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Wirtschaft

Dow Jones erstmals über 20.000 Punkten

Rekorde überall: Aktienindizes in den USA und Deutschland nehmen neue Höchstmarken. Treiber für die gute Stimmung ist die wirtschaftsfreundliche Politik des neuen US-Präsidenten. Auch Asiens Börsen im Plus.

Der wichtigste US-Börsenindex Dow Jones Industrial war am Mittwoch erstmals in seiner Geschichte über die historische Marke von 20.000 Punkten gestiegen. Gleich nach der Eröffnung hatte der Leitindex die runde Marke hinter sich gelassen. Rückenwind lieferten die Fahrt aufnehmende Berichtssaison sowie die Hoffnung auf eine unter dem neuen US-Präsidenten Donald Trump anziehende US-Konjunktur.

Die Börsen in Asien folgten dem Aufwärtstrend aus New York. In Tokio legte der Nikkei-Index zum Handelsschluss um 1,8 Prozent zu, auch der Hang Seng-Index der Hongkonger Börse war über ein Prozent im Plus, ähnlich die Richtung in Südkorea.   

Angetrieben vom Dow hatte der Dax am Mittwoch wieder die Marke von 11.800 Punkten übersprungen und den höchsten Stand seit Mai 2015 erklommen. Der MDax der mittelgroßen Werte erreichte sogar ein Rekordhoch. Selbst der überraschend schwächer ausgefallene Ifo-Geschäftsklimaindex konnte die Stimmung am deutschen Aktienmarkt nicht trüben.

"US-Aktien stehen vor dem Durchbruch", sagte Marktexperte Neil Wilson von ETX Capital. Die Furcht vor Protektionismus unter dem neuen US-Präsidenten sei zurzeit dem Optimismus mit Blick auf Inflation und Wachstum gewichen. Die Zweifel über die politische Durchschlagskraft von Donald Trump hätten nachgelassen, weil es klare Anzeichen gebe, dass der neue US-Präsident wirklich zum Handeln bereit sei.

Nach dem Kippen des transpazifischen Freihandelsabkommens TPP und der Reaktivierung von umstrittenen Öl-Pipeline-Projekten will er nun auch ernst machen mit dem Mauerbau an der mexikanischen Grenze. Das Erreichen der Marke von 20.000 Zählern sei psychologisch von großer Bedeutung und zeige, dass die "große Rotation" von Anleihen in Aktien nun tatsächlich laufe, so Experte Wilson.

Positive Unternehmenszahlen

Zudem erhielt der Markt zunehmend mehr Unterstützung durch die Berichtssaison, die in den vergangenen Tagen richtig Fahrt aufgenommen hat. Die Kurstendenzen nach den über Nacht vorgelegten Zwischenberichten fielen zur Wochenmitte überwiegend positiv aus. Mit dem Luft- und Raumfahrtkonzern Boeing stützte ein echtes Schwergewicht den Leitindex. 

Die Hoffnung auf einen Aufschwung unter Trump ist vor allem bei kleinen Unternehmen groß: Das Barometer für deren Zuversicht kletterte im Dezember auf den höchsten Stand seit zwölf Jahren, wie die National Federation of Independent Business bei ihrer monatlichen Umfrage unter Mitgliedsfirmen ermittelte. Unmittelbar nach dem Wahlsieg Trumps im November war das Barometer bereits so kräftig gestiegen wie seit 1980 nicht mehr. Die Firmenchefs hoffen, von Deregulierungen und einer Senkung der Unternehmenssteuern zu profitieren. Allerdings könnten der starke Dollar und der Trumpsche Protektionismus den US-Wirtschaftsaufschwung bremsen.

Barometer mit langer Geschichte

Der Dow Jones Industrial Average gehört zu den meistbeachteten Börsenindizes weltweit. Der Leitindex der USA blickt auf eine lange Historie zurück: Charles Henry Dow und Edward D. Jones schufen ihn im Jahr 1884, um die Kurstendenz an der Wall Street mit einer Auswahl von 30 Großunternehmen messbar zu machen. Anfang des vergangenen Jahrhunderts noch bei knapp 100 Punkten stehend, setzte er kurz vor der Jahrtausendwende einen Meilenstein, als er erstmals die 10 000 Punkte überwand. Am 25. Januar 2017 gelang dem Index schließlich der Sprung über die zuvor noch nie erreichten 20 000 Punkte. Bei der Zusammensetzung wird neben der Marktkapitalisierung auch viel Wert auf Kontinuität gelegt. Als ältestes heutiges Mitglied ist der Mischkonzern General Electric (GE) seit 1907 im Index gelistet. Jüngster Aufsteiger ist seit 2015 die Apple-Aktie.

hb/zdh/ge (dpa,boerse.ARD.de)

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