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Afrika

Doppelanschlag in Algerien

Bei einem Terroranschlag von zwei Selbstmordattentätern auf eine Militärakademie sind in Algerien mindestens 18 Menschen getötet worden. Sicherheitskreise vermuten Al Kaida im Islamischen Maghreb hinter dem Anschlag.

Karte von Algerien (Foto: DW-Grafik)

Der Anschlag ereignete sich etwa 100 Kilometer westlich von Algier

Bei dem doppelten Selbstmordanschlag am Freitag (26.08.2011) seien zwei Attentäter mit einem Motorrad vorgefahren und hätten sich am Eingang des Militärkomplexes in Cherchell - etwa 100 Kilometer westlich der Hauptstadt Algier - in die Luft gesprengt, berichtete ein Vertreter der Sicherheitsbehörden.

Bei den Toten handele es sich um 16 Soldaten und zwei Zivilisten, sagte ein Krankenhausmitarbeiter. Weitere 26 Menschen sollen verletzt worden sein, einige von ihnen schwer.

Das algerische Verteidigungsministerium verurteilte den Anschlag als "abscheulichen terroristischen Akt", der auf das Konto "krimineller Banden" gehe. Es ist einer der schwersten Anschläge in Algerien in den vergangenen Jahren. Die Stadt Cherchell wurde nach dem Anschlag abgeriegelt.

Anschlag kurz nach dem Fastenbrechen

Die Attentäter hätten eine größtmögliche Zahl an Menschen töten wollen, seien aber mit ihrem Plan gescheitert, in eine Offiziersmesse einzudringen, berichtete die Zeitung "El Watan" in ihrer Onlineausgabe. Sie sprengten sich vor dem Gebäude in die Luft, als sich dort gerade die Offiziere zum Fastenbrechen am Ende des muslimischen Fastenmonats Ramadan versammelten, wie das Blatt weiter berichtete.

Der Freitag war die Nacht des 27. Ramadan, die zu den Höhepunkten des Fastenmonats zählt. In der "Nacht der Bestimmung" gelten Gebete und Fürsprachen als besonders wirkungsvoll. In dieser Nacht werden häufig Anschläge verübt, da viele Attentäter glauben, dass ihre Taten dann mehr Durchschlagskraft hätten.

Untergrundkrieg seit 1992

Hinter dem Attentat wurden Anhänger der radikal-islamischen Terrororganisation Al Kaida im Islamischen Maghreb vermutet. Sie verübt seit dem Beginn des Fastenmonats Ramadan verstärkt Anschläge. Al Kaida im Islamischen Maghreb ging aus der größten algerischen Terrorvereinigung hervor, der Salafistischen Gruppe für Predigt und Kampf (GSPC).

Im August 2008 kamen bei einem Bombenanschlag auf eine algerische Militärakademie 48 Menschen ums Leben. Im Juni 2009 wurden bei einem Überfall islamistischer Rebellen auf Sicherheitskräfte 19 Menschen getötet.

Islamische Extremisten bekämpfen algerische Sicherheitskräfte seit 1992. Damals hatte das Militär eine Wahl abgesagt, die eine inzwischen verbotene muslimische Partei im Begriff war zu gewinnen. Es hat seither immer wieder sporadische Anschläge gegeben, seit Juli hat deren Zahl jedoch dramatisch zugenommen. Schätzungsweise 200.000 Menschen kamen seit Ausbruch der Gewalt ums Leben.

Autorin: Julia Elvers-Guyot (rtr, dapd, dpa, afp)
Redaktion: Stephan Stickelmann/Ursula Kissel

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