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Sport

Doping: Sauber bleiben will gelernt sein

Aufklärungsunterricht mal anders: Die besten deutschen Nachwuchssportler bekommen in der Schule Besuch von der Nationalen Anti-Doping-Agentur. Die sportlichen Schüler sollen das Motto „Ich bin sauber“ verinnerlichen.

Lateinunterricht am Canisius-Kolleg im Berliner Bezirk Tiergarten, aufgenommen am 08.12.2006.

Schulunterricht der besonderen Art

Die Geschaeftsstelle der deutschen Nationalen Anti Doping Agentur NADA, aufgenommen am Donnerstag, 31. Mai 2007, in Bonn. (AP Photo/Hermann J. Knippertz) ---

Die NADA in Bonn

Doping ist in aller Munde und schwappt bei fast jedem Weltrekord als fader Beigeschmack mit. Junge Sportler sollen aber gar nicht erst auf die Idee kommen, verbotene Substanzen zu nehmen. Das ist der Wunsch der Nationalen Anti-Doping-Agentur NADA. Deshalb ist sie unter dem Motto „Gemeinsam gegen Doping - Ich bin sauber“ mit einer Präventions- und Info-Tour unterwegs.

Nach und nach stattet sie allen 39 Elite-Schulen des Sports zwischen Berchtesgarden und Rostock einen Besuch ab. Bei den Olympiasiegern und Weltmeistern von morgen werben die NADA-Experten für fairen Sport, zeigen Gefahren auf und informieren über Dopingkontrollen und Melderichtlinien.

Doping-Folgen bewusst machen

Der stellvertretenen NADA-Geschäftsführerin Ulrike Spitz ist es wichtig, mit dem Nachwuchs über Doping ins Gespräch zu kommen: „Es muss eine Sportler-Generation heranwachsen, die über die Folgen Bescheid weiß. Der Athlet wird ja nicht nur gesperrt. Mal abgesehen von gesundheitlichen Folgen wird z.B. die Sporthilfe gestrichen und die Sportler können nicht für Olympia nominiert werden. Wir müssen ihnen bewusst machen, dass der richtige Weg sauberer Sport ist.“

„Was ist Doping überhaupt?“, „Welche Medikamente sind verboten?“ oder „Wie verhalte ich mich bei einer Dopingkontrolle?“ In einem Vortrag beantworten Experten viele Fragen. Einige der Jugendlichen haben zwar schon eine Dopingprobe abgegeben. Aber dass selbst der Genuss von Mohnkuchen oder das Passivrauchen eines Joints Grund für einen positiven Test sein kann, ist für viele neu.

Profis werden Vorbildrolle gerecht

International Olympic Committee medical director Patrick Schamasch, left, visits the Doping Control Laboratory in Athens, on Monday, Aug. 2, 2004. Some 500 people will be hired to conduct doping tests during the Athens Olympics. (AP Photo/Thanassis Stavrakis, Pool)

Auch darauf werden die jungen Sportler vorbereitet - eine Dopingkontrolle

Besonders still wird es, wenn sie auf Fotos gesundheitliche Schäden des Dopings sehen. „Es reicht nicht, wenn ich einem Schüler sage, dass Epo sein Blut verdicken und er daran sterben kann. Das ist zu weit weg. Wenn wir Fotos von pickliger Haut oder vergrößerten Brüsten bei Männern zeigen, wirkt das abschreckend. Darauf setzen wir“, so Ulrike Spitz.

Da das alleine nicht ausreicht, sind bei der NADA-Tour auch immer Profisportler mit dabei. Sie sind auch in Sachen Doping-Prävention Vorbilder für die Jugendlichen. So erzählt Handball-Weltmeister Stefan Schröder vom HSV Hamburg den Schülern z.B., welchen Ärger er mal wegen einer verpassten Doping-Probe hatte.

„Nicht in Dopingfalle tappen“

Der 27-jährige Nationalspieler gibt seine Erfahrungen gerne weiter: „Wichtig ist, dass die Jugendlichen gut informiert sind, um nicht in eine Dopingfalle zu tappen, die es gerade im Medikamentenbereich gibt. Außerdem sollen sie beruhigt sein, wenn die erste Dopingkontrolle ansteht. Sie sollen sich nicht erschrecken, dass ihnen beim Wasserlassen plötzlich jemand zuguckt.“

Die Jugendlichen können auch von eigenen Erfahrungen erzählen. So berichtet die 18 Jahre alte Bundesliga-Volleyballerin Natalia Cukseeva aus Hamburg, dass sie gut aufpasst, wenn ein Arzt ihr Medikamente verschreibt: „Als ich verletzt war, habe ich alle möglichen Mittel bekommen. Da ich nicht sicher war, habe ich alles, was ich nicht auf der Liste mit den erlaubten Medikamenten gefunden habe, lieber nicht eingenommen.“

Die NADA-Tour kommt beim Nachwuchs gut an. So ist die 18-jährige Beach-Volleyballerin Levke Springer froh, dass sie mit ihren Internatskollegen aus Kiel teilnehmen konnte: „Ich fand es interessant, einen Einblick in den Spitzensport zu bekommen und ich weiß jetzt, wie Profisportler das sehen mit dem Thema Doping und den Kontrollen. Ich finde es wichtig, dass der faire Sport gefördert wird und wir das unterstützen.“

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