1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Fußball

Dortmund oder doch wieder die Bayern?

Mit der Partie zwischen Meister Dortmund und dem HSV beginnt an diesem Freitag die neue Bundesliga-Saison. Als Topfavorit gilt einmal mehr der FC Bayern. Und wieder darf die Liga auf einen neuen Zuschauerrekord hoffen.

Bayerns Bastian Schweinsteiger (r.) und Dortmunds Sven Bender kämpfen um den Ball (Foto: dapd)

Nach zwölf Wochen Pause startet die Fußball-Bundesliga in ihre neue Spielzeit. Die Rollen sind dabei wie immer klar verteilt: die Aufsteiger stehen vor einer schweren Saison - und Meister wird Bayern München. Für Trainer Jürgen Klopp von Titelverteidiger Borussia Dortmund wäre es "Wahnsinn", wenn die Bayern den 23. Meistertitel verfehlten, "bei dem, was die Münchner einsetzen". Das Wort "Meisterschaft" für den BVB kommt Klopp wieder einmal nicht über die Lippen: "Wir wollen ein unangenehmer und starker Gegner sein", stapelt Klopp tief. "Alle Mannschaften, die gegen uns spielen, sollen riesige Probleme haben."

Dortmunds Felipe Santana jubelt mit seinen Mitspielern und der Meisterschale (Foto: dapd)

Geht die Schale wieder nach Dortmund?

Ähnlich sieht das auch BVB-Verteidiger Mats Hummels: "Die Bayern sind wieder Favorit. Aber wenn wir unsere Leistungen einigermaßen bringen, dann wird es auch für die anderen nicht leicht gegen uns." Allerdings mussten die Borussen ihren Regisseur Nuri Sahin für zehn Millionen Euro zu Real Madrid ziehen lassen. Sie investierten das Geld aber in Ilkay Gündogan (vorher 1. FC Nürnberg) und Ivan Perisic (FC Brügge).

Topfavorit Bayern

Gewohnt selbstbewusst gehen die Bayern um Nationalspieler Thomas Müller mit der Favoritenrolle um: "Wir haben uns gut verstärkt. Deswegen ist unser Ziel ganz klar die Meisterschaft. Dortmund muss man aber auch auf dem Zettel haben. Aber wir sind der FC Bayern und wollen gewinnen", verkündete Müller. Nach einem Jahr der Zurückhaltung waren die Münchner auf dem Transfermarkt verstärkt aktiv: Prominenteste Neuzugänge sind der Schalker Manuel Neuer und Rafinha (CFC Genua) sowie Jerome Boateng von Manchester City. Rund 40 Millionen Euro investierte der deutsche Rekordmeister in sein neues Defensiv-Trio, hinzu kommen noch knapp drei Millionen für Stürmer Nils Petersen von Energie Cottbus und 300.000 Euro Ausleihgebühr für Japans Top-Talent Takashi Usami.

Bayerns Manuel Neuer hechtet nach den Ball (Foto: dpa)

Mit spektakulären Paraden soll Manuel Neuer die Bayern zurück zu alter Stärke führen

Die Hoffnungen ruhen vor allem auf Trainer Jupp Heynckes, der von Bayer Leverkusen kam, und bereits zum dritten Mal (1987 bis 1991 und 2009) an der Isar die Verantwortung übernimmt. "Jupp ist der richtige Mann, am richtigen Ort zum richtigen Zeitpunkt. Ich bin überzeugt, dass wir eine erfolgreiche Zeit haben werden", sagte Vorstandschef Karl-Heinz Rummenigge.

"Vizekusen" will mehr

Leverkusens Michael Ballack (Foto: AP)

Michael Ballack will es noch einmal wissen

Heynckes Nachfolger bei Vizemeister Leverkusen ist Robin Dutt, der wiederum vom SC Freiburg an den Rhein wechselte. "Wenn wir keinen internationalen Platz holen, dann wäre das enttäuschend. Europa League ist gut, Champions League sehr gut und Meisterschaft überragend", erklärte Dutt. Der 46-Jährige setzt vor allem auf Neuzugang Andre Schürrle (FSV Mainz 05) und auf Mittelfeldstar Michael Ballack, der endlich einmal mehr als nur den Vize-Titel holen möchte. "Für mich, der im Herbst seiner Karriere steht, ist es unheimlich schön, sich noch einmal auf den Fußball zu konzentrieren und das Bestmögliche herauszuholen", sagte der 34-Jährige.

Einen Dämpfer musste die Werkself aber schon im DFB-Pokal hinnehmen. Gegen den Zweitligisten Dynamo Dresden gab es trotz einer 3:0-Führung noch ein bitteres 3:4 und das Aus in der 1. Runde. Dortmunds Trainer Jürgen Klopp traut dem "ewigen Zweiten" aus Leverkusen dennoch den Meister-Coup zu. Bayer sei "brutal stark" und ein "großer Herausforderer".

Sparkurs auf Schalke

Groß aufgeräumt hat in der Sommerpause Pokalsieger FC Schalke 04. 15 Spieler sortierte Manager Horst Heldt aus dem aufgeblähten Kader wieder aus. Neue Akzente sollen vor allem die Mainzer Christian Fuchs und Lewis Holtby setzen. Ansonsten sind die Kassen beim Tabellen-14. der Vorsaison ziemlich leer, und nur allzu gerne hätte Coach Ralf Rangnick die 25 Millionen Euro Ablöse für Torhüter Manuel Neuer wieder investiert. "Doch die finanzielle Situation ist ernster, als ich gedacht habe", räumte Rangnick ein. Trotz des Sparkurses geht es für den Champions-League-Halbfinalisten darum, sich wieder für einen internationalen Startplatz zu qualifizieren. "Wir haben schon vor, eine bessere Bundesligasaison als die letzte zu spielen. Das sind wir uns, aber auch den Fans und dem ganzen Verein schuldig", betonte Abwehrspieler Benedikt Höwedes.

Schalke-Trainer Ralf Rangnick feiert nach dem Gewinn des DFB-Pokals mit den Fans und der Trophäe (Foto: dapd)

Wie nach dem Pokalsieg würde Schalke-Trainer Ralf Rangnick (l.) auch gerne in der Bundesliga feiern

Bescheiden geht Aufsteiger Hertha BSC in die kommende Saison. Vorrangiges Ziel sei der Klassenerhalt, sagte Trainer Markus Babbel nach einem Jahr Bundesliga-Abstinenz der Berliner. Das gilt auch für Neuling FC Augsburg. Der schwäbische Traditionsclub schaffte als 51. Club der Bundesliga-Geschichte den Sprung ins Fußball-Oberhaus. "Die Mannschaft muss sich schnell an die 1. Liga mit ihrem höheren Niveau und dem Druck gewöhnen", mahnte Trainer Jos Luhukay.

Maßvolle Investitionen

Bis auf die Bayern haben sich fast alle Erstligisten auf dem Transfermarkt zurückgehalten. Die ganz großen Stars konnte die Liga nicht verpflichten. Der Trend geht hin zu Nachwuchsspielern. Der Hamburger SV etwa trennte sich von etlichen in die Jahre gekommenen Profis und setzt auf preiswertere Talente. "Wir haben viel Erfahrung verloren, aber wir haben auch viele neue und junge Spieler", erklärte HSV-Routinier David Jarolim die neue Devise.

Neben dem HSV wollen auch Hannover 96, Mainz 05, der 1. FC Nürnberg und der 1. FC Kaiserslautern ihre Top-Ten-Platzierung aus der Vorsaison wiederholen. Derweil setzen der SC Freiburg mit Marcus Sorg, der 1. FC Köln mit dem Norweger Stale Solbakken und 1899 Hoffenheim mit Holger Stanislawski auf neuen Trainerschwung. Und nicht wieder in den Abstiegssog möchten die Clubs geraten, die in der letzten Spielzeit arg enttäuschten. Dazu gehören der VfB Stuttgart, Werder Bremen, der VfL Wolfsburg und Borussia Mönchengladbach.

Ungebrochen ist das Interesse der Fans. Mit rund 481.000 verkauften Dauerkarten wurde bereits eine neue Höchstmarke erreicht. Durchaus könnte der Zuschauerrekord der vergangenen Saison mit 12,8 Millionen Fans noch einmal verbessert werden.

Autor: Arnulf Boettcher
Redaktion: Stefan Nestler

Die Redaktion empfiehlt

Audio und Video zum Thema