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DFB-Pokal - 2. Halbfinale

Dortmund stürzt Bayern im DFB-Pokal

Borussia Dortmund macht die Überraschung im Halbfinale des DFB-Pokals perfekt und wirft den FC Bayern aus dem Wettbewerb. In einem packenden Duell zeigen die Gäste mehr Biss als der Titelverteidiger aus München.

Borussia Dortmund hat dem FC Bayern in einem packenden Pokalkampf den nächsten schweren K.o. verpasst. Eine Woche nach dem bitteren Champions-League-Aus gegen Real Madrid unterlag der Titelverteidiger dem Dauerrivalen im Halbfinale mit 2:3 (2:1). Ousmane Dembele schoss den BVB vor 75 000 Zuschauern in der 74. Minute ins vierte Pokalendspiel nacheinander. Pierre-Emerick Aubameyang (69.) und Marco Reus (19.) erzielten die weiteren Tore für die Dortmunder. Die Bayern hatten durch Javi Martínez (28.) und den Ex-Dortmunder Mats Hummels (41.) geführt.

BVB-Trainer Thomas Tuchel analysierte: "Heute haben wir 20 Minuten gut gespielt und dann nachgelassen. Nach der Pause haben wir uns nach und nach gesteigert, ab der 60. Minute war es dann sehr gut. Sicher haben wir auch etwas Glück gehabt." Bayern-Kapitän Philipp Lahm gab in seinem letzten DFB-Pokalspiel seiner aktiven Karriere zu: "Bei uns herrscht eine große Enttäuschung. Wir haben uns viel vorgenommen, das hat man bis zum 2:2 auch gesehen, dass wir unbedingt ins Finale wollten." Diesen Rückschlag müsse man erst einmal verdauen. Und BVB-Stürmer Reus sagte: "Nach dem 1:2 haben nicht mehr so viele an uns geglaubt. Wir wollten unbedingt nach Berlin. Jetzt freuen wir uns auf das Finale gegen Frankfurt."

Verstecken verboten

Marco Reus spitzelt das Leder zum 1:0 für den BVB über die Linie (Foto: Reuters/M. Rehle)

Torriecher: Reus spitzelt das Leder zum 1:0 über die Linie

Die Gäste aus Dortmund begannen forsch, ließen den Ball gut laufen und zeigten, dass sie keineswegs vor hatten, sich in München zu verstecken. Folgerichtig erarbeitete sich der BVB bereits in der 4. Minute die erste Riesenchance. Gonzalo Castro flankte einen Freistoß an den Strafraumrand, wo Raphael Guerreiro volley in die Mitte weiterleitete. Dort kam Pierre-Emerick Aubameyang am Fünfmeterraum zum Abschluss, drückte das Spielgerät jedoch knapp rechts am Tor vorbei. Beide Mannschaften spielten mit offensiv. Die Bayern hatten etwas mehr Spielanteile, der BVB schaltete nach der Balleroberung immer wieder blitzschnell um. In der 13. Minute ließen die Münchener aufhorchen. Erst wurde Franck Ribery halblinks im Strafraum freigespielt und zog mit links wuchtig ab, doch BVB-Keeper Roman Bürki konnte nach vorne abwehren. Von Thiago prallte der Ball an den Arm von Julian Weigl, doch Schiedsrichter Manuel Gräfe ließ weiterspielen - und Arturo Vidal schoss vom Strafraumrand flach knapp links am Tor vorbei.

Nach einem katastrophalem Patzer von Javi Martinez erzielte der BVB in der 19. Minute die Führung. Der Spanier wollte ein Zuspiel von Dembele in die Spitze zurück zu Torhüter Sven Ulreich passen. Doch Guerreiro ging dazwischen und stand frei vor Ulreich. Sein Schuss ging dem Keeper durch die Beine, prallte dann vom rechten Pfosten zurück. Lahm konnte nicht mehr klären. Reus stand völlig frei und schob aus kürzester Distanz ein. Die Münchner versuchten zu antworten und forcieren das Tempo, die  Westfalen lauerten weiter auf Konter. In der 29. Minute kam Javi Martinez nach einem Eckball von der rechten Seite frei zum Kopfball und überwand Bürki, dem der Ball durch die Beine flutschte.

Verdiente Bayern-Pausenführung

Bayern Münchens Javi Martinez (3.v.r.) jubelt über seinen Ausgleich (Foto: Reuters/K. Pfaffenbach)

Bayern-Jubel: Martinez (3.v.r.) markiert den 1:1-Ausgleich

Der Ausgleich gab den Bayern sichtlich mehr Selbstbewusstsein. In der Folge waren sie präsenter, hatten mehr Spielanteile und versuchten, sich den Gegner zu Recht zu legen. Sie drückten aufs Tempo und wollten bis zum Pausenpfiff unbedingt in Führung gehen. Das Pressing der Münchener zeigte in der 42. Minute Erfolg - Xabi Alonso leitete mit einem weiten, öffnenden Ball aus der eigenen Hälfte das 2:1 ein. Ribery nahm den Ball vor dem Strafraum an, zog nach innen und bediente Mats Hummels. Der nahm direkt flach ab und vollendete akkurat neben den linken Pfosten. Ein sehenswerter Treffer, doch der ehemalige Dortmunder verzichtete gegen seinen früheren Klub auf große Jubelgesten. Mit der verdienten Führung der Bayern ging es in die Kabinen.

Zeigten die Dortmunder am Ende der ersten 45 Minuten noch leichte Auflösungserscheinungen, kamen sie nach der Pause sichtlich geschlossener aufs Feld zurück. Der BVB war in der Offensive wieder mehr bemüht, doch dauerhaften Druck auf das Tor von Ulreich konnten die Gäste nicht aufbauen. Die Münchener kamen immer besser ins Spiel und hatten in der 63. Minute die Großchance auf 3:1 zu erhöhen. Bürki verlor den Ball im eigenen Sechzehner mit einem schwachen Abspiel zu Weigl an Thiago. Lewandowski legte schließlich nach links zu Robben, der Richtung leeres Tor abschloss. Doch Sven Bender grätschte auf der Torlinie noch dazwischen und lenkte den Ball an den rechten Innenpfosten, von wo aus die Kugel zurück ins Spiel prallte.

Überraschende Wende

Borussia Dortmunds Ousmane Dembele (r.) freut sich über seinen Treffer zum 3:2 (Foto: Reuters/K. Pfaffenbach)

Matchwinner: Ousmane Dembele (r.) freut sich über seinen Treffer zum 3:2 für den BVB

Während sich die Münchener immer mehr Spielanteile erarbeiteten und die Gäste in der Defensive beschäftigten, bescherte ein Angriff über rechts dem BVB den zu diesem Zeitpunkt unerwarteten Ausgleich. In der 69. Minute wurde Dembele rechts im Strafraum freigespielt. Er flankte den Ball zentimetergenau an den zweiten Pfosten. Dort hatte sich Aubameyang frei gelaufen und drückte den Ball aus kurzer Distanz über die Linie. Die Bayern ließen sich nicht beeindrucken und machten offensiv weiter. Doch der nächste Treffer gelang wiederum den Dortmundern. Fünf Minuten später eroberten Guerreiro und Reus in der eigenen Hälfte den Ball gegen Lahm. Dann ging es schnell nach vorne. Am Strafraumrand legte der Portugiese nach erneutem Zusammenspiel zurück auf Reus, der nach rechts zu Dembele passte. Der Franzose ließ noch einen Münchner aussteigen und vollendete ins linkere obere Toreck.

In der Folge spielten die Bayern einen Angriff nach dem anderen, in der 82. Minute schlenzte Arjen Robben den Ball nur haarscharf am linken Pfosten vorbei. Auch fünf Minuten später vergab der Niederländer im Fünfmeterraum die nächste Riesenchance zum erneuten Ausgleich. Die BVB-Abwehr schwamm ein ums andere Mal. Auch in der fünf-minütigen Nachspielzeit berannten die Bayern das BVB-Tor unentwegt. Doch die Dortmunder wehrten sich bis zum Abpfiff erfolgreich und stehen damit am 27. Mai im DFB-Pokalfinale. Gegner in Berlin ist die Frankfurter Eintracht, die sich Tags zuvor mit 7:6 im Elfmeterschießen (1:1, 1:1, 1:1) bei Borussia Mönchengladbach durchsetzte.

Und wer noch einmal in die Begegnung Bayern München gegen Borussia Dortmund eintauchen will, kann das hier tun:

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