stelle wandern?

Krishnaraj Rajalingam hat mit seinem Team eine Entdeckung gemacht, mit deren Hilfe sich Tochtergeschwülste in Zukunft vielleicht verhindern lassen können: Er hat ein Gen gefunden, das für die Wanderung der Tumorzellen verantwortlich zu sein scheint. Vielleicht ein Ansatz, um das Entstehen von Metastasen in Zukunft zu verhindern.

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Krishnaraj Rajalingam im Interview mit Projekt Zukunft:

Warum haben Sie Deutschland für Ihre Forschung ausgewählt - und nicht z.B. die USA?
Jeder ehrgeizige junge Inder möchte nach dem Studium in die USA gehen. Aber ich finde es in Deutschland ziemlich interessant. Denn schauen Sie sich zum Beispiel die Max-Planck-Institute an: Wir sind bestens ausgestattet und weltweit eine der Top-Adressen. Und: Ein Großteil der Spitzenforschung kommt aus Deutschland. Deutschland ist für seine Automobilindustrie und für seine Wissenschaft bekannt, viele Nobelpreisträger kommen aus Deutschland - Deutschland ist natürlich ein Land der Wissenschaft.

Und was ist das Besondere an Ihrem Institut in Berlin?
Wir sind Max Planck - das ist der größte Vorteil. Wir bekommen alles, was wir wollen. Wir haben die besten Forschungsmöglichkeiten der Welt. Es ist wirklich ein Privileg, eine Ehre, ein Geschenk, an einem Max-Planck-Institut arbeiten zu dürfen. Ich als Wissenschaftler fühle mich hier großartig. Denn es ist ein internationales Haus: Wir haben alles unter einem Dach - Amerikaner, Australier, Menschen aus ganz Europa. Und die offizielle Sprache ist Englisch.

Können Sie uns etwas über Ihren Hintergrund erzählen - warum habe Sie sich entschieden, Krebsforscher zu werden?
Ich stamme aus einem sehr kleinen Dorf in Indien, in dem es keine großen Kliniken gibt. Mein Großvater war meine größte Inspiration. Er war Arzt, und er besaß eine kleine Klinik in der Nähe unseres Hauses. Ich bin bei ihm aufgewachsen und immer mit ihm in die Klinik gegangen. Er hat den armen Menschen sehr geholfen, denn er hat sie für sehr wenig Geld behandelt.
Mein Großvater wollte immer, dass ich Arzt werde. Und so bin ich zur Forschung gekommen. Vom ersten Tag an war mein Ziel: Ich wollte Wissenschaftler werden und der Menschheit helfen.

Und das tun Sie nun in Deutschland. Gefällt es Ihnen hier?

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Den größten Teil des Tages stehe ich natürlich im Labor. Ich habe wenig Privatleben. Meine Frau ist darüber zwar nicht so glücklich. Aber sie ist Wirtschaftswissenschaftlerin und hat auch diese Begeisterung für die Forschung.
Ich mag die Pünktlichkeit in Deutschland und die Sauberkeit - und die Professionalität, mit der die Menschen hier ans Werk gehen.
Das einzige Problem ist die Sprache - ein echtes Hindernis. Ich verwechsle zum Beispiel oft "Du" und "Sie". Aber ich versuche, viel Deutsch zu reden und jeden Tag von meinen Kollegen zu lernen.
Die Leute hier sind freundlich. Wenn ich sie auf Deutsch anspreche, antworten Sie mit einem Lächeln. Und wenn ich Fehler mache, versuchen sie, das zu tolerieren. Was mir in Deutschland nicht gefällt? Schwer zu sagen, vielleicht die Kälte, diese grausige Kälte.

War es schwer für Sie, mit den Menschen in Berlin Kontakt zu bekommen?
Ich habe viele deutsche Freunde. Wir treffen uns oft und gehen dann in die besten indischen Restaurants in Berlin oder auch in deutsche Restaurants. Wir machen Partys und treffen uns privat. Mir gefällt Berlin. Meine Frau und ich, wir bummeln oft durch die Stadt und genießen das Großstadtleben und die Kultur. Potsdamer Platz, Zoologischer Garten - es ist ein großartiger Ort, und man kann vieles besichtigen.

Zum Schluss noch: Ihre Pläne für die Zukunft?

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Ich bin jetzt seit 5 Jahren hier. Da wäre es gut, mal etwas anderes zu sehen. Das wäre aber auch der einzige Grund, warum ich woanders hin wechseln würde. Denn Berlin ist eine großartige Stadt, und für mich ist es ein Geschenk, hier am Max-Planck-Institut zu sein. Es wäre also kein Wunder, wenn ich mein Leben in Deutschland verbringe.

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