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Kultur

Doping für Pflanzen tötet Weltmeere

Die Verschmutzung der küstennahen Gewässer ist vor allem hausgemacht. Landwirtschaft und Abwasser lassen erst einmal die Algen blühen. Sterben sie dann ab, entziehen sie dem Wasser lebenswichtigen Sauerstoff.

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Wie sieht es unter der Oberfläche aus?

Am Anfang steht der Mensch. Er will üppige Pflanzen und saubere Wäsche. Für die Reinheit der Fasern sorgt Phospat in Waschmitteln. Stickstoff- und Nitrathaltige Dünger regen das Wachstum von Blumen und Getreide an.

Felder in Thüringen, Erde Boden

Ein Meer von Pflanzen

Doch werden Böden oft überdüngt. Ein Überschuß an Waschmitteln belastet ebenfalls die Umwelt, denn die darin enthaltenen Phospate und Stickstoff-Dünger von Äckern, die in Gewässer abfließen, regen das Algenwachstum an.

Konkurrenzkampf in der Natur

Jene Mikroorganismen laben sich an den fehlgeleiteten Nährstoffen, vermehren sich in Massen, produzieren sogenannte Planktonblüten. Doch wehe, das Plankton stirbt später ab. Dann werden die Algen von Mikroben zersetzt, und dieser Prozess entzieht dem Gewässer große Mengen - oder sogar den ganzen - Sauerstoff. Ein Phänomen, das in Seen, Flüssen und in Meeren. Für Krebse und Fische im maritimen Gewässer bedeutet das oft das Todesurteil.

Wissenschaftler warnen vor weltweit totem Meer

Sauerstoffarme Meereszonen kommen mittlerweile in Küstenregionen rund um den Globus vor. Das bestätigen Meeresbiologen wie Robert Diaz.

BdT China Olympia Algenplage bedroht Segelwettbewerbe

Algenplage auch an Chinas Küsten

Der Professor für Meereswissenschaft am Virginia Institute of Marine Science hat in der renommierten Fachzeitschrift Science eine Studie über die Ausbreitung der „Todeszonen“ in den Meeren und deren große Bedrohung für die Meeresumwelt veröffentlicht. Weltweit gibt es mehr als 400 solcher Sauerstoff-Mangelzonen, mit einer Fläche von der Größe Großbritanniens.

Der Mensch will mehr und Meer

Alle sind durch menschlichen Einfluß entstanden. Die Wissenschaftler sprechen auch von hypoxischen Zuständen. Meist tritt der Sauerstoffmangel vom Sommer bis zum Herbst auf. Das ist die Zeit, in der die Algenblüten allmählich abklingen und Mikroorganismen damit beginnen, das Plankton abzubauen. Die größte von allen Todeszonen erstreckt sich in der Ostsee. Rutger Rosenberg, Professor für Meeresökologie an der Universität Göteborg in Schweden und Co-Autor der neuen Studie, hat herausgefunden, dass rund ein Viertel der Meere so niedrige Sauerstoff-Konzentrationen aufweist, dass dort kein Fisch und kein Krustentier leben kann. Das gilt für Bereiche mit Wassertiefen ab 80 Metern.

Toter Dorsch vor Timmendorfer Strand

Ein Dorsch - dem Sauerstoffmangel erlegen

Besonders die Dorschbestände sind stark geschrumpft. Wenn der beliebte Speisefisch laicht, sinken die Eier solange ab, bis sie ein höherer Salzgehalt in größerer Tiefe in der Schwebe hält. Das ist genau in dem sauerstoffarmen Bereich. Deshalb hat der Dorsch so große Probleme.

Klimawandel könnte das Problem verschärfen

Bei höheren Temperaturen ist weniger Sauerstoff im Meerwasser gelöst. Das haben dänische Forscher anhand von Messungen ermittelt. Wollte man die Todeszonen wieder eindämmen und das Übel an der Wurzel packen, müsste man auf jeden Fall bei der Landwirtschaft ansetzen. Und vor allem vermeiden, dass Düngemittel von Äckern in Gewässer abfließen. Und da wären wir wieder am Anfang.