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Sport

Doping kein Kavaliersdelikt - Ethik im Leistungssport?

Mit Moral kommt man im Kampf gegen Doping nicht weit. Da gibt es andere Faktoren, die weitaus effektiver sind. Geld zum Beispiel.

Andreas Krieger, der eine Geschlechtsumwandlung hinter sich hat, beim Doping-Prozess gegen ehemalige hochrangige DDR-Sportfunktionäre am 02.05.2000 in Berlin-Moabit. (Foto: dpa/lbn)

Andreas Krieger, der zu DDR-Zeiten als Kugelstoflerin Heidi Krieger 1986 Europameisterin war, setzt sich für die Aufarbeitung des Dopingmissbrauchs im DDR-Sport ein.

Der olympische Eid ist das bekannteste Gelöbnis von Sportlern, den Fair-Play Gedanken zu achten. Die aktuelle Fassung lautet:

  • Im Namen aller Athleten verspreche ich, dass wir an den Olympischen Spielen teilnehmen und dabei die gültigen Regeln respektieren und befolgen und uns dabei einem Sport ohne Doping und ohne Drogen verpflichten, im wahren Geist der Sportlichkeit, für den Ruhm des Sports und die Ehre unserer Mannschaft.“

    Doch ob Olympischer Eid, der Ethik-Code bei Radsportlern oder der Sporthilfe-Eid für deutsche Sportler – Doping-Sünder gibt es bei sportlichen Wettkämpfen zuhauf. Das weiß auch der ARD-Doping-Expert Hajo Seppelt: „Erst kommt das Fressen, dann kommt die Moral und das ist auch im Sport nicht anders.“ Es gehe erst mal darum, sich eine angenehme Lebenssituation zu schaffen und danach könne man nachdenken, ob man fair sei, so Seppelt. Er glaubt „der Anreiz zur Manipulation zum Zwecke der Profit-Maximierung, das spielt eine größere Rolle, als ständig darüber nachzudenken, ob man fair miteinander umgeht.“

    Nur als Erster bist du jemand

    Leistungssport, also das Streben, der Beste zu sein und gleichzeitig fair zu sein - es scheint also utopisch. Genauso wie das olympische Motto „Dabei sein ist alles“.

    „Das schlimme ist, dass nur Erfolge zählen, also nur Erfolge bringen Geld, nur Erfolge bringen Ansehen, ein 3., 4., 5. Platz bringt gar nichts. Ob im Sport oder im Beruf – es ist ein gesellschaftliches Problem“, meint Andreas Krieger, früher Heidi Krieger, die als DDR-Sportlerin 1986 Europameisterin im Kugelstoßen wurde. Krieger wurde damals jahrelang ohne eigenes Wissen mit männlichen Steroiden voll gepumpt.

    Strukturen müssen aufgebrochen werden

    Geld, Ruhm und Ansehen scheint wichtiger zu sein als Ehrlichkeit, Anständigkeit und Fairness. Das ist im Sport nicht anders als in der Politik oder im Beruf. Deshalb, so Hajo Seppelt, sei der „Ansatz, bei einer wirklichen Auseinandersetzung des Themas nicht der, den erhobenen Zeigefingers rauszuholen“, sondern, „die Strukturen müssen geändert werden.“

    Aber wie geschieht das? „Da muss man darüber nachdenken, wie man mit Verwertungsketten im ökonomischen Bereich umgeht“, schlägt Hajo Seppelt vor. Beispielsweise könnten die Medien mit einbezogen werden. Diese müssten Druck auf Sportler, Verbände, Trainer und Ärzte ausüben. Teilweise sei das ja auch geschehen, als beispielsweise die ARD im vergangenen Jahr die Tour de France nicht mehr gezeigt habe. „Das sind Eingriffe in die Strukturen die funktionieren, da bin ich sicher.“ Ob durch moralischen oder ökonomischen Druck - Andreas Krieger fordert vom Sport vor allem eines: Es müsse wieder ehrlich werden. Ein schöner Wunsch – oder?

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