1. Inhalt
  2. Navigation
  3. Weitere Inhalte
  4. Metanavigation
  5. Suche
  6. Choose from 30 Languages

Nachrichten

Donnerstag, 9. Oktober 2008

Trainieren Sie Ihr Hörverstehen mit authentischen Materialien. Nutzen Sie die Nachrichten der Deutschen Welle von Donnerstag - als Text und als verständlich gesprochene Audio-Datei.

BRÜSSEL/REYKJAVIK: In Europa bemühen sich die Regierungen mit Nachdruck darum, den Zusammenbruch weiterer Banken zu verhindern. Belgien, Frankreich und Luxemburg verständigten sich auf einen neuen Rettungsplan für die angeschlagene Dexia-Bank. Sie werden dem Finanzinstitut mit einer einjährigen Bürgschaft unter die Arme greifen, wie der belgische Ministerpräsident Yves Leterme mitteilte. - Die Regierung von Island verstaatlichte inzwischen auch das größte Finanzinstitut des Landes, die 'Kaupthing Bank'. Es ist bereits die dritte isländische Bank, die in dieser Woche unter staatliche Kontrolle gestellt wurde.

FRANKFURT AM MAIN: Einen Tag nach der Leitzinssenkung durch führende Notenbanken hat sich der deutsche Aktienmarkt stabilisiert. Nach dem Kursrutsch vom Mittwoch konnte der Aktienindex DAX am Donnerstagvormittag wieder etwas zulegen. Auch an den asiatischen Börsen hellte sich die Stimmung auf. Händler sahen darin eine positive Reaktion auf die Zinssenkungen unter anderen in den USA und im Euroraum.

PARIS: Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy und Bundeskanzlerin Angela Merkel haben ihre Geschlossenheit bei der Bekämpfung der Finanzkrise betont. In einer nach einem Telefongespräch zwischen Sarkozy und Merkel in Paris veröffentlichten gemeinsamen Erklärung hieß es, beide Politiker hätten vereinbart, 'vollkommen koordiniert' vorzugehen. - Merkel erörterte das weitere Vorgehen in der Krise auch in Telefonaten mit US-Präsident George W. Bush und Regierungschefs anderer Staaten.

BERLIN: Wegen der internationalen Finanzkrise verdüstern sich die Konjunkturaussichten auch für Deutschland zunehmend. Nach einer Prognose des Internationalen Währungsfonds wird die Wirtschaft in der Bundesrepublik 2009 nicht wachsen. - Nach Informationen der Zeitung 'Financial Times Deutschland' geht auch die Bundesregierung davon aus, dass es im nächsten Jahr kaum noch Wachstum geben wird. Die Prognose werde von bisher 1,2 Prozent 'Richtung Null' gesenkt, meldete das Blatt unter Berufung auf Regierungskreise. Das Wirtschaftsministerium nahm zu dem Bericht nicht Stellung. Minister Michael Glos will die offizielle Regierungsprognose am 16. Oktober vorlegen.

KIEW: Nach dem Auseinanderbrechen der pro-westlichen Regierungskoalition wird in der Ukraine in knapp zwei Monaten ein neues Parlament gewählt. Staatspräsident Viktor Juschtschenko setzte als Wahltermin den 7. Dezember fest, nachdem er zuvor das Parlament aufgelöst hatte. Juschtschenkos Partei 'Unsere Ukraine' hatte die Koalition im vergangenen Monat aufgekündigt, nachdem der Block von Regierungschefin Julia Timoschenko gemeinsam mit der pro-russischen Opposition eine Beschneidung der Macht des Präsidenten beschlossen hatte. Ein weiterer Streitpunkt ist der politische Kurs gegenüber Russland nach dem Georgien-Krieg.

TIFLIS: Russland hat den Rückzug seiner Truppen aus dem georgischen Kernland vor Ablauf der vereinbarten Frist abgeschlossen. Der georgische Innenminister Wano Merabischwili bestätigte in Tiflis, die russischen Soldaten hätten die so genannten Pufferzonen um die abtrünnigen Provinzen Abchasien und Südossetien verlassen. Laut der Waffenstillstandsvereinbarung hatte Russland bis Freitag Zeit für den Abzug.

NEW YORK: Die UN-Vollversammlung hat den Internationalen Gerichtshof in Den Haag beauftragt, die Rechtmäßigkeit der Unabhängigkeitserklärung des Kosovo zu prüfen. Für einen entsprechenden Antrag der serbischen Regierung stimmten 77 Staaten. 74 enthielten sich, darunter auch Deutschland. Sechs Länder stimmten gegen den Antrag. Serbien, das die Unabhängigkeit seiner früheren Provinz Kosovo nicht anerkennt, sprach nach der Entscheidung von einem großen Tag für das Völkerrecht. Mit einem Gutachten des Internationalen Gerichtshofs wird allerdings erst in einem oder zwei Jahren gerechnet.

ISLAMABAD: Bei einem Bombenanschlag in der pakistanischen Hauptstadt sind nach offiziellen Angaben sieben Menschen verletzt worden. Erste Berichte, wonach es offenbar auch Tote gegeben habe, bestätigten sich bislang nicht. Der Anschlag ereignete sich auf dem Gelände des Hauptquartiers der Polizei. Vermutlich sei eine Autobombe gezündet worden, erklärte ein Polizeisprecher. - Am 20. September waren bei einem Anschlag auf ein Hotel in Islamabad mehr als 50 Menschen getötet worden.

BANGKOK: In Thailand hat die Justiz eine Anklage wegen Hochverrats gegen neun Anführer der Proteste gegen die Regierung fallen gelassen. Auch wenn die Wortführer der oppositionellen 'Volksallianz für Demokratie' - PAD - kriminelle Taten begangen hätten, seien Haftbefehle wegen Hochverrats überzogen, erklärte das Berufungsgericht in Bangkok. - Die Haftbefehle waren Ende August erlassen worden, nachdem PAD-Anhänger den Regierungssitz gestürmt hatten. - Am Dienstag waren die Proteste gegen die Regierung aus Anlass der Antrittsrede des neuen Ministerpräsidenten Somchai Wongsawat erneut eskaliert. Bei Zusammenstößen in Bangkok zwischen Demonstranten und der Polizei wurden zwei Menschen getötet.

BERLIN: Mit einer bundesweiten Razzia sind die deutschen Sicherheitsbehörden gegen die als neonazistisch eingestufte Organisation 'Heimattreue Deutsche Jugend' vorgegangen. Das Bundesinnenministerium teilte mit, es habe Durchsuchungen und Beschlagnahmen veranlasst. - Der Verein soll versucht haben, in Zeltlagern und bei anderen Freizeitaktivitäten Kinder und Jugendliche im nationalsozialistischen Sinne zu indoktrinieren.

BERLIN: Die Erderwärmung und der Klimawandel schreiten nach neuen Berechnungen von deutschen Wissenschaftlern viel schneller voran als bisher angenommen. Der Leiter des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung, Hans Joachim Schellnhuber, und der Hamburger Meteorologe Jochem Marotzke erklärten in Berlin, es müsse damit gerechnet werden, dass der Meeresspiegel in diesem Jahrhundert um einen Meter ansteige.

DAS WETTER IN DEUTSCHLAND: Vom Südwesten bis zur Ostsee viele Wolken und örtlich Regen. Sonst meist trocken mit einem freundlichen Sonne-Wolken-Mix. Tagestemperaturen 13 bis 20 Grad Celsius.

Audio und Video zum Thema