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Kultur

Dopingverdacht gegen Landis bestätigt

Floyd Landis war bei seinem Sieg bei der Tour de France in diesem Jahr definitiv gedopt. Das bestätigte die Analyse der so genannten B-Probe. Von seinem Schweizer Team Phonak wurde der 30-Jährige fristlos entlassen.

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Der Traum ist zerplatzt - Floyd Landis ist des Dopings überführt

Die so genannte B-Probe des Amerikaners habe erneut einen überhöhten Testosteron-Wert ergeben, teilte der Radsportverband UCI am Samstag in Paris mit. Der Radsportler weist den Vorwurf dagegen erneut zurück. Landis erklärte, er habe "niemals irgendeine verbotene Substanz genommen", auch nicht Testosteron.

Fristlos entlassen

Von seinem Schweizer Team Phonak wurde Floyd Landis fristlos entlassen. Die Anti-Doping-Kommission des UCI werde den amerikanischen Radsportverband bitten, ein Disziplinarverfahren gegen Landis einzuleiten, erklärte der Verband. Landis wäre in der 103-jährigen Geschichte der Tour de France der erste Gewinner, dem der Sieg wegen eines Dopingvorwurfs aberkannt wird.

Nach Angaben eines Sprechers war bei ihm in den vergangenen Tagen ein Verhältnis von Testosteron zu Epitesteron festgestellt worden, das fast das Dreifache des Grenzwerts von 4:1 betragen habe. Landis hatte die B-Probe daraufhin selbst beantragt. Ihm droht eine zweijährige Sperre.

Tour-Direktor Christian Prudhomme sagte: "Für uns ist Floyd Landis nicht mehr der Gewinner der Tour de France 2006." Wahrscheinlich wird nun der Spanier Oscar Pereiro zum Tour-Sieger vor Andreas Klöden erklärt.

Landis will seinen Ruf retten

Die Antwort des US-Amerikaners ließ nicht lange auf sich warten: "Ich war der Stärkste bei der Tour de France, und darum bin ich der Champion", hieß es in einer schriftlichen Erklärung von Landis. "Ich werde diese Vorwürfe mit derselben Entschlossenheit und Intensität bekämpfen, die ich in mein Training und meine Rennen einbringe. Es ist jetzt mein Ziel, meinen Ruf zu retten und wiederherzustellen, wofür ich so hart gearbeitet habe."

Das Schweizer Team Phonak erklärte, Landis stehe es frei, die Testergebnisse anzufechten. Dies sei jedoch "seine Privatsache". Landis war nach der 17. Etappe der Tour de France positiv auf Testosteron getestet worden, nachdem er auf einer der schwersten Alpen-Strecken einen Einbruch vom Vortag wett gemacht und sich vom elften wieder auf den dritten Rang gekämpft hatte. Landis hatte erklärt, dass er aus natürlichen Gründen einen erhöhten Testosteron-Wert habe.

In knapp drei Wochen wird das Schiedsgericht der Anti-Doping-Agentur der USA (USASDA) beide Seiten anhören und anschließend eine Entscheidung treffen. Diese könnte Landis allerdings vor dem Internationalen Sportgerichtshof (CAS) anfechten. "Die Entscheidung heute ist erst der Beginn eines langen Prozesses. Wir rechnen frühestens im Dezember oder Januar mit einer endgültigen Entscheidung", betonte Landis-Anwalt Jose-Maria Buxeda. (je)

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