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Sport

Dortmund und Schalke verspielen Siege

Der Ruhrpott hatte schon zum Jubel angestimmt, doch dann blieb die Party aus: Dortmund und Schalke haben in der Champions League jeweils in den Schlussminuten sicher geglaubte Siege verschenkt.

Als der Schlusspfiff ertönte, rannten die Dortmunder Spieler auf den tschechischen Schiedsrichter Pavlo Kralovec zu, diskutierten, gestikulierten, doch es half nichts. Das Spiel war vorbei. Ein Spiel, das Dortmund weitgehend dominierte und doch nicht gewann. 1:1 (0:0) hieß es am Ende, weil nach Reus’ Führungstreffer Manchester in der Schlussphase einen umstrittenen Handelfmeter erhielt und durch Mario Balotelli auch verwandelte. Die Dortmunder können dennoch zufrieden sein mit dem Auswärtspunkt, weil sie auch auswärts wie eine Heimelf spielten, mit Tempofußball und Chancen am Fließband begeisterten – und dabei in der Abwehr besser standen als noch in der Vorsaison.

Und wieder Balotelli

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Dortmunds Trainer Klopp lobt seine Mannschaft

Manchester City stand nach der knappen Niederlage in Madrid bereits unter Druck und sorgte auch gleich für selbigen vor dem Dortmunder Tor. Doch der BVB hielt dagegen und zeigte eine selbstbewusste Spielweise auf fremden Rasen: In der 12. Minute zielte Mario Götze präzise aufs lange Eck, doch Englands Nationalkeeper Joe Hart lenkte den Ball noch an den Pfosten. Und auch danach hatte Dortmund mehr Torchancen, bot seinen knapp 3000 mitgereisten Fans einiges fürs Geld: Immer wieder leiteten vor allem Reus, Götze und Gündogan sehenswerte Spielzüge ein. Im Sprühregen von Manchester blieben aber auch die himmelblauen Gastgeber gefährlich: Gleich zweimal scheiterte der Argentinier Sergio Agüero freistehend vor dem glänzend aufgelegten Dortmunder Schlussmann Roman Weidenfeller (9. und 27. Minute). Kurz vor der Pause hätte Dortmunds Jungstar Mario Götze allerdings für die Führung sorgen müssen: Mit einer Doppelchance in der 39. Minute scheiterte der deutsche Nationalspieler erneut am blitzschnell reagierenden Keeper Hart und der Latte. Das Spiel blieb ein Auf und Ab, das auf wundersame Weise bis zum Pausenpfiff ohne Tor blieb.

Marco Reus trifft gegen Manchester City (Foto: reuters)

Beinahe wäre er Mann des Abends geworden: Marco Reus brachte den BVB sehenswert in Führung

Götze und Hart setzten ihr Privatduell auch in der zweiten Halbzeit fort: In der 53. Minute drehte der City-Torhüter das Spielgerät gerade noch so um den Pfosten. Kurz darauf war aber selbst Hart machtlos, als Marco Reus Jack Rodwell den Ball ab und danach Maß nahm – zum verdienten 1:0 für den BVB. Allein Joe Hart verhinderte danach eine noch höhere Führung für Dortmund. Während die Borussia das Spiel weiter bestimmte, ließ Manchesters Trainer Roberto Mancini seinen Stürmerstar Mario Balotelli bis zur 80. Minute auf der Bank schmoren. Er war es schließlich, der dem Millionen-Ensemble aus Manchester, in das Klubbesitzer Scheich Mansour bin Zayed al-Nahyan aus Abu Dhabi seit 2008 mehr als eine Milliarde Euro investiert haben soll, vom Elfmeterpunkt doch noch einen Punkt schenkte und zum 1:1-Endstand traf (89.). "Wahrscheinlich haben wir die größeren Chancen gehabt und das als Auswärtsmannschaft", meinte BVB-Coach Jürgen Klopp nach dem Spiel. "Aber auf diese Leistung können wir aufbauen. Das war ein echter Schritt nach vorn." In der Tabelle der Gruppe D liegt Dortmund weiter auf Rang zwei hinter Real Madrid, das sein Spiel bei Ajax Amsterdam klar mit 4:1 (1:0) gewann.

Schalke "zu ängstlich"

Der FC Schalke 04 hat sich selbst um einen Heimsieg gebracht. Gegen den französischen Meister Montpellier HSC reichte es trotz großer Feldüberlegenheit am Ende nur zu einem 2:2 (0:1)-Unentschieden. "Ich denke, wir haben zu ängstlich gespielt", sagte Schalke-Stürmer Klaas-Jan Huntelaar nach dem Abpfiff. "Dann hat auch das Publikum gepfiffen, weil wir nicht nach vorn gespielt haben, das hat Unsicherheit in unser Spiel gebracht." Kapitän Benedikt Höwedes zog ein ähnliches Fazit: "Wir waren die ganze Zeit dominant und haben uns so viele Torchancen herausgespielt. Leider haben wir die Tore nicht gemacht, das war gegen Düsseldorf bitter und heute noch bitterer." Nach dem 2:1-Erfolg in Griechenland bei Olympiakos Piräus zum Auftakt der Gruppenphase steht Schalke nun mit vier Punkten auf Platz zwei, weil sich im Parallelspiel der Gruppe B der FC Arsenal mit 3:1 (1:1) gegen Piräus durchsetzte. Damit führen die Engländer um Nationalspieler Lukas Podolski, der Arsenal zwischenzeitlich mit 2:1 in Führung geschossen hatte, die Gruppe an.

Marco Höger (l.) und Atsuto Uchida of Schalke (r.) im Kampf um den Ball mit Karim Ait-Fana of Montpellier (M.) (Foto: Christof Koepsel/Bongarts/Getty Images)

Ein starker Gegner: Der französische Meister Montpellier HSC machte den Königsblauen das Leben schwer

Nach dem enttäuschenden 2:2 gegen Aufsteiger Fortuna Düsseldorf in der Bundesliga baute Schalke-Coach Huub Stevens seine Elf auf gleich vier Positionen um. Schalke begann verhalten und musste sogar einem Rückstand hinterherlaufen: Karim Aït-Fana erzielte in der 13. Minute mit einem schönen Weitschuss die Führung für die Franzosen. Doch die Schalke-Fans mussten nur weitere 13 Minuten warten, dann kam der geniale Pass von Klaas-Jan Huntelaar auf Julian Draxler. Der behielt die Nerven, umkurvte Torwart Geoffrey Jourdren und schob zum viel umjubelten 1:1-Ausgleich ein (26.). Bis zum Pausenpfiff geschah nicht mehr viel.

Draxler der tragische Held

Doch kurz nach dem Wiederanpfiff brachte erneut Draxler die Hintermannschaft von Montpellier mit einem spektakulären Dribbling so in Bedrängnis, dass er im Strafraum nur durch ein Foul zu stoppen war. Konsequenz: Elfmeter für Schalke, Rote Karte gegen Garry Bocaly und Auswechslung von Draxler, der unglücklich auf sein Handgelenk gefallen war und nicht weiterspielen konnte. Huntelaar trat an und traf zur 2:1-Führung für Schalke (53.).

Danach gab es merkwürdigerweise einen Bruch im Spiel. Schalke war zwar überlegen, erarbeitete sich aber keine klaren Chancen und ließ immer wieder gefährliche Konter zu. Das Publikum in der ausverkauften Schalke-Arena gab sich damit nicht zufrieden und begann trotz der 2:1-Führung seine Spieler auszupfeifen. Kurz vor dem Abpfiff vergab Huntelaar eine 100-prozentige Chance, als er aus elf Metern freistehend neben das Tor schoss. Die Schalke-Fans rauften sich die Haare, als nur eine Minute später auch Ibrahim Afellay leichtfertig in aussichtsreicher Schussposition den Ball verlor. Und das sollte sich rächen: Aus dem Nichts kam Montpellier vor das Tor von Lars Unnerstall. Es war die einzige richtige Torchance des zweiten Durchgangs – und die sollte reichen: In der Nachspielzeit kamen die Franzosen durch den Treffer von Souleymane Camara zum 2:2-Ausgleich.

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