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Aktuell Europa

Doppelte Acht: Queen hat Geburtstag

Sie hat eine Facebook-Seite - aber seit 16 Jahren denselben Friseur. Queen Elizabeth II. ist der Inbegriff der britischen Monarchie. Jetzt wurde sie 88.

Es gibt weltweit nur einen regierenden Monarchen, der älter ist als die Königin von England. König Abdullah von Saudi-Arabien wird im Sommer 90 Jahre alt. Gleich dahinter rangiert Elizabeth II., die an diesem Ostermontag ihren 88. Geburtstag begeht. Während Abdullah seit nicht mal neun Jahren König ist, sind es bei der Queen 62 Jahre, zwei Monate und 15 Tage.

Sie verbrachte den sonnigen Frühlingstag auf Schloss Windsor vor den Toren Londons im privaten Kreis, wie der Buckingham-Palast mitteilte. Über Gäste und Geschenke gab es keine Informationen. Enkel William (31) und seine Frau Kate (32) konnten jedenfalls nicht vorbeikommen: Sie sind mit Urenkel George in Australien unterwegs.

Mit 88 hoch zu Ross

Offiziell begangen wird der Geburtstag ohnehin erst im Sommer, so ist es Tradition. Denn zur spektakulären Parade "Trooping the Colour" - dieses Jahr am 14. Juni - soll mit großer Wahrscheinlichkeit die Sonne scheinen. Die Queen feiert also jedes Jahr zweimal Geburtstag.

Zur Feier der doppelten Acht erfreut sich Elizabeth II. bester Gesundheit. Erst vor einigen Tagen entdeckten Fotografen sie wieder einmal zu Pferde: Auf ihrem schwarzen Fell-Pony Carltonlima Emma genoss sie das milde Frühlingswetter in den Parks um Windsor Castle - den Kopf in ein buntes Seidentuch gehüllt, in der Hand eine Gerte. Schon als Achtjährige liebte die Königin das Reiten.

Queen Elizabeth II. und Prinz Phillip bei Papst Franziskus (Foto: Reuters)

Geschenke für den Papst: Besuch im Vatikan.

Erster Auslandsbesuch seit drei Jahren

Ob sie sich vielleicht zu viel zumute, hatten Beobachter in letzter Zeit immer wieder gefragt. Der Terminkalender ist voll: Anfang des Monats reiste die Queen mit Gemahl Prinz Philip erstmals seit fast drei Jahren wieder ins Ausland und

besuchte Papst Franziskus im Vatikan.

Ein paar Tage später dinierte sie schlagzeilenträchtig mit einem ehemaligen IRA-Führungskader auf Schloss Windsor.

Im Juni reist das Paar nach Frankreich, um der Landung der Alliierten in der Normandie vor 70 Jahren zu gedenken. All das scheint die Königin kaum zu belasten, ihr Lächeln in die Fernsehkameras wirkt gelöst. Ein wenig kürzer tritt Elizabeth aber doch. Im Januar gab der Palast bekannt, dass Sohn Charles (65) und die Enkel William (31) und Harry (29) der Monarchin künftig mehr Arbeit abnehmen sollen. Langsam, ganz langsam, stellt die Königin die Weichen für den Generationenwechsel.

"Dürfen wir die Queen behalten?"

Prinz Charles, Rekordhalter als am längsten wartender Thronerbe der Geschichte, stünde bereit - auch wenn er angeblich nicht allzu ungeduldig darauf wartet, Hobbys und Herzensanliegen den königlichen Pflichten unterzuordnen. Im Mai werden der Thronfolger und seine Frau Camilla (66) nach Kanada reisen.

Die Besuche sind wichtig als Werbung für das Königshaus, denn hier wie dort würden Republikaner gerne die Queen als Staatsoberhaupt loswerden. Doch im Grunde muss sich die Königin über ihre Popularität keine Sorgen machen. Die Geburt ihres Urenkels Prince George im vergangenen Sommer bedeutete zusätzlich Rückenwind für die Royals. Auch die Schotten, die sich im September per Referendum vom Königreich lossagen könnten, halten zum Commonwealth. Zu den am häufigsten gestellten Fragen im Zusammenhang mit der Unabhängigkeitskampagne gehört: "Dürfen wir die Queen behalten?"

jj/haz (dpa)