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Filme

Douglas Sirk: Meister des Melodramas

Wie kein anderer steht Sirk für das Melodrama im Kino. Der in Deutschland geborene Regisseur wurde in den 1950er Jahren in Hollywood mit Filmen wie "Was der Himmel erlaubt" und "Wunderbare Macht" berühmt.

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Douglas Sirk und Autor Erich Maria Remarque im Gespräch

Er war der ungekrönte König des Melodramas. Sirks Filme aus den 1950er Jahren gelten heute als Meisterwerke des Genres. Das war nicht immer so. Als Sirk sich 1959 vom Regiesessel zurückzog, geriet der in Hamburg als Kind dänischer Eltern geborene Detlef Sierck zunächst in Vergessenheit oder wurde als Kitsch-Filmer abgetan. Erst Rainer Werner Fassbinder und die Regisseure der französischen Nouvelle Vague entdeckten die Meisterschaft von Sirks Filmen auch für spätere Kinogenerationen wieder. Sie sorgten dafür, dass der Regisseur heute einen festen Platz in der Filmhistorie inne hat.

Zwischen Kitsch und Kunst

Fassbinder zählte Sirks überbordende Melodramen zu seinen Lieblingsfilmen. Für Sirk konnten die Gefühle der Menschen auf der Leinwand nicht groß genug sein - und genau das schätzte Fassbinder an Sirk, der das "Schlachtfeld der Gefühle" auf der Leinwand meisterhaft zu inszenieren wusste. Man muss sich als Zuschauer allerdings unbedingt auf die Filme einlassen. Manche Handlungsstränge explodieren schier vor Gefühlsverkettungen, so dass moderne Fernsehsoaps von heute im Vergleich wie strenge Literaturverfilmungen wirken. Doch der Faszination von Sirks Melodramen kann man sich nicht entziehen.

"Magnificent Obsession" (Die wunderbare Macht - 1954)

Cover der DVD Wunderbare Macht

Ein Paradebeispiel für Sirks filmische Kunst: eine nicht mehr zu überbietende Soap-Handlung um Krankheit und Liebe wird unter Sirks Regie zu einem faszinierenden und ungemein dichten Liebesfilm. "In 'Magnificent Obsession' lassen sich die Konstellationen der griechischen Tragödie finden. Ein Supermelodrama, bei dem vier Taschentücher vollgeweint werden." (Sirk-Biografin Elisabeth Läufer)

"All That Heaven Allows" (Was der Himmel erlaubt - 1955)

Cover der DVD Was der Himmel erlaubt

Wieder brachte Sirk das von ihm entdeckte neue Traumpaar Hollywoods Jane Wyman und Rock Hudson zusammen. Diesmal geht es um Liebe, die sich über soziale und gesellschaftliche Grenzen hinwegsetzt. Der Film ist auch ein Beispiel für Sirks intellektuelle Bildung, die in seinen Filmen freilich niemals auftrumpfend serviert wird. Die Geschichte "handelt vom Widerspruch zwischen Henry David Thoreaus modifiziertem Rousseauismus und der real existierenden amerikanischen Gesellschaft." (Douglas Sirk)

"A Time to Love and a Time to Die" (Zeit zu leben und Zeit zu sterben - 1958)

Cover der DVD Zeit zu Leben und Zeit zu Sterben

Einer von Sirks persönlichsten Filmen. Die Story nach dem Roman von Erich Maria Remarque erzählt von den Erlebnissen eines jungen deutschen Soldaten an der Ostfront während des zweiten Weltkriegs. Beeinflusst wurde der Film auch von Sirks eigenem Schicksal. Seinen einzigen Sohn Klaus Detlef aus erster Ehe hatte Sirk nicht mehr sehen dürfen, nachdem er seine spätere Frau, die jüdische Schauspielerin Hilde Jary, kennengelernt hatte. 1944 fiel Klaus Detlef Sierck an der russischen Front.

"Imitation of Life" (Solange es Menschen gibt - 1959)

Cover der DVD Solange es Menschen gibt

Sirks letzter Hollywoodfilm ist wieder ein starkes Melodrama, in dem es diesmal auch um die Rassenproblematik in den USA geht: "Der Film ist ein Stück Gesellschaftskritik – an beiden: Weiß wie Schwarz. Man kann dem, was man ist, nicht entkommen. 'Imitation of Life' ist ein Film über die Lage der Schwarzen vor der Zeit des Slogans 'Black is beautiful'." (Douglas Sirk)

Die genannten Filme von Douglas Sirk sind beim Anbieter Carol Media erschienen. Dort liegt außerdem noch der Western "Taza, Son of Cochise" (Taza, der Sohn des Cochise 1954) vor.

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