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Fußball

Dortmund furios gescheitert

Borussia Dortmund ist nach einem 2:2-Unentschieden beim FC Sevilla aus der Europa League ausgeschieden. Leverkusen und Stuttgart stehen sicher in der nächsten Runde.

Sevillas Ndri Romaric in rot und Borussia Dortmunds Mats Hummels (2.v.l.) im Zweikampf (Foto: AP/Angel Fernandez)

In der Bundesliga top - in der Europa League ein Flop. Das 2:2 (1:2) im Gruppen-"Endspiel" beim FC Sevilla war zu wenig für Borussia Dortmund. Die derzeit beste deutsche Mannschaft hätte gewinnen müssen, um noch die Qualifikation für die Runde der letzten 32 zu erreichen. Aber die beiden Tore von Shinji Kagawa in der vierten Minute und von Neven Subotic (49.) waren zu wenig. Dortmund kann sich nun ganz auf die Meisterschaft konzentrieren.

Sevillas Ndri Romaric feiert sein 1:1 gegen Borussia Dortmund (Bild: dpa)

Die Dortmunder Überflieger rausgeschossen: Ndri Romaric freut sich über sein Tor zum 1:1

Dabei hatte das junge Team von Trainer Jürgen Klopp auch in Sevilla so angefangen, wie man es aus der Bundesliga kennt: mit Offensivdrang, flüssigen Kombinationen und einer hohen Effizienz vor dem gegnerischen Tor. Gleich die erste Chance nutzte Kagawa zum 1:0. Er schlenzte den Ball nach einer zu kurzen Abwehr aus 18 Metern ins rechte Toreck, hatte allerdings auch ein wenig Glück dabei, weil sein Schuss leicht abgefälscht wurde.

Und die Dortmunder legten nach, drängten auf den nächsten Treffer, aber nach gut einer Viertelstunde verloren sie aus unerklärlichen Gründen den Faden und wurden ihrerseits von den Spaniern in die Defensive gedrängt. Zunächst konnte der gute Roman Weidenfeller im Tor noch einige Male klären, aber in der 31. Minute war er gegen den Schuss von Nidri Romaric aus kurzer Distanz machtlos. Geschockt durch den Ausgleich ließen die Dortmunder nur vier Minuten später Frederic Kanoute fast ungehindert einköpfen.

Einigeln und Zeit schinden

Borussia Dortmunds Shinji Kagawa (li.) feiert sein 1:0 (Foto: AP/Angel Fernandez)

Und es hatte doch so gut begonnen...

Nach der Pause schien Neven Subotic die Partie nochmal drehen zu können mit dem 2:2, aber Sevilla igelte sich mit zunehmender Spieldauer immer weiter ein, beschränkte sich auf Zerstörung und verstand es in der Schlussphase, das Unentschieden mit sportlichen und unsportlichen Mitteln über die Runden zu bringen, wodurch sich Dortmunds Trainer Klopp anschließend zu dem Kommentar hinreißen ließ: "Wenn meine Mannschaft nur mit solchen Mitteln gewinnen kann, dann möchte ich den Sieg nicht haben. Zeitspiel nervt!"

Dortmund belegt nach dem Unentschieden nun den dritten Platz in der Gruppe J hinter Paris St. Germain und dem FC Sevilla. Gruppenletzter wurde Karpaty Lwiw. Lwiw holte im letzten Spiel den ersten Punkt mit einem 1:1 (1:1) zu Hause gegen die Franzosen. Allerdings war die Begegnung für beide bedeutungslos, hatten die Tabellenpositionen doch schon zuvor festgestanden.

Bayer will den Titelverteidiger rauswerfen

Zweikampf Reyes gegen Balitsch im Hinspiel Ende September (Foto: AP/Paul White)

Zweikampf Reyes gegen Balitsch im Hinspiel Ende September

Als Sieger der Gruppe B steht Bayer Leverkusen bereits fest. Das Spiel am Donnerstag (16.12.2010) gegen Atlético Madrid ist daher praktisch ohne Bedeutung. "Auch solche Konstellationen gibt es mal. Wir werden dennoch ordentlich gegen Atlético spielen", versprach Sportdirektor Rudi Völler. Zugleich würde der Tabellenzweite der Bundesliga den spanischen Titelverteidiger allzu gerne aus dem Wettbewerb schießen. "Wir haben in dieser Saison einfach gewisse Tugenden. Das sind Leidenschaft, Herz und Wille, die Spiele zu gewinnen", betonte Nationaltorhüter René Adler, der gegen Madrid allerdings geschont wird. Einen Wunschgegner hat Bayer 04 für die Runde der letzten 32 Mannschaften nicht. "Wir sind selbstbewusst genug, gegen jeden anzutreten", sagte Völler. Der Vorteil für die Gruppensieger: Sie spielen zuerst auswärts.

VfB-Neuanfang mit Labbadia

Hamburgs Trainer Bruno Labbadia vor dem UEFA Europa League Halbfinale Hamburger SV gegen FC Fulham (Foto: AP/Gero Breloer)

Im Frühjahr noch mit dem HSV im Europa League-Halbfinale: Labbadia

Auch der VfB Stuttgart kann vom ersten Platz seiner Gruppe H nicht mehr verdrängt werden. In der Bundesliga aber sind die Schwaben als Vorletzter akut abstiegsgefährdet. "Ich hoffe auf einen Neustart mit neuen Methoden, mit neuer Vorgehensweise und mit einem anderen Auftritt", sagte Präsident Erwin Staudt vor der Partie gegen Odense BK. Richten soll es der neue Trainer Bruno Labbadia, der Anfang der Woche Jens Keller ablöste. Labbadia sitzt gegen die Dänen erstmals auf der VfB-Bank. "Ich werde zunächst einmal versuchen, mir einen kleinen Überblick zu verschaffen. Wir werden aber keinen Aktionismus betreiben", kündigte Labbadia an. "Ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst und weiß, dass wir eine Situation haben, in der es nicht mehr fünf vor Zwölf ist, sondern ein Schritt darüber hinaus."

Die Zwischenrunde in der Europa League wird am Freitag (17.12.2010) in Nyon ausgelost.

Autor: Tobias Oelmaier
Redaktion: Olivia Fritz