1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Top-Thema – Podcast

Donnerstags kein Fleisch

In der belgischen Stadt Gent ist donnerstags immer Vegetariertag. Auch in der Schule sollen die Kinder lernen, Geschmack an Gemüse zu finden. Das ist nicht nur gut für die Gesundheit, sondern auch für die Umwelt.

Rinder auf einer Wiese

Donnerstags kommen sie nicht auf den Teller ...

Ein Donnerstagmittag an der belgischen Grundschule Freinetschool De Boomgaard: In der Kantine gibt es gerade Mittagessen. Wie jeden Donnerstag steht kein Fleisch auf dem Speiseplan. Der elfjährige Schüler Jakob Preuss erklärt: "Heute essen alle vegetarisch. Man darf kein Fleisch mitnehmen." Seit September 2009 gibt es in allen 35 Schulkantinen in Gent einmal in der Woche nur vegetarische Gerichte. Diese Idee stammt von EVA, der belgischen Vegetarierorganisation.

Gemüse ist nicht nur gesund, sondern schmeckt auch gut. Das sollen schon die Kleinsten lernen. So will die Stadt Gent dem Übergewicht von Kindern vorbeugen. Doch den Initiatoren des vegetarischen Tages geht es nicht nur um eine gesündere Ernährung, sondern auch um die Umwelt: Für die Produktion von einem Kilo Rindfleisch braucht man ungefähr 15000 Liter Wasser. Außerdem ist, so sagt die UNO, die Tierhaltung für mindestens ein Fünftel der Treibhausgase verantwortlich. Weniger Fleischkonsum bedeutet also auch Umweltschutz.

Ein durchschnittlicher Belgier verspeist in seinem Leben etwa 1800 Tiere. Schon mit einem fleischfreien Tag pro Woche würde der Fleischkonsum eines Menschen im Laufe seines Lebens um 250 Tiere sinken. So steht es in der Informationsbroschüre, die die Schulen von der Stadt Gent erhalten. Seit es den vegetarischen Tag gibt, wird an der Boomgaard-Grundschule noch mehr über Ernährung – und besonders über Fleischkonsum – gesprochen. Mehr als 90 Prozent der Eltern unterstützen den vegetarischen Tag, erzählt die Schulleiterin.

Die Initiative stößt international auf großes Interesse. Aus der ganzen Welt rufen Journalisten und Politiker in Gent an, um mehr zu erfahren. In Belgien sind schon zwei weitere Städte dem Beispiel gefolgt, und in Kolumbien gibt es Überlegungen, einen wöchentlichen fleischlosen Tag im ganzen Land einzuführen. Sogar Popstar Paul McCartney macht bei öffentlichen Veranstaltungen in Großbritannien Werbung für eine ähnliche Initiative.


Glossar

Vegetarier/in, der/die – eine Person, die kein Fleisch isst

Geschmack an etwas finden – lernen, etwas zu mögen

Grundschule, die – in Deutschland die Schule mit den Klassen eins bis vier (in Belgien die Klassen eins bis sechs)

Kantine, die – hier: das günstige Restaurant in einer Schule

vegetarisch – so, dass etwas ohne Fleisch ist

Übergewicht, das – das zu hohe Körpergewicht

einer Sache vorbeugen (mit Dativ) – etwas tun, damit eine Sache nicht passiert

Initiator/in, der/die – jemand, der etwas Neues macht

es geht jemandem um etwas – etwas ist jemandem wichtig

Ernährung, die – das Essen und Trinken

Tierhaltung, die – das Pflegen und Füttern von Tieren

Treibhausgas, das (meist im Plural: Treibhausgase) – Gas, das schlecht für die Umwelt ist

Konsum, der – der Verbrauch

etwas verspeisen – etwas essen

Broschüre, die – das Heft

Initiative, die – die neue Aktion

etwas stößt auf Interesse – viele interessieren sich für etwas

einem Beispiel folgen – etwas genau so tun wie jemand anderes


Fragen zum Text

1. An den Genter Schulen gibt es donnerstags kein Fleisch, weil …

a) Fleisch teuer ist und die Stadt Geld sparen will.

b) die vielen vegetarischen Restaurants in Gent nicht genug Kunden haben.

c) man so etwas Gutes für die Gesundheit der Bürger und die Umwelt tun will.

2. Welche Aussage ist falsch?

a) Weniger Fleischkonsum bedeutet Umweltschutz, da Wasser gespart wird.

b) Die Tierhaltung ist für mindestens 20 Prozent der Treibhausgase verantwortlich.

c) Weniger Fleischkonsum kann besonders bei Kindern zu Übergewicht führen.

3. Was bedeutet ein Wochentag ohne Fleisch für die Belgier?

a) Sie würden in ihrem Leben 250 Tiere weniger essen.

b) Nur noch 1800 Tiere werden pro Woche gegessen.

c) Der Fleischkonsum beträgt nur 90 Prozent der normalen Menge.

4. Stößt die Vegetarier-Initiative in der Welt auf Interesse?

a) Andere Länder wie Kolumbien hatten bisher mehr Erfolg.

b) Bisher hat sich die Politik nicht für die Initiative interessiert.

c) Es gibt sogar Popstars, die für die Initiative Werbung machen.

5. Ergänzen Sie: "Mit dem vegetarischen Tag will Gent auch … vorbeugen."

a) das Klimawandel

b) dem Klimawandel

c) des Klimawandels

Arbeitsauftrag

Recherchieren Sie im Internet, was der Unterschied zwischen Vegetariern und Veganern ist. Beschreiben Sie in einem kurzen Text, welche Speisen Vegetarier essen dürfen, Veganer aber nicht. Könnten Sie sich dazu entschließen, sich vegetarisch oder vegan zu ernähren? Nennen Sie Gründe, die dafür oder dagegen sprechen.

Autorinnen: Nina Haase/Anne Gassen

Redaktion: Shirin Kasraeian

Die Redaktion empfiehlt

WWW-Links

Audio und Video zum Thema

Downloads