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11. Spieltag - Samstagsspiele

Dortmund zieht Bayern München den Zahn

In einem intensiven und hochklassigen Spitzenspiel setzt sich Borussia Dortmund gegen den FC Bayern durch. Der FCB verliert dadurch die Tabellenführung. Ein Drama gibt es beim Derby zwischen Mönchengladbach und Köln.

Bissigkeit, Aggressivität und Laufstärke - mit diesen Tugenden hat Borussia Dortmund den FC Bayern München in Schach gehalten und durfte sich über einen 1:0 (1:0)-Erfolg freuen. Vor allem Rückkehrer Mario Götze brillierte und setzte besonders in der Anfangsphase die Glanzlichter. Das erste führte nach 11 Minuten direkt zur Dortmunder Führung. Durch die Beine von Ex-BVB-Verteidiger Mats Hummels hindurch bediente Götze Pierre-Emerick Aubameyang, der im Fünf-Meter-Raum sein langes Bein ausfuhr und den Ball zum 1:0 über die Torlinie spitzelte.

Wenig wäre fast das zweite Dortmunder Tor gefallen. André Schürrle nahm den Ball im Strafraum volley, drosch ihn jedoch direkt in die Arme von Bayern-Keeper Manuel Neuer (20. Minute). In der Bayern-Offensive lief zunächst nicht sehr viel zusammen. Robert Lewandowski bemüht sich zwar, der Pole war aber nach einem Kopfballduell in der Anfangsphase leicht umgeknickt und humpelte einige Minuten lang. Gegen Ende der ersten Halbzeit befreiten sich die Bayern dann immer mehr vom Dortmunder Druck, ohne aber zwingende Torchancen herauszuspielen.

Alonso an die Latte, Neuer gegen Aubameyang

Nach der Pause drehte Dortmund wieder auf: Aubameyang vergab direkt nach Wiederanpfiff eine Riesenchance, sein Schuss wurde von Jerome Boateng noch geblockt (46.). Kurz danach strich ein Kopfball von Aubameyang nur knapp über die Querlatte (49.). Die Bayern waren nun wieder wach und übernahmen die Initiative. In der 55. Minute jubelten die Gäste sogar - allerdings nur kurz. Franck Ribery hatte bei seinem schönen Hackentor nach Pass von Thomas Müller im Abseits gestanden. Dann schepperte es: Ein Fernschuss von Xabi Alonso klatschte an die Latte (61.). BVB-Torhüter Roman Bürki war da nicht auf Ballhöhe gewesen und zeigte überhaupt keine Reaktion.

Bundesliga | Borussia Dortmund - Bayern München (Reuters/K. Pfaffenbach)

Mats Hummels (r.) hatte alle Hände voll zu tun, die Dortmunder Stürmer zu stoppen

Dann brannte es wieder auf der anderen Seite: Nach einem Fehlpass von Alonso schnappte sich Aubameyang den Ball, lief alleine auf Neuer zu und schoss in Richtung langes Eck. Doch der deutsche Nationaltorhüter reagierte blitzschnell und wehrte den Ball im Stile eines Volleyballspielers zur Ecke ab (71.). Torszenen gab es anschließend kaum noch, stattdessen schubste man sich ein wenig herum. Der Grund: Als BVB-Kapitän Marcel Schmelzer verletzt am Boden saß, spielten die Bayern einfach weiter, statt den Ball ins Aus zu schießen. Als sich die Dortmunder beschwerten, regte das Ribery derart auf, dass es zu einer Rudelbildung kam. Der gute und souveräne Schiedsrichter Tobias Stieler beruhigte die Gemüter aber schnell wieder. Mit hohem Einsatz und auch weil den Bayern nach vorne nicht viel einfiel, brachte der BVB den Sieg letztlich über die Zeit. Für die Münchener war es die erste Bundesliga-Niederlage unter Trainer Carlo Ancelotti.

"Wir haben uns heute wahnsinnig gefreut, weil wir unglaublich arbeiten mussten und phasenweise sehr gelitten haben", fasste Dortmunds Trainer Thomas Tuchel das Spiel zusammen. "Aber wenn wir eines hatten, hatten wir Herz, Leidenschaft, Disziplin, und wir hatten großen Chancen. Deshalb haben wir nicht unverdient gewonnen."

Köln gewinnt das rheinische Derby

Fünf Spiele lang hatten die Mönchengladbacher in der Bundesliga nicht getroffen, nun platzte ausgerechnet beim Derby gegen den 1. FC Köln der Knoten - allerdings ohne Happy End für die Borussia. Beim Abpfiff hieß es aus Gladbacher Sicht 1:2 (1:0). Dabei wähnten sich die Hausherren lange Zeit auf der Siegerstraße. Die Borussen-Führung fiel nach einer guten halben Stunde: Lars Stindl schloss per Direktschuss aus fünf Metern zum 1:0 ab (32.). Ein verdientes Tor, denn auch zuvor hatten die Gladbacher mehr vom Spiel und durch Thorgan Hazard eine sehr gute Chance. Kurz vor der Pause traf zudem Ibrahima Traore mit einem angeschnittenen Freistoß die Querlatte (42.).

Deutschland Bundesliga Gladbach gegen Köln (Reuters/T. Schmuelgen )

Glückliche Gesichter beim FC: Trotz Rückstand entführen die Kölner drei Punkte aus Mönchengladbach

Auch nach dem Seitenwechsel verpasste die Borussia die Chance, das Ergebnis klarer zu gestalten. Ein Schuss von Hazard nach einem Konter ging nur Zentimeter daneben (50.). Der nächste Treffer fiel stattdessen dann auf der anderen Seite: In seinem 100. Bundesligaspiel traf Anthony Modeste per Kopf zum 1:1 (59.). Der Franzose wurde bei seinem 12. Saisontreffer von Gladbachs Verteidiger Jannik Vestergaard aus kürzester Distanz angeköpft und der Ball sprang von Modestes Stirn unhaltbar ins Tor. Und damit nicht genug: Statt eine ihrer Konterchancen zu nutzen, kassierten die Gladbacher ein spätes Gegentor: 

In der Nachspielzeit wurde ein indirekter Freistoß aus 34 Metern von Marcel Risse immer länger, senkte sich gefährlich und schlug hinter Torwart Yann Sommer zum 2:1 im oberen rechten Winkel ein (90.+1) - die Entscheidung. "Es war ein schweres Spiel gegen eine Mannschaft, die gezeigt hat, was sie für Qualität hat", sagte Kölns Trainer Peter Stöger. "Wir haben alles abgerufen, was man vom 1. FC Köln verlangen kann. Das Spiel mit so einem Sonntagsschuss zu gewinnen, ist für uns außergewöhnlich."

Schalke erkämpft Sieg in Wolfsburg

Derweil geht die Schalker Erfolgsserie weiter. Der 1:0 (0:0)-Auswärtserfolg des FC Schalke beim VfL Wolfsburg war das zehnte Pflichtspiel ohne Niederlage. Dabei war Wolfsburg anfangs besser, hatte mehr Ballbesitz und spielte direkter nach vorne. Die Schalker kamen erst mit einiger Verspätung zu Möglichkeiten. Die beste hatte Max Meyer kurz vor der Pause, doch er zielte knapp neben das Tor (45.+1).

Fußball Bundesliga VfL Wolfsburg - FC Schalke 04 (picture alliance/dpa/P. Steffen)

Leon Goretzka trifft spät zum 1:0

Nach dem Seitenwechsel war Schalke näher dran am Sieg, hatte aber zweimal Pech: Zunächst blieb ein Foul von Luiz Gustavo im Strafraum ungeahndet. Der Brasilianer zog den einschussbereiten Benedikt Höwedes am Arm zu Boden (61.). Dann war Alessandro Schöpf alleine durch, scheiterte aber am Knie von VfL-Torwart Diego Benaglio (71.). Schließlich war es Leon Goretzka, der die Schalker erlöste. Der Direktschuss des Nationalspielers aus 13 Metern setzte so auf, dass Benaglio keine Chance hatte (82.). "Das war ein hartes Stück Arbeit", sagte Schalkes Manager Christian Heidel nach dem Abpfiff. "Ich glaube aber, dass es verdient war."

Mainz macht es spannend

Über einen Heimsieg durfte sich der FSV Mainz 05 freuen, der sich mit 4:2 (2:0) gegen den SC Freiburg durchsetzte - allerdings war es glücklicher Erfolg gegen tapfer kämpfende Gäste. Zunächst lief alles für Mainz: Nach einem Eckstoß stand FSV-Kapitän Niko Bungert völlig frei und hatte keine Mühe, den Ball per Kopfballaufsetzer im Freiburger Tor zu versenken (15.). Kurz danach erhöhte Yunus Malli per Strafstoß auf 2:0 (20.). Zuvor hatte SC-Verteidiger Caglar Söyüncü FSV-Angreifer Jhon Cordoba im Strafraum zu Fall gebracht.

Trotz des Rückstands steckten die Freiburger nicht auf und belohnten sich: In der 67. Minute gelang Vincenzo Grifo mit einem schönen Heber der 1:2-Anschlusstreffer. Der Kopfballtreffer von Stefan Bell nach einem Eckball zum 3:1 für Mainz unterbrach die Freiburger Aufholjagd ein wenig, war aber noch nicht die Entscheidung (82.). Denn nach einem Patzer von FSV-Torhüter Jonas Lössl staubte Nils Petersen zum 3:2 ab (85.). Erst mit dem 4:2 der Mainzer durch Karim Onisiwo war das Spiel entschieden (90.+5).

Walpurgis feiert Premieren-Sieg

Bei seiner Premiere durfte sich der neue FCI-Trainer Maik Walpurgis direkt über drei Punkte freuen. Mit 1:0 (0:0) setzten sich die Ingolstädter beim SV Darmstadt 98 durch.

Bundesliga | Darmstadt 98 - FC Ingolstadt 04 (picture-alliance/dpa/U. Anspach)

Maik Walpurgis durfte in Darmstadt jubeln

Allerdings musste Walpurgis lange warten, bis es von seiner Mannschaft etwas Beklatschenswertes zu sehen gab. Dafür war es dann umso schöner: Mit einem sauberen Volleyschuss von der Strafraumgrenze erzielte Moritz Hartmann das einzige Tor des Spiels (68.). Zuvor war ein Lattentreffer von Darmstadts Änis Ben-Hatira per direktem Freistoß das Highlight des insgesamt schwachen Spiels (13.). Allerdings hätten die "Lilien" statt eines Freistoßes eigentlich einen Elfmeter bekommen müssen, da das Foul innerhalb des Strafraums passiert war. "Wir hatten heute das nötige Match-Glück, das hat wohl den Ausschlag gegeben", resümierte der 43 Jahre alte Walpurgis anschließend, der bislang nur über Drittliga-Erfahrung als Chefcoach verfügte

Keine Tore gab es in der Partie zwischen dem FC Augsburg und Hertha BSC. Die Berliner bleiben mit dem Remis zwar weiter in der Spitzengruppe, warten aber seit fünf Spielen auf den zweiten Auswärtssieg der Saison. Die ersatzgeschwächten Augsburger blieben im dritten Heimspiel nacheinander ohne Dreier.  

Leipzig bezwingt Leverkusen und führt die Tabelle an

Am Freitagabend jubelte RB Leipzig über einen 3:2 (1:2)-Auswärtssieg bei Bayer 04 Leverkusen . Während die Leipziger trotz zweimaligem Rückstand nie aufsteckten, gaben die Leverkusener einen möglichen Heimsieg leichtfertig aus der Hand. Bei 2:1-Führung verschoss Hakan Calhanoglu einen Foulelfmeter (54.). Die Leipziger erzielten in der 80. Minute den 3:2-Siegtreffer und durften sich 22 Stunden später, nach der Niederlage des FC Bayern in Dortmund, über die erste Tabellenführung der Vereinsgeschichte in der Bundesliga freuen.

Abgeschlossen wird der 11. Spieltag am Sonntag mit den Partien TSG Hoffenheim gegen Hamburger SV (15:30 Uhr MEZ) und Werder Bremen gegen Eintracht Frankfurt (17:30 Uhr).

Wenn Sie noch einmal in die Samstagspartien eintauchen möchten, können Sie das Wichtigste hier im DW-Liveticker nachlesen.

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