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Sport

DOSB-Präsidium berät über Olympiabewerber

Berlin oder Hamburg? Acht Mitglieder des DOSB-Präsidiums stellen die entscheidende Weiche, welche der beiden deutschen Metropolen sich um die Ausrichtung der Olympischen und Paralympischen Spiele 2024 bewerben soll.

"Wir gehen völlig ergebnisoffen in den Tag", sagte Alfons Hörmann, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) im ZDF-Morgenmagazin. Es stünden zwei hervorragende Konzepte zur Auswahl. Für Berlin, so Hörmann, spreche "selbstverständlich als ein gewichtiges Argument" der Hauptstadtbonus. "Dagegen hat Hamburg ein faszinierendes Konzept im Sinne der Entwicklung für die Zukunft präsentiert." Vertreter der beiden Kandidatenstädte gaben sich optimistisch. "Ich bin enorm überzeugt von dem, was wir hier vorgestellt haben", sagte Berlins Sportsenator Frank Henkel (CDU). Ähnlich äußerte sich Hamburgs Sportsenator Michael Neumann (SPD) und fügte hinzu: "Wir wollen grandiose, aber keine gigantischen Spiele."

Acht Personen entscheiden

Schüler bilden Olympische Ringe vor dem Brandenburger Tor in Berlin nach. Foto: dpa-pa

Olympia in Berlin?

Das DOSB-Präsidium tagt in der Zentrale des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) in Frankfurt am Main. Nur acht der zehn Mitglieder des höchsten DOSB-Gremiums werden abstimmen. DOSB-Vizepräsidentin Gudrun Doll-Tepper, die in Berlin lebt, sieht sich als befangen und verzichtet deshalb auf ihr Votum. Thomas Bach gehört zwar formell immer noch zum DOSB-Präsidium, lässt seine Mitgliedschaft aber ruhen, seitdem er Präsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC) und damit höchster Funktionär der Olympischen Bewegung ist.

Den Spitzenvertretern des DOSB liegt das bisher geheim gehaltene Votum von 32 Spitzenverbänden des deutschen Sports vor, die sich am Sonntagabend für einen der beiden Bewerber entschieden hatten. Wie zuvor den Verbänden präsentierten Hamburg und Berlin auch dem Präsidium noch einmal ihre Konzepte für die Olympischen und Paralympischen Spiele. Zudem ließen sich die Präsidiumsmitglieder von 43 Experten aus verschiedenen gesellschaftlichen Bereichen beraten.

Computer-Animation des geplanten Olympiastadions in Hamburg. Foto: dpa-pa

Computer-Animation des geplanten Olympiastadions in Hamburg

Fiasko wie in München verhindern

Für 19 Uhr MEZ ist eine Pressekonferenz angesetzt, bei der das DOSB-Präsidium seine Empfehlung für eine der beiden Städte bekanntgeben will. Am kommenden Samstag wird eine außerordentliche Mitgliederversammlung des DOSB in der Frankfurter Paulskirche mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit diesen Vorschlag abnicken. Am 15. September wollen der DOSB und die Bewerberstadt dann die Kandidatur beim IOC anmelden. Zuvor soll es noch einen Bürgerentscheid in der möglichen Olympiastadt geben.

Ein Fiasko wie 2013 in München will der DOSB um jeden Preis verhindern. Dort hatte die Bevölkerung die Olympiabewerbung für die Winterspiele 2022 gekippt. Bei einer Umfrage des Meinungsforschungsinstituts Forsa hatten sich zuletzt 64 Prozent der Hamburger für Olympia ausgesprochen, in Berlin waren 55 Prozent für Olympische Spiele in der Stadt. Die Unterstützung der Bevölkerung ist eines von zehn Hauptkriterien, die zugunsten von Berlin oder Hamburg entscheiden sollen. Dazu gehören auch die Fragen, wie schlüssig das Gesamtkonzept ist und wie teuer, umweltverträglich und nachhaltig Olympische Spiele in der Stadt sein würden.

Namhafte Konkurrenz

Schon jetzt steht fest, dass der deutsche Bewerber um die Sommerspiele 2024 starke Konkurrenten haben wird. Die US-Stadt Boston und die italienische Hauptstadt Rom haben bereits offiziell ihren Hut in den Ring geworfen. Erwartet wird, dass sich auch die französische Hauptstadt Paris bewirbt. Als weitere mögliche Kandidaten gelten Budapest, Istanbul, Doha, Baku und eine Stadt in Australien.

sn/ck (sid,dpa)

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