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Sport

DOSB will Spitzensport reformieren

Die Spitzensportreform ist auf der Mitgliederversammlung des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) mit überwältigender Mehrheit verabschiedet worden. Das Konzept war lange hoch umstritten.

Die Mitglieder des Deutschen Olympischen Sportbundes haben auf der 13. DOSB-Vollversammlung der umstrittenen Spitzensportrefrom mit großer Mehrheit zugestimmt. Für das lange Zeit umstrittene Konzept sprachen sich 433 der 439 anwesenden Mitglieder aus. Es gab fünf Enthaltungen sowie eine Gegenstimme durch die Deutsche Olympische Gesellschaft (DOG).

Durch die Reform soll das System künftig auf Erfolg ausgerichtet werden. Durch ein Potenzialanalysesystem (POTAS) werden Sportler und Disziplinen zukünftig in drei Cluster eingeteilt und nach ihren Erfolgsaussichten in den nächsten vier bis acht Jahren bewertet.

Noch bleibt vieles unklar    

Die Reform war von DOSB und Bundesinnenministerium in jahrelanger Vorarbeit entwickelt worden. Das Konzept sieht im Grundsatz vor, dass aussichtsreiche Verbände und Disziplinen mehr, eher perspektivlose weniger Geld erhalten.

Da viele Punkte der Reform im Detail noch ebenso unklar sind wie deren Finanzierung, enthält der Beschlussvorschlag Einschränkungen: Das Konzept mache "zugleich deutlich, dass es einer Fortschreibung der Inhalte sowie einer Weiterentwicklung und Spezifizierung der Maßnahmen bedarf", heißt es in dem Beschluss. 2017 und 2018 sollen "Übergangsjahre" zur Einführung der Reform sein.

Deutschland DOSB-Präsident Alfons Hörmann (DOSB-PK) (picture-alliance/dpa/C. Schmidt)

DOSB-Präsident Alfons Hörmann

"Jetzt geht's los!"

Aufbruchstimmung kam dennoch nicht wirklich auf - was auch an Alfons Hörmann lag. Der Präsident, im vergangenen Jahr bei der Vollversammlung in Hannover noch stürmisch gefeiert, erhielt für seine wenig überzeugende Rede nur spärlichen Applaus. Nach zahlreichen Unstimmigkeiten in den vergangenen Wochen und einer Schlammschlacht mit dem Tischtennis-Funktionär Thomas Weikert vermied Hörmann ein persönliches Wort des Bedauerns oder eine Entschuldigung. Im Gegenteil forderte Hörmann die Mitglieder auf, "eine Fehlerkultur zuzulassen".

Hörmann sagte, er blicke weiteren Wochen und Monaten mit kontroversen Diskussionen entgegen. Auch, weil die Spitzensportreform noch in den Kinderschuhen steckt: "Wir sind an einem Punkt, an dem die Konturen des Konzepts ganz klar sind. Die Leitplanken sind gesetzt. Die Details werden wir im Einzelfall festlegen. Wichtig ist: Wir sind nicht am Ziel angekommen, sondern erst am Start. Es geht jetzt los!"

"Fair und sauber"

Bundesinnenminister Thomas de Maizière stellte dem Sport dazu mehr Geld in Aussicht. "Wenn das Konzept fertig ist, werde ich mich dafür einsetzen, dass der Sportetat substanziell und dauerhaft erhöht wird, damit die Reform erfolgreich sein wird", sagte de Maizière in einer Videobotschaft.

Der Minister ließ sich in Magdeburg von seinem Staatssekretär Hans-Georg Engelke vertreten, weil er bei der Beerdigung des ehemaligen Bundestags-Vizepräsidenten Peter Hintze in Bad Honnef weilte.

"Diese Reform war ein hartes Stück Arbeit. Es hat manchmal geknirscht, aber ich denke, das Ergebnis kann sich sehen lassen", sagte de Maizière. Der CDU-Politiker betonte: "Es geht darum, erfolgreich zu sein, aber fair und sauber."

Gespräche über eine Basisförderung

In der Umsetzung kündigte de Maizière "Transparenz, keine Willkür" an. Er hob hervor, dass bei aller Erfolgsorientierung auch Verbände mit wenig Potenzial nicht leer ausgehen sollen: "Wir sind in Gesprächen über eine Basisförderung."

Kritik an dem viel diskutierten Potenzialanalysesystem POTAS zerstreute Staatssekretär Engelke: "Es sind immer die Menschen, die die Entscheidungen treffen werden." Das gesamte Fördersystem solle "auf Athleten und Trainer" ausgerichtet werden. Konkrete Zusagen, wer welche Mittel erhalten werde, machten weder de Maizière noch Engelke. "Gebt uns eine berechenbare Grundlage, damit wir das nachvollziehen können. Wir sind dem Steuerzahler verpflichtet", sagte Engelke.

 

dk/kd (dpa/SID)

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