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Fußball

Dortmund stürzt Bayern in die Krise

Mainz gewinnt auch das siebte Bundesligaspiel in Folge und stellt den Bundesliga-Rekord ein. Bayern verliert gegen Dortmund und liegt schon 13 Punkte hinter Mainz. Schalke und Stuttgart schaffen erneut keinen Sieg.

Dortmunds Spieler jubeln nach dem Treffer zum 2:0 durch Dortmunds Nuri Sahin (Foto: Sascha Schuermann/dapd)

Was ist nur mit den Bayern los? Schon wieder verloren, den schlechtesten Saisonstart aller Zeiten hingelegt – nach dem 0:2 (0:0) bei Borussia Dortmund liegt der Rekordmeister auf Platz zwölf schon weit hinter dem Spitzenduo: 13 Punkte hinter Mainz und zehn hinter Dortmund. Mit nur acht Punkten aus sieben Spielen und noch dazu einem negativen Torverhältnis schreiben die Bayern pünktlich zur Oktoberfestzeit negative Rekorde in die Geschichtsbücher. Großer Jubel dagegen beim BVB: Mit dem Sieg hat sich Dormtund weiter oben festgesetzt und belegt mit nun 18 Punkten auf dem Konto Platz zwei. Neu-Nationalspieler Kevin Großkreutz strahlte mit den Fans um die Wette. "Die Fans sind zufrieden, wir sind zufrieden, es läuft einfach im Moment. Es macht Riesenspaß und das haben sie verdient – sie haben ja auch lange darauf gewartet."

Mainz stellt Startrekord ein

Der Mainzer Adam Szalai (l.), Torschuetze zum 2:1, jubelt mit dem Torschuetzen zum 3:1, Lewis Holtby (r.), und Andre Schuerrle mit der Eckfahne in der Hand. (Foto: Thomas Lohnes/dapd)

Die Jungs vom Bruchweg marschieren vorn weg

Die Mannschaft der Stunde bleibt aber Mainz 05. Auch am siebten Spieltag ließen sich die Mainzer keinen einzigen Punkt entführen und holten den siebten Sieg in Folge. Vor 20.300 Zuschauern – unter ihnen auch Bundestrainer Joachim Löw – erwischte der Tabellenführer einen Traumstart: Schon in der 2. Minute stand es nach einem Konter 1:0 für die Hausherren. Das Spiel im ausverkauften Bruchwegstadion entwickelte sich anschließend zu einem echten Spitzenspiel: Hoffenheim kam besser ins Spiel und kurz vor der Pause gelang der Ausgleich. Nach der Pause dann das gleiche Bild: Wieder dauerte es nur wenige Sekunden, bis der Ball erneut im Hoffenheimer Tor zappelte – die Mainzer hatten mit dem ersten Angriff das 2:1 erzielt. Nach einer Stunde folgte das 3:1 durch den Mann des Tages, U21-Kapitän Lewis Holtby, der bereits die ersten beiden Mainzer Treffer mit vorbereitet hatte. Nachdem Hoffenheim den 2:3-Anschluss geschafft hatte, sorgte Mainz per Foulelfmeter für das 4:2. Josip Simunic hatte Holtby von den Beinen geholt und musste vom Platz. Es blieb beim verdienten 4:2. Die junge Mannschaft von Trainer Thomas Tuchel grüßt den Rest der Liga weiterhin von oben. "Ich war mit der ersten Halbzeit gar nicht zufrieden", gab sich Tuchel, nachdem er mit den Fans auf dem Zaun gefeiert hatte, kritisch. "Wir hatten keine gute Grundordnung. In der zweiten Halbzeit haben wir unsere Qualitäten ausgespielt und verdient gewonnen."

VfB rutscht weiter in die Krise

Stuttgarts Serdar Tasci (l.), Ciprian Marica (Rumaenien, M.) und Arthur Boka (Elfenbeinkueste) verlassen nach dem Spiel den Platz. (Foto: Daniel Maurer/dapd)

Schon wieder verloren hat der VfB Stuttgart

Als Fan des VfB Stuttgart möchte man in diesen Tagen am liebsten nur noch zuschauen, wenn der VfB in der Europa League antritt. Mit zwei Siegen aus zwei Spielen rangiert Stuttgart dort souverän auf Platz eins der Tabelle. Unterschiedlicher könnte es im Liga-Alltag kaum zugehen: Auch am siebten Spieltag sprang schon wieder eine Niederlage heraus – 1:2 (0:1) gegen Eintracht Frankfurt – es war die sechste im siebten Spiel. Über 85 Minuten hatte Frankfurt das Spiel im Griff, doch ausgerechnet nach der Roten Karte gegen VfB-Kapitän Matthieu Delpierre kippte die Partie und nur der überraschende Pfiff des Schiedsrichters nach einem vermeintlich regulären Treffer durch Cacau verhinderte einen Stuttgarter Punktgewinn. Zdravko Kuzmanovic wirkte ratlos: "Es läuft einfach alles momentan gegen uns. Wir brauchen Punkte, die haben wir nicht und das ist nicht gut." Stuttgart bleibt Schlusslicht der Bundesliga, Frankfurt steht auf Platz zehn.

Spannendes Remis zwischen Leverkusen und Bremen

Die Leverkusener Tranquillo Barnetta (l) und Patrick Helmes bejubeln den Treffer zum 1:0. (Foto: Jörg Carstensen dpa/lnw)

Helmes trifft eiskalt, doch Werder dreht das Spiel

Jupp Heyckes gegen Thomas Schaaf – der älteste gegen den dienstältesten Bundesligatrainer – oder einfach Bayer Leverkusen gegen Werder Bremen. Wer viele Tore und ein spannendes Spiel erwartet hatte, wurde nicht enttäuscht. Obwohl bei beiden Teams etliche Stammkräfte ausgefallen waren, wog die Partie lange hin und her. Zunächst ging Leverkusen in Führung, doch Bremen drehte das Spiel und erzielte zwei Treffer. Erst das Tor von Eren Derdiyok rettete Leverkusen am Ende einen Punkt. Vor allem die beiden Nationaltorhüter René Adler und Tim Wiese standen oft im Mittelpunkt bei dieser hochklassigen Bundesligapartie.

Hamburg dreht das Spiel

Gojko KACAR (Hamburg) bejubelt seinen Treffer zum 1:1 (Foto: PRessefoto ULMER/Bjoern Hakenull)

Kacar traf zum 1:1

Die Spieler des Hamburger SV hatten sich viel vorgenommen, wollten endlich wieder vor heimischem Publikum eine mitreißende und begeisternde Partie zeigen, doch schon nach zwei Minuten folgte der Tiefschlag: Nach einem direkten Freistoß stand es 1:0 für die Gäste aus Kaiserslautern. Auch in der Folge blieb der FCK das bessere Team, der HSV präsentierte sich dagegen weitgehend ideenlos und hatte nach Abwehrfehlern sogar noch Glück, nicht höher in Rückstand zu geraten. Es schallten Pfiffe durch die Arena. Erst nach 70 Minuten durften die Hamburger Fans jubeln. Das 1:1 gab den Norddeutschen Rückenwind, Kaiserslautern hatte nichts mehr zuzusetzen. Folgerichtig gelang dem HSV in der 84. Minute das entscheidende 2:1 (0:1). "Es war natürlich tödlich für uns, dass wir nach zwei Minuten schon in Rückstand waren", sagte HSV-Trainer Armin Veh. "Kaiserslautern stand tief und hat gefährlich gekontert. Aber wir haben es erzwungen. Wir wollten das Spiel unbedingt noch gewinnen und das haben wir geschafft. Das ist das Entscheidende."

Nürnberg überrascht den FC Schalke

Juri Judt (li, 1 FC Nuernberg) gegen Klaas Jan Huntelaar (FC Schalke 04) (Foto: Pressefoto ULMER/Markus Ulmernulldesliga; action)

Huntelaar traf zwar, doch Schalke verlor

Schalke 04 hat es nach dem Sieg in der Champions League nicht geschafft, auch in der Bundesliga eine Wende zum Guten einzuleiten. Beim 1.FC Nürnberg verloren die Königsblauen mit 1:2 (0:0). Beide Teams brachten bei Regenwetter zunächst keinen geordneten Spielaufbau zustande. Erst nach einer halben Stunde gab es die erste Torchance. Nürnberg war die etwas bessere Elf, machte sich bei Kontern durch viele Abspielfehler aber selbst das Leben schwer. Einfacher wurde es erst nach rund einer Stunde, nachdem Schalkes Mittelfeldspieler Jermaine Jones nach einer ungestümen Aktion gegen FCN-Keeper Rafael Schäfer die Gelb-Rote Karte sah. Schäfer musste angeschlagen vom Platz. Kurze Zeit später schaffte Nürnberg das 1:0.

Schalke kam zurück. Torschütze vom Dienst, Klaas-Jan Huntelaar traf zum 1:1, das bessere Ende hatten aber die Nürnberger, die in der 83. Minute durch Andreas Wolf den 2:1-Siegtreffer schafften. "Ich bin völlig unzufrieden mit dem, was meine Mannschaft geboten hat", stellte Schalkes Trainer Felix Magath enttäuscht fest und monierte vor allem die Patzer in der Defensive: "Hinten haben wir katastrophale und völlig unerklärliche Fehler gemacht. Ich denke, dass der eine oder andere Spieler in Gedanken schon bei seiner Nationalmannschaft war."

Mönchengladbach unentschieden gegen Wolfsburg

Thomas Kahlenberg (Mitte) vom VfL Wolfsburg erzielt das 1:0 gegen den Mönchengladbacher Bamba Anderson. (Foto: dpa)

Kahlenberg hatte Glück, dass der Schiedsrichter nicht pfiff

Effektiv präsentierte sich der VfL Wolfsburg in Mönchengladbach. Mit der ersten Torchance fiel auch das 1:0 – ein irregulärer Treffer. Wegen gefährlichen Spiels hätte die Partie vorher unterbrochen werden müssen: Wolfsburgs Spielmacher Diego hatte Tobias Levels bei dem Versuch eines Fallrückziehers behindert und zu Fall gebracht. Der Ball kam zu Thomas Kahlenberg, der vollendete. Es dauerte lange, bis Gladbach sich von diesem Rückschlag erholte: In der 65. Minute wurde die Geduld der Hausherren aber belohnt, nach einem Treffer von Thorben Marx stand es 1:1. Dabei blieb es auch bis zum Schluss. Mönchengladbachs Trainer Michael Frontzeck war sauer: "Für mich völlig unverständlich, warum das kein Freistoß ist. Aus dem Nichts steht es 0:1. Die Mannschaft ist stark zurückgekommen. Es ist traurig, dass wir am Ende nicht mit drei Punkten da stehen." Die Punkteteilung hilft beiden Clubs nicht weiter. Die Mönchengladbacher kommen nicht unten raus, der VfL Wolfsburg nicht nach oben ran.

Cissé macht den Unterschied

Papiss Demba Cisse von Freiburg spielt den Ball akrobatisch. (Foto: Patrick Seeger dpa/lsw)

Cissé traf erst den Pfosten, dann aber ins Netz

Der 1. FC Köln läuft Gefahr, immer tiefer in den Tabellenkeller zu rutschen. Beim SC Freiburg gab es für die Rheinländer nichts zu holen, sie unterlagen mit 2:3 (1:2). Früh ging der SC Freiburg mit 2:0 in Front, Köln kam aber zurück und schaffte kurz nach der Pause den 2:2-Ausgleich. In der 70. Minute folgte dann der Auftritt des besten Torjägers der Bundesliga: Papiss Cissé gelang der siebte Saisontreffer im siebten Spiel, gleichzeitig das entscheidende Tor zum 3:2. "Die Mannschaft ist inzwischen mental richtig gefestigt und macht einen guten Eindruck", lobte Freiburgs Trainer Robin Dutt. "Es war ein mehr als verdienter Sieg und eine gute Leistung. Wir sind mit der Punkteausbeute nach sieben Spieltagen mehr als zufrieden." Das können sie auch sein: Freiburg schaffte mit dem Erfolg den besten Bundesligastart der Vereinsgeschichte und ist Vierter. Der 1.FC Köln rutscht dagegen auf Relegationsplatz 16 und muss verstärkt nach unten schauen.

Hannovers Höhenflug vorerst gebremst

Marius EBBERS (Mitte) bejubelt sein Tor zum 0:1 mit Max KRUSE (li) und Fin BARTELS (re, alle St. Pauli) (Foto: Pressefoto ULMER/Bjoern Hakenull)

Ebbers traf zum ersten Mal in der Bundesliga für Pauli

Am Freitagabend (1.10.2010) gab es einen Dämpfer für das bisher unerwartet stark aufspielenden Hannover 96: Nach dem besten Saisonstart der Vereinsgeschichte verloren die Niedersachsen gegen den FC St. Pauli mit 0:1 (0:1). Den Treffer des Abends erzielte der Kapitän der Hamburger, Marius Ebbers, nach einem Konter bereits in der 6. Minute. Hannover war über weite Strecken des Spiels optisch überlegen. Die besseren Torchancen aber erarbeitete sich St. Pauli. Der Aufsteiger unterstrich erneut seine Auswärtsstärke. Neun ihrer bisherigen zehn Punkte holten die Hamburger auf den Plätzen der Gegner. In der 80. Minute sah Hannovers tunesischer Verteidiger Karim Haggui nach einer Notbremse gegen St. Paulis Mittelfeldspieler Matthias Lehmann die Rote Karte. "St. Pauli hat defensiv richtig gut gespielt und verdient gewonnen", konstatierte auch Hannovers Trainer Mirko Slomka. Den Siegtreffer des Gegners bezeichnete er als "wunderbaren Konter". St. Paulis Coach Holger Stanislawski freute sich über den dritten Auswärtssieg seiner Mannschaft: "Wir sind auf dem richtigen Weg."

Autoren: Olivia Fritz/Andreas Ziemons
Redaktion: Wolfgang van Kann

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