Doppelsieg für Biathletin Denise Herrmann | Sport-News | DW | 03.12.2017
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Biathlon

Doppelsieg für Biathletin Denise Herrmann

Steiler Aufstieg: Denise Herrmann hat sich mit zwei Siegen in Östersund in Abwesenheit von Superstar Laura Dahlmeier in die Biathlon-Weltspitze katapultiert - und sie meldet Olympia-Ambitionen an.

Östersund Biathlon Denise Herrmann (Imago/ITAR-TASS/S. Bobylev)

Ein perfektes Wochenende in Östersund: Denis Herrmann überzeugt mit starker Form.

Denise Herrmann reckte ihren Arm jubelnd in den schwedischen Flockenwirbel und schüttelte nach dem nächsten Winterwunder fast ungläubig den Kopf: Die Umsteigerin hat beim Weltcup in Östersund auch die Verfolgung gewonnen und damit ein weiteres Zeichen der Stärke gesetzt. Zwei Tage nach dem Triumph im Sprint behielt Herrmann im Jagdrennen in beeindruckender Manier die Nerven und feierte sensationell ihren zweiten Weltcup-Sieg.

 "Es ist richtig geil zu gewinnen", sagte Herrmann im Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Der Sieg am Sonntag war noch einen Tick schöner als der am Freitag, weil sie direkt im Ziel die Gewissheit hatte. "Es ist noch geiler, als Erste über die Ziellinie zu laufen. Es ist unglaublich, wunderbar. Ich hatte noch nie so ein Gefühl." Herrmann schrieb Geschichte, zwei deutsche Einzel-Siege waren zum Weltcup-Auftakt zuletzt Martina Beck 2007 gelungen. Mit etwas Glück könnte die 28-Jährige, die erst vor einem Jahr den Sprung vom Langlauf ins Lager der Skijäger gewagt hatte, schon in der kommenden Woche beim Weltcup in Hochfilzen (8. bis 10. Dezember) das Gelbe Trikot der Gesamtweltcup-Führenden übernehmen.

Schneller Aufstieg in die Weltspitze

Aktuell belegt sie im Gesamtweltcup den zweiten Platz mit vier Punkten Rückstand auf die Französin Justine Braisaz, die in der Verfolgung Zweite wurde. Kleiner Trost für Herrmann: Sowohl die Sprint- als auch die Verfolgungswertung führt sie an und wird dort in den nächsten Rennen im Roten Trikot antreten.

 Das Rennen am Sonntag über 10 km begann perfekt - nicht nur, weil Herrmann mit einem Polster von rund 15 Sekunden in die Loipe gegangen war. Ihr Vorsprung vergrößerte sich nach der ersten fehlerfreien Schießeinlage, auch die zweiten fünf Scheiben räumte sie liegend alle ab. Zur Halbzeit des Rennens hatte sich schon die Überraschung angedeutet. "Ich bin extrem gut reingekommen, habe versucht, mein eigenes Rennen zu machen", sagte Herrmann, die dann beim ersten Stehendanschlag bei den letzten beiden Schüssen aber etwas wackelte. Zweimal zielte sie daneben, zwei Strafrunden musste sie drehen - Braisaz übernahm mit einem knappen Vorsprung die Spitze. Als Herrmann beim letzten Schießen, dem finalen Showdown, dann aber wieder alle Scheiben traf, war der Sieg perfekt.

Dahlmeier gibt in Hochfilzen ihren Einstand

Norwegen Biathlon-Weltmeisterin Laura Dahlmeier in Oslo (picture-allaince/dpa/B. Roald)

Laura Dahlmeier: Übernimmt sie ab der kommenden Woche wieder das Kommando im deutschen Biathlon-Team?

"Ich will das hohe Niveau halten", sagte Herrmann nach dem Rennen. Wenn das gelingt, kann sie zur Alternative für die deutsche Weltmeister-Staffel werden. "Es ist wirklich erstaunlich, wie schnell sie an die Weltspitze gekommen ist", sagte Bundestrainer Gerald Hönig. Herrmann bewies, dass sie selbst schwierige Rennen mit vier Schießeinlagen für sich entscheiden kann.

Die Norm für Olympia in Südkorea hat sie erfüllt, doch pro Rennen gibt es nur vier Startplätze. "Ich bin jetzt sicher schon mal gut dabei, aber der Druck ist sehr hoch", sagte Herrmann. Dafür wird auch sie sorgen: Die siebenmalige Weltmeisterin Laura Dahlmeier, die in Östersund wegen einer Erkältung fehlte und in der kommenden Woche in Hochfilzen in die Saison einsteigen wird.

jw/sw (mit sid, dpa)

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