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Sport

DOSB feiert kleines Jubiläum

Am 20. Mai 2006 fusionierten in Frankfurt am Main das Nationale Olympische Komitee (NOK) und der Deutsche Sportbund (DSB) zum Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB).

Breitensportveranstaltung des Deutschen Olympischen Sportbunds (Foto: DOSB)

Auch im Breitensport engagiert

Es sind die Ideale eines Pierre de Coubertin, die der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) weiter verfolgt. Das, was der französische Pädagoge und Begründer der Olympischen Spiele der Neuzeit vor über 100 Jahren formulierte, ist letztlich die Grundintention des DOSB. Für de Coubertin war sportliche Betätigung die beste Möglichkeit, Schüler und Jugendliche durch Reduzierung der geistigen Überlastung zugunsten körperlicher Betätigung zu demokratisch gesinnten Bürgern zu erziehen.

Für den Präsidenten des DOSB, Thomas Bach, ist "der Sport in der Schule und im Verein eine hervorragende demokratische Erziehung. Er ist nicht nur Bewegungserziehung, sondern auch soziale Erziehung. Er ist deswegen unheimlich wichtig". Sport ist also damals wie heute eine Grundlage der Gesellschaft und zugleich ein Beitrag zur Völkerverständigung.

Deutschlands größte Bürgerbewegung

Unter dem Dach des DOSB haben sich 16 Landessportbünde, 60 Spitzen- sowie 20 Sportverbände mit besonderen Aufgaben zusammengeschlossen. Dabei sorgen über 27,5 Millionen Mitglieder und fast neun Millionen ehrenamtlich Engagierte in mehr als 91 000 Sportvereinen dafür, dass Deutschland sich bewegt – körperlich und geistig. Ohne all die Freiweilligen würde das Konzept nicht aufgehen. Nicht umsonst ist das Ehrenamt für den Generaldirektor des DOSB, Michael Vesper, deshalb "eines der wertvollsten sozialen Güter, das der organisierte Sport in das gesellschaftliche Leben einbringen kann und einbringt".

Absolventen des Deutschen Sportabzeichens in Bonn (Foto: DW)

Absolventen des Deutschen Sportabzeichens

Von der Breite in die Spitze – das ist im günstigsten Fall der optimale Karriereverlauf eines Sportlers. Die Grundausbildung im Verein, der Feinschliff in einem der zahlreichen Leistungszentren des DOSB und irgendwann vielleicht eine olympische Medaille. So prestigeträchtig der Spitzensport natürlich ist, die gesamtgesellschaftliche Verantwortung liegt im Breitensport. Umgesetzt wird dies durch Programme wie das "Deutsche Sportabzeichen" oder "Richtig fit ab 50". Aber auch eine Kampagne wie "Integration durch Sport" liegt dem Präsidenten Thomas Bach sehr am Herzen, denn "Sport ist gelebte Integration. Gerade im Sport gehen Menschen vorurteilsfrei aufeinander zu, lernen sich kennen und verstehen".

Ohnehin wird sich vor allem im Bereich des Breitensports in den nächsten Jahren zeigen, ob sich die Fusion von DSB und NOK gelohnt hat. Was die Förderung der Elite betrifft, so besteht an den positiven Auswirkungen der Verschmelzung kaum ein Zweifel.

Die Finanzierung des Breitensports aber ist eine der größten Hürden, die der DOSB in naher Zukunft zu nehmen hat. Je nach Reformierung des Glücksspielstaatsvertrages drohen rückläufige oder gänzlich wegbrechende Einnahmen – in diesem Bereich wird Thomas Bach besonders gefordert sein.

Der Mann an der Spitze

Thomas Bach, Präsident des Deutschen Olympischen Sportbundes (Foto: picture-alliance)

DOSB-Präsident Thomas Bach

Seit der Gründung im Mai 2006 ist Bach ehrenamtlicher Präsident des DOSB – parallel dazu auch Vizepräsident des Internationalen Olympischen Komitees (IOC). Der ehemalige Fechtolympiasieger befindet sich mittlerweile in seiner zweiten Amtszeit. Sein Wirken war und ist allerdings nicht immer unumstritten. Die Stärken Bachs liegen sicherlich in einem großen Netzwerk – der 57jährige verfügt über beste Kontakte zu den Mächtigen im Sport, in der Politik und Industrie. Diese sorgten jedoch 2008 auch für reichlich Kritik, als bekannt wurde, dass Bach einen unverhältnismäßig hoch dotierten Beratervertrag mit der Firma Siemens habe. Der Wirtschaftsjurist betonte aber, dass er Ehrenämter und berufliches Interesse stets strikt trennen würde.

Diskussionen löste auch seine Position im Anti-Doping-Kampf aus. Schärfere Gesetze, die unter anderem eine strafrechtliche Verfolgung von Dopingsündern vorsahen, lehnte Bach ab. In seinen Augen waren und sind die bestehenden internationalen Regelungen ausreichend sind. Für seine Kritiker ein eindeutiges Zeichen dafür, dass er letztlich nichts unternehme, was seine Chancen für eine erfolgreiche Kandidatur als IOC-Präsident gefährde. Thomas Bach gilt als Favorit auf die Nachfolge des aktuellen Amtsinhabers Jacques Rogge im Jahr 2013.

Das große Ziel: Olympia 2018

DOSB-Präsident Bach (v.l.) Katarina Witt, Vorsitzende des Kuratoriums der Bewerbungsgesellschaft München 2018, Christian Ude (SPD), Oberbürgermeister von München, Thomas Schmid (Christlich Soziales Bündnis, CSB), Erster Bürgermeister von Garmisch-Partenkirchen. , Georg Grabner (CSU), Landrat Berchtesgadener Land, posieren (10.01.11) in München anlässlich der Präsentation des sogenannten Bid Books, mit dem sich München für die Olympischen Winterspiele 2018 bewirbt. (Foto: dapd)

Werben für Olympia

Kurzfristig verfolgt Bach jedoch ein ganz anderes Ziel: ganz oben auf der Agenda des DOSB stehen momentan die Olympischen Winterspiele 2018. Die sollen im günstigsten Fall in München stattfinden. Am 6. Juli entscheidet das IOC auf seiner 123. Vollversammlung im südafrikanischen Durban über den Austragungsort. Konkurrenten sind das südkoreanische Pyeongchang und die französische Stadt Annecy. Trotz einiger interner Querelen und Bürgerprotesten ist sich die Frontfrau der Bewerbung und ehemalige Eiskunstläuferin Katharina Witt sicher, dass München am Ende den Zuschlag erhalten wird: "Ich denke, das ist eine Bewerbung, die einfach rundum der olympischen Bewegung auch einen unglaublichen Schub mitgeben kann".

Jener olympischen Bewegung, der Pierre de Coubertin vor über 100 Jahren den modernen Anschub gegeben hat und die der Deutsche Olympische Sportbund nun seit fünf Jahren weiterführt.

Autor: Torsten Ahles
Redaktion: Wolfgang van Kann

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