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Doping

Dopingfall Errani: Nur zwei Monate Sperre

Einst stand sie im Finale der French Open, jetzt wird sie des Dopings überführt: Die italienische Tennisspielerin Sara Errani nahm ein verbotenes Stimulans. Die Dauer der Sperre gibt jedoch Rätsel auf.

Ein weiterer Dopingfall im Tennis: Die ehemalige French-Open-Finalistin Sara Errani ist bei einer Anti-Doping-Kontrolle des Weltverbandes ITF positiv getestet und mit einer Sperre über zwei Monate belegt worden. Dies hatte zunächst die Mailänder Tageszeitung "Corriere della Sera" berichtet, der Verband bestätigte die Meldung am Montagnachmittag.

Einst Nummer 5 der Weltrangliste

Nachgewiesen wurde in einer am 16. Februar genommenen Urinprobe Spuren von Letrozol, einem hormonellen und metabolischen Stimulans-Mittel. Das Mittel Letrozol, das zur unterstützenden Behandlung von Brustkrebs bei Frauen nach den Wechseljahren verwendet wird, wird in Deutschland unter dem kommerziellen Namen Arimidex vertrieben. Die 30-jährige Errani hatte am 18. April vom Befund erfahren, den Verstoß daraufhin eingeräumt und um eine Anhörung gebeten, die am 19. Juli stattfand. Derzeit belegt die Tennis-Spielerin aus Bologna Platz 98 in der Weltrangliste. Im Jahr 2013 war sie zwischenzeitlich sogar die Nummer fünf der Welt.

Erranis Ergebnisse auf der WTA-Tour, die sie seit der Probenentnahme und bis zum folgenden negativen Test (7. Juni) eingespielt hat, werden annulliert. Die Sperre gilt rückwirkend ab dem 3. August bis zum 2. Oktober - also nur zwei Monate. Die kurze Sperre wirft erneut die Frage der Gerechtigkeit im Anti-Doping-Kampf auf: Warum erhalten manche Sportler eine kurze und manche eine längere Sperre, obwohl ihnen ähnliches vorgeworfen wird? Erst vor wenigen Tagen war der dreifache Eishockey-Weltmeister Danis Saripow für zwei Jahre gesperrt worden - auch bei ihm wurde ein verbotenes Stimulanzmittel festgestellt.

Warum nur zwei Monate Sperre?

Ein und dieselbe Dopingmittel-Kategorie und zwei völlig unterschiedliche Sanktionen - wie passt das zusammen? Auf den ersten Blick klafft zwischen beiden Sperren eine große Lücke. Ob Errani mit dem Verband oder der nationalen Anti-Doping-Agentur bei der Aufklärung zusammenarbeitete und so ihre Sperre verkürzte, ist nicht bekannt. Doch selbst wenn dem so wäre, sind zwei Monate Sperre ungewöhnlich kurz für ein Dopingvergehen. 

jw (mit sid/dpa)

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