1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Dortmund strauchelt, Bayern hofft

Die Meisterschaft könnte doch noch mal spannend werden. Nach dem 0:1-Ausrutscher von Tabellenführer Borussia Dortmund in Frankfurt hoffen die Verfolger wieder.

Stuttgarts Arthur Boka (li.)und Bayerns Philipp Lahm im Zweikampf (Bild: AP/Michael Probst)

Was war das nur für ein turbulenter, für ein verrückter Spieltag! 35 Tore in den neun Partien. Die Krönung gab´s Sonntagabend (19.12.2010) mit insgesamt acht Toren in Stuttgart. Dort hat der FC Bayern seine Aufholjagd fortgesetzt mit einem 5:3 (3:0)-Sieg beim VfB und ist auf Rang fünf vorgerückt. Es war eine Partie, die von vielen Fehlern auf beiden Seiten geprägt war.

Die Bayern-Profis Franck Ribery und Mario Gomez bejubeln den Treffer zum 3:0 durch Ribery (Bild: AP)

Glücksgefühle in Stuttgart: Die Bayern Profis Ribery (li./1 Tor) und Gomez, der dreimal erfolgreich war

Ausgerechnet der ehemalige Stuttgarter Mario Gomez war dreimal für die Münchener erfolgreich und nahm danach gleich wieder den Titel ins Visier: "Wir schielen auf Dortmund, auf Mainz, auf Leverkusen. Alle, die vor uns sind, sind sehr starke Mannschaften. Man darf sie überhaupt nicht unterschätzen. Aber man sieht, dass diese Saison alles möglich ist. Und wenn wir all unsere Spiele gewinnen, haben wir noch gute Chancen", sagte der Mann, der vor anderthalb Jahren für rund 35 Millionen Euro aus Stuttgart nach Bayern gekommen war und erst in den letzten Monaten seinen Durchbruch geschafft hat. Bruno Labbadia musste bei seinem Trainer-Debüt für die Schwaben erkennen, dass er noch viel zu tun hat, um den Abstieg noch abzuwenden. Stuttgart bleibt nach der Heimniederlage Vorletzter in der Tabelle.

Unentschieden im Verfolgerduell

Leverkusens Manuel Friedrich (re.) und Freiburgs Jan Rosenthal springen zum Ball (Bild: dapd/Jürgen Schwarz)

Schneegestöber in Leverkusen

Die Bayern zogen mit dem Sieg am SC Freiburg vorbei, auch wenn der mit einem 2:2 (1:1) bei Bayer Leverkusen zum Abschluss der Vorrunde nochmal einen Punkt holte. Freiburg hatt sogar bis zur 75. Minute mit 2:1 geführt, aber der eingewechselte Patrick Helmes erzielte den Ausgleich. Dennoch war Freiburgs Trainer Robin Dutt nicht enttäuscht: "Die Mannschaft hat sich durch großen Kampfgeist ausgezeichnet und hat auch immer wieder nach vorne gespielt. Aber der Ausgleich war aufgrund des hohen Drucks von Leverkusen doch verdient. Ich denke, zum Schluss müssen alle mit dem Unentschieden leben. Wir können natürlich sehr gut mit dem Unentschieden leben."

Dortmund ist doch schlagbar!

Tor zum 1:0: Theofanis Gekas (li./ Eintracht Frankfurt) trifft gegen Torwart Roman Weidenfeller (Mi./ Borussia Dortmund) zum 1:0

Gekas (li.) bezwingt die Unbezwingbaren

Unterdessen hat Borussia Dortmund die Hinrunden-Bestmarke von Bayern München verpasst. Durch das 0:1 (0:0) bei Eintracht Frankfurt und der ersten Auswärtspleite der Saison schloss der Herbstmeister die Hinserie mit 43 Punkten ab. Die Bayern hatten vor fünf Jahren einen Punkt mehr gesammelt. "Natürlich ist diese Niederlage bitter, dennoch haben wir eine tolle Hinrunde gespielt", sagte Dortmunds Torwart Roman Weidenfeller. Die beste BVB-Chance in Frankfurt hatte Spielmacher Nuri Sahin, dessen Schuss an die Latte ging. Auf der Gegenseite beschäftigte Toptorjäger Theofanis Gekas immer wieder die Borussen-Defensive. Als fast alle schon mit einem Unentschieden rechneten, schlug der Grieche in der 87. Minute zu und setzte sich mit seinem 14. Treffer alleine an die Spitze der Torschützenliste.

Mainz bleibt dran

Mainz 05 hat seine beeindruckende Hinserie mit einem 4:2 (3:1)-Sieg beim Aufsteiger FC St. Pauli gekrönt. Jung-Nationalspieler André Schürrle mit seinen Saisontreffern acht und neun (11./28. Minute), Adam Szalai (41.) und Marco Caligiuri (83.) sicherten dem FSV einen verdienten Sieg. Matthias Lehmann verkürzte für St. Pauli zwischenzeitlich auf 1:2 (33., Foulelfmeter) bzw. 2:3 (63.). Die Hamburger stecken als 15. weiter in der Abstiegszone fest. "Wir haben ein ganz schlechtes Spiel gemacht, ganz wenige Zweikämpfe gewonnen und viele einfache Fehler gemacht. Dafür ist Mainz zu gut besetzt, um das nicht auszunutzen", sagte St.-Pauli-Trainer Holger Stanislawski.

Hannover 96 verpasste es durch das 1:3 (0:2) beim 1. FC Nürnberg, sich in der Spitzengruppe zu etablieren. Gegen die Niedersachsen, zuvor fünfmal in Serie siegreich, sorgten Steven Cherundolo mit einem Eigentor (28.), Andreas Wolf (31.) und Julian Schieber (82.) für den fünften Heimsieg der Franken. "Die ersten 45 Minuten waren von unserer Seite schwach, wir haben unglaublich viele Fehler gemacht", ärgerte sich 96-Coach Mirko Slomka. Sein Team, für das Sergio Pinto einen Handelfmeter verwandelte (75.), bleibt aber trotz der Pleite auf den internationalen Rängen.

Raul schießt Köln ab

Schalkes Raul (vorne) jubelt mit Schalkes Jefferson Farfan nach seinem Treffer zum 1:0. (Bild: dapd/Sascha Schuermann)

1:0: Raul - 2:0: Raul - 3:0: Raul!!! Der Spanier wird auch in der Bundesliga zum Superstar

Dank Superstar Raul hat Vizemeister Schalke 04 seine Aufholjagd fortgesetzt. Der Spanier führte die Königsblauen mit drei Toren zum 3:0 (1:0) gegen den 1. FC Köln. Seine Saisontreffer sieben bis neun erzielte Raul in der 30., 50. und 87. Minute. Nach dem fünften Sieg in den vergangenen sieben Spielen hat das Team von Trainer Felix Magath mit 22 Punkten zumindest wieder die Europa-League-Plätze im Visier. "Von daher haben wir jetzt die Hinrunde einigermaßen erträglich abgeschlossen und können durchaus wieder nach oben schauen", sagte Magath. Köln, ohne die verletzten Stürmer Lukas Podolski und Milivoje Novakovic weitgehend harmlos, überwintert in der Abstiegszone.

Werder Bremen wurde derweil nicht nur von Schalke, sondern auch vom 1. FC Kaiserslautern abgehängt. Werder verlor gegen den Aufsteiger zu Hause 1:2 (1:1) und kassierte durch Srdjan Lakic nach 23,6 Sekunden außerdem das schnellste Tor der Saison. Aaron Hunt (34.) gelang per Foulelfmeter der Ausgleich, ehe Lakic (52.) mit seinem elften Saisontor den Lauterer Sieg sicherte. Diesen brachte auch eine Gelb-Rote Karte gegen Alexander Bugera nicht mehr in Gefahr. Bremens Sandro Wagner sah ebenfalls Gelb-Rot (85.). "Wir sind im Abstiegskampf", kommentierte Werder-Chef Klaus Allofs.

Hoffnung für "Wölfe"-Trainer McClaren

Eine nicht mehr für möglich gehaltene Aufholjagd dürfte Trainer Steve McClaren vorerst seinen Job beim VfL Wolfsburg gerettet haben. Der Meister von 2009 kam zu einem 2:2 (0:2) gegen 1899 Hoffenheim, nachdem er 75 Minuten lang eine schwache Vorstellung gezeigt und bereits 0:2 hinten gelegen hatte. Diego (75.) und Edin Dzeko (90.+1) retteten Wolfsburg den Punkt. Luiz Gustavo (34.) und Gylfi Sigurdsson (40.) hatten zuvor für die Gäste getroffen. Der Engländer McClaren wird somit auch im DFB-Pokal gegen Energie Cottbus auf der Bank sitzen. Das bestätigte Manager Dieter Hoeneß. "Für mich gibt es da überhaupt keinen Zweifel. Die Mannschaft hat sich nicht aufgegeben, und das ist ein wichtiges Kriterium", sagte Hoeneß.

Gladbach taumelt weiter

Mönchengladbachs De Camargo (re.) köpft den Treffer zum 1:1. (Bild: dapd/Hermann J. Knippertz)

Da hofften sie noch: De Camargos Ausgleichstreffer für Gladbach

Zum Auftakt des 17. Spieltags hatte Borussia Mönchengladbach am Freitag (17.12.2010) beim 1:2 (0:0) gegen den Hamburger SV die fünfte Niederlage in Folge kassiert und muss mit nur zehn Punkten als Tabellenletzter überwintern. Der HSV hingegen beendete vorerst seine Talfahrt nach zuletzt zwei Pleiten. Vor 42.000 Zuschauern im Borussia-Park brachte Eljero Elia (46. Minute) die Gäste in Führung. Igor de Camargo (47.) glich zwar im Gegenzug für die Gladbacher aus. Piotr Trochowski (72.) konnte dann aber den glücklichen Siegtreffer für die Hanseaten erzielen. "Beide Mannschaften waren verunsichert", stellte HSV-Kapitän Heiko Westermann fest. "Wir haben unterm Strich verdient gewonnen", sagte Torhüter Frank Rost. Gladbachs Trainer Michael Frontzeck muss um seinen Posten bangen. "Ich bin davon überzeugt, dass wir es noch schaffen", meinte Frontzeck. "Die Mannschaft will immer. An ihr liegt es nicht", betonte er.

Autoren: Tobias Oelmaier/Stefan Nestler
Redaktion: Calle Kops