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Doping

Dopingverdacht gegen brasilianische Sportler

Dem brasilianischen Spitzensport droht ein Dopingskandal, der möglicherweise auch ehemalige Fußball-Nationalspieler und Olympiamedaillengewinner des Landes erfasst. So wird ein Weltmeister von 2002 namentlich erwähnt.

Fußballstar Roberto Carlos steht nach Recherchen der ARD-Dopingredaktion als Spieler des Weltmeisterteams von 2002 im Verdacht, Patient eines Arztes gewesen zu sein, der Doping bei Sportlern praktiziert.

Die Recherche ist Teil der neuen Folge der ARD-Reihe Geheimsache Doping mit dem Titel "Brasiliens schmutziges Spiel". Darin geht es auch um mutmaßliche Versäumnisse und Unregelmäßigkeiten in der Dopingbekämpfung im Gastgeberland bei der Fußball-WM 2014 und den Olympischen Spiele 2016.

Einer der genannten: Robert Carlos

Der Name des Weltstars Roberto Carlos steht demnach in einem Dossier, das die brasilianische Anti-Doping-Agentur ABCD bereits 2015 an die Staatsanwaltschaft von São Paulo übergeben hatte. Der mehr als 200 Seiten starke Bericht liegt der ARD-Dopingredaktion vor. Er dokumentiert detailliert die zweifelhaften Praktiken des Arztes Júlio César Alves. Das Management von Roberto Carlos teilte nach mehrmaliger ARD-Anfrage mit, Carlos wolle sich zu den Recherchen nicht äußern.

Dass Alves offenbar Sportler gezielt mit Dopingmitteln versorgt, ist eigentlich seit Jahren bekannt. Bereits 2002 und 2013 prahlte der Arzt öffentlich mit seinem vermeintlichen Kundenstamm aus Olympiateilnehmern und Fußball-Nationalspielern. Er behauptete im brasilianischen Fernsehen, Sportler mit Dopingsubstanzen zu behandeln. 2013 etwa seien es "25 Olympia-Athleten" gewesen, dazu "zwei Spieler aus der brasilianischen Fußball-Nationalmannschaft."

Die ARD-Reihe "Geheimsache Doping" hatte 2014 und 2015 systematisches Doping und Manipulationen in Russland aufgedeckt. Die Belege dieser Dokumentation setzten eine Entwicklung in Gang, die unter anderem zum Ausschluss russischer Leichtathleten von den Olympischen Spielen in Rio und dem kompletten Startverbot Russlands bei den anschließenden Paralympics führte.

sw/mrl (sid, dpa)